Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Pergamonmuseum - Bauabschnitt A

Grundinstandsetzung und Ergänzung

Das Pergamonmuseum während der Arbeiten in Bauabschnitt A Pergamonmuseum - Bauabschnitt A Das Pergamonmuseum während der Arbeiten in Bauabschnitt A Quelle: BBR / Peter Thieme

Projektdaten

  • Nutzer Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • Adresse Bodestraße 1-3, 10178 Berlin, Deutschland
  • Architektur Entwurfsplanung: Prof. O. M. Ungers († 2007), Ausführungsplanung und Ausführung: Werkgemeinschaft Pergamonmuseum, bestehend aus: Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH / Prof. Walter A. Noebel († 2012) / BAL Bauplanungs und Steuerungs GmbH
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 2
  • Gesamtkosten rund 477 Millionen Euro für Bauabschnitt A zuzüglich rund 12 Millionen Euro anteilige Planungskosten für Bauabschnitt B
  • Baubeginn 2013
  • Fertigstellung Geplant 2023 (mit Risikovorsorge spätestens Frühjahr 2025)
  • Eröffnung 1 Jahr nach baulicher Fertigstellung
  • Bruttogrundfläche rund 37.500 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 10.700 Quadratmeter
  • Wettbewerb beschränkter Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberauswahlverfahren

Projektbeschreibung

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung leitet das umfangreiche Bauvorhaben zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des weltberühmten Pergamonmuseums auf der Museumsinsel Berlin.

Das Pergamonmuseum wurde nach Plänen von Alfred Messel und nach dessen Tod durch Ludwig Hoffmann als fünftes Haus auf der Museumsinsel erbaut und 1930 fertiggestellt. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, erfolgten die Reparaturen am Gebäude schrittweise, die ersten Säle wurden 1951 wieder für Besucher geöffnet. In den 1990er-Jahren begonnene Untersuchungen zeigten große Schäden an der Stahlkonstruktion des Daches und an den Lichtdecken, den Fassaden und Gesimsen bis hin zur Gründung unter dem Ehrenhof. Die technische Ausrüstung ist veraltet und die Funktionalität für einen zeitgemäßen, besucherstarken Museumsbetrieb nicht mehr gegeben. Der schlechte Bauzustand erfordert eine umfassende Grundinstandsetzung des Gebäudes.

Innerhalb des Gebäudes wird die Grundinstandsetzung und Ergänzung in zwei Bauabschnitten bei laufendem Museumsbetrieb realisiert. Der aktuelle Bauabschnitt A umfasst den gesamten Nordflügel, den Mittelbau mit dem Pergamonsaal und den Neubau des Tempiettos. Die Bauarbeiten begannen im Januar 2013 im leer geräumten Nordflügel. Der Pergamonsaal wurde im Herbst 2014 für den Besucherverkehr geschlossen. Nach Fertigstellung des Bauabschnitts A erfolgt der Besucherzugang bis zur Fertigstellung des Bauabschnitts B über einen provisorischen Eingang auf der Ostseite (Rückseite) des Mittelbaus. Ein Zugang über den Ehrenhof ist nicht möglich, da dieser für beide Bauabschnitte als Baustelleneinrichtungsfläche benötigt wird.

Im März 2019 erhielt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung den Planungsauftrag für den Bauabschnitt B, der sich an die aktuellen Maßnahmen anschließen wird. Mit Fertigstellung des Bauabschnittes B ist dann die gesamte Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums abgeschlossen.

Am 3. Mai 2019 wird auf der Baustelle des Pergamonmuseums Richtfest für Bauabschnitt A der Grundinstandsetzung und Ergänzung gefeiert.

Projektverlauf

Konzept für die Grundinstandsetzung und Ergänzung

Im Ergebnis eines Architektenwettbewerbs wurde im Jahr 2000 der Architekt O. M. Ungers mit der Programmfindung für das Pergamonmuseum beauftragt, die im Februar 2001 vorgelegt wurde. Im Januar 2004 erteilten die Träger der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Auftrag zur Erstellung der Vorplanung in drei Varianten. Auf Grundlage dieser Vorplanung erfolgte im Februar 2006 die Erteilung eines Planungsauftrages zur Aufstellung der Haushaltsunterlage-Bau (HU-Bau) zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums.

