Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

2. Restauratorische Sicherung der Originalbauteile, Juli 2016

Die restauratorische Sicherung von Originalbauteilen ist erfolgreich angelaufen. Hierbei werden die Originalbauteile nach der Demontage mit einem 16-stelligen Code gekennzeichnet, transportsicher verpackt und anschließend in ein Außenlager verbracht. Alle Demontagen werden durch Spezialfirmen mit restauratorischer Begleitung vorgenommen. Zu den erhaltenswerten Bauteilen gehören unter anderem die Aluminiumdeckengitter aus der Ausstellungshalle, Stahl- und Holztüren, Holzeinbauten und Holzeinbauschränke, Modulplatten der Abhangdecken sowie auch technische Einbauten wie Schalter und Leuchten. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, dass alle Einbauzustände genauestens dokumentiert werden, so dass die spätere Montage nach Restaurierung reibungslos vonstattengehen kann. In dem Gebäude aus den 1960er-Jahren sind erwartungsgemäß verschiedene Schadstoffe vorhanden, die im Rahmen der Sanierung beseitigt werden. Bereits bei den Demontagen der Moduldecke ist aufgrund der PCB-Belastung eine entsprechende Schutzausrüstung zu tragen. Im Außenbereich schreitet derzeit die Einrichtung der Baustelle voran: Der Bauzaun wird Ende Juli aufgestellt.


Zuvor hatte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) nach der Ende 2015 erfolgreich abgeschlossener Beräumung der Kunstdepots und der Büros bereits von Januar bis März 2016 parallel zur Ausführungsplanung weitere Bemusterungen und Tests koordiniert und gemeinsam mit der Leitung der Nationalgalerie und den Staatlichen Museen zu Berlin durchgeführt. Für die Planung war das Büro David Chipperfield Architects federführend verantwortlich, Dirk Lohan, Enkel und ehemaliger Projektleiter Mies van der Rohes‘, der Architekturexperte Prof. Dr. Fritz Neumeyer sowie das Landesdenkmalamt begleiteten die Diskussionen bis zur Entscheidung. 

Unter anderem wurde im Untergeschoss ein Deckenmuster erstellt, um ein neues flexibles Deckensystem für die Ausstellungsdecke, die aus Brandschutzgründen nur teilweise erhalten werden kann, zu testen. Darüber hinaus wurden an der Ausstellungsdecke die Art der flexiblen Beleuchtung und die Lichtfarbe bemustert. Im Außenbereich wurde die notwendige Baustelleneinrichtungsfläche vorbereitet. 


Ein Einleitbauwerk, das künftig das Regenwasser der Neuen Nationalgalerie in den Landwehrkanal führen wird, wurde bereits im März 2016 termingerecht fertiggestellt. Das vielbefahrene Reichpietschufer wurde hierzu im sogenannten Vortriebverfahren unterquert. Bei diesem technisch aufwändigen Verfahren wird wie im konventionellen Tunnelbau ein Bohrkopf durch das Erdreich getrieben, eine Unterbrechung des Straßenverkehrs ist  jedoch nicht notwendig. Damit die denkmalgeschützte Ufermauer erhalten werden konnte, liegt das Einleitbauwerk hinter dem Mauerwerk der Uferbefestigung bzw. unterhalb der Wasseroberfläche und ist somit von außen nicht einzusehen.

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Neue Nationalgalerie Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

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