Der Entwurf des Büros O. M. Ungers sieht im Rückgriff auf den Entwurf von Alfred Messel die Ergänzung der Dreiflügelanlage um einen vierten Flügel vor. Damit wird erstmalig ein durchgängiger Rundgang geschaffen und gleichzeitig die Idee des Museumsforums wiederbelebt.

Der Neubau des vierten Flügels verbindet die Kopfbauten des Nord- und Südflügels auf der Hauptausstellungsebene (Ebene 2) als „gläserne Vitrine“. Hier werden die Großarchitekturen des Ägyptischen Museums präsentiert, die sich derzeit noch im östlichen Stülerbau [Verweis auf Projektseite Stülerbau] in Berlin-Charlottenburg befinden. Der Rundgang durch die Großarchitekturen wird außerdem durch die Mschatta-Fassade des Museums für Islamische Kunst vervollständigt, die dazu von der oberen Ausstellungsebene (Ebene 3) im Kopfbau des Südflügels in die Hauptausstellungsebene des Nordflügels versetzt wird.

Der Entwurf greift das ursprüngliche Prinzip auf, jeden Gebäudeflügel einer Sammlung zuzuordnen. Gemäß dieser Neuordnung wird das Vorderasiatische Museum beide Ausstellungsebenen (Ebene 2 und Ebene 3) des Südflügels und das Museum für Islamische Kunst die des Nordflügels belegen. Die großen Architektursäle im Mittelbau beherbergen unverändert die Antikensammlung. Das Ägyptische Museum wird im vierten Flügel als vierte Sammlung im Pergamonmuseum vertreten sein.

Der zentrale Eingang in den Mittelbau des Pergamonmuseums bleibt erhalten. Der 1982 errichtete Eingangspavillon wird jedoch durch ein gläsernes Tempietto ersetzt. Von hier aus ist auch eine direkte Verbindung zur Archäologischen Promenade im Untergeschoss (Ebene 0) vorgesehen. Ergänzend zum mittigen Eingang, über den unmittelbar die Antikensammlung erschlossen wird, erhalten das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst zusätzliche Eingänge jeweils in den Kopfbauten von Süd- und Nordflügel. Auf dieser Eingangsebene (Ebene 1) ist der vierte Flügel als offene Stützenhalle ausgebildet. Eine neue, barrierefrei Brücke über den Kupfergraben führt in diese Halle und weiter auf das öffentlich zugängliche Forum. In den bisher vorwiegend intern genutzten Flächen der Ebene 1 gliedern sich im Nordflügel Café und Restaurant und im Südflügel Räume zur Schülerbetreuung des museumspädagogischen Dienstes an. Öffentliche Durchgänge, die an der Nahtstelle von Mittelbau und Nord- bzw. Südflügel angeordnet werden, schaffen eine Verbindung zwischen dem Forum und den Freiflächen der Museumsinsel. Damit wird die Einbindung des Pergamonmuseums in den Gesamtkontext der Museumsinsel gestärkt.

Am 09. März 2009 bestätigte der Stiftungsrat die Haushaltsunterlage-Bau für die Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums. Zur Umsetzung des Entwurfs von O. M. Ungers (verstorben 2007) wurde über ein VOF-Verfahren die „Werkgemeinschaft Pergamonmuseum“ ausgewählt und mit den weiteren Architektenleistungen beauftragt. Im Juli 2009 wurde mit der Ausführungsplanung begonnen.

Vorgezogene Maßnahmen

Als vorgezogene Maßnahme zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums wurde die Gesimssanierung durchgeführt und 2010 abgeschlossen. Vorbereitende Baumaßnahmen außerhalb des Gebäudes erfolgten ab 2011. Neben Leitungsverlegungen zur Baufeldfreimachung wurde ein Interimsbau hinter dem Pergamonmuseum errichtet, in dem während der Bauzeit die Technikzentrale und der Sicherheitsleitstand betrieben werden und der nach Abschluss der Grundinstandsetzung wieder rückgebaut wird. Die Arbeiten zum Neubau des sogenannten Spreekellers wurden 2012 begonnen. Dieser Keller erstreckt sich von der Rückseite des Pergamonmuseums bis zur Spree. Hier werden im Wesentlichen die neuen gebäudetechnischen Zentralen für den künftigen Betrieb des Pergamonmuseums untergebracht.

Baubeginn und Vorbereitung einer neuen Gründung

2013 starteten die Bauarbeiten zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums mit dem Rückbau und den Abbrucharbeiten im leergeräumten Nordflügel. Bei laufendem Betrieb fanden auch der Abbruch der vorhandenen Sohle und die anschließenden Aushubarbeiten als erste Schritte zur Vorbereitung einer neuen Gründung für das gesamte Pergamonmuseum statt.

Durchbruch vom Pergamonmuseum zur James-Simon-Galerie

Am 30. Juli 2015 fand ein wichtiger Meilenstein im Bauverlauf der Grundinstandsetzung statt: Der Durchbruch von der Baustelle der James-Simon-Galerie zum Pergamonmuseum wurde feierlich geöffnet.

Das neue Eingangsgebäude wurde 2018 baufertiggestellt. Nach der feierlichen Eröffnung der James-Simon-Galerie am 12.07.2019 gelangen Besucher auch über den Durchgang in die Säle des Pergamonmuseums. Gleichzeitig markiert der Durchbruch als Übergang von neuer Architektur zu altem Bestand eine wichtige Etappe im langfristig angelegten Masterplan Museumsinsel.

Anbringen der Wetterschutzdächer

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten an den Bestandsdächern des Pergamonmuseums sollen auch bei schlechtem Wetter stattfinden können. Um dies zu ermöglichen, wurden Sonderkonstruktionen angefertigt und montiert. Diese Wetterschutzdächer schützen die laufenden Arbeiten am Bestandsdach und den gesamten historischen Bau vor Witterungseinflüssen.

Baubehelfe stabilisieren das Pergamonmuseum

Im Zuge der Grundinstandsetzung und Ergänzung werden auch neue Treppenhäuser und Aufzüge innerhalb des Pergamonmuseums eingebaut. Dafür weichen massive Mauerwerkswände, welche die bisherigen Ausstellungsräume voneinander trennen. Diese Umstrukturierung der Raumaufteilung ist besonders für den „Rundgang antiker Architekturen“ bedeutsam: Damit dieser künftig auch als einladende und vor allem verbindende Flaniermeile funktioniert, erfolgt der Rückbau tragender Wände im Nordflügel.

Diese weitreichenden Maßnahmen innerhalb der Bauaufgabe machen die Errichtung von aufwändigen Stahlkonstruktionen, sogenannten Baubehelfen, notwendig: Diese stabilisieren das gesamte Gebäude und ermöglichen den gefahrfreien Rückbau der tragenden Wände. Nach deren Abriss erfolgt der Einbau einer neuen Tragkonstruktion für das Gebäude.

Errichtung von Raumgerüsten im Hellenistischen Saal und im Pergamonsaal

Während der Arbeiten zur umfangreichen Grundinstandsetzung werden auch die Stahl-Glasdächer in den Museumssälen saniert und neue Dachtragwerke ergänzt. Da die wertvollen Großarchitekturen wie der Pergamonaltar im Mittelbau Mitte während der Bauarbeiten größtenteils in den Sälen bleiben, benötigen sie besonderen Schutz.

Die für die Arbeiten erforderlichen Raumgerüste in den 18 Meter hohen Architektur-Sälen wurden im Hellenistischen Saal und im Pergamonsaal aufgebaut. Sie schaffen nicht nur eine Arbeitsplattform für die ausführenden Gewerke in 15 Metern Höhe, sondern schützen auch die im Gebäude verbliebene Kunst der Antike.

Beginn der Rohbauarbeiten

Die Rohbaufirma konnte im Frühjahr 2016 mit den Stahlbetonarbeiten im Pergamonmuseum beginnen. Das bedeutet auch, dass die Spezialtiefbauarbeiten im Nordkopf, Nordflügel, Mittelbau Nord und im ersten Abschnitt des vierten Flügels abgeschlossen sind. Die Betonagen der Bodenkanäle und Betonsohlen wurden vorbereitet, die ersten wasserundurchlässigen Sohlen und Treppenhauswände betoniert.

Fassadensanierung

Im September 2016 begannen die Sanierungsarbeiten an der Fassade des Pergamonmuseums. Die Instandsetzung der Natursteinfassade aus Kirchheimer Muschelkalk dauert voraussichtlich bis Ende 2020.

Bei der Fassadensanierung galt es, in Abstimmung mit dem denkmalpflegerischen Leitfaden des Landesdenkmalamtes Berlin (LDA) möglichst große Bereiche der originalen Natursteinfassade mit ihren Spuren der Alterung zu bewahren und Neuerungen optimal an den Bestand anzupassen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war der Umgang mit noch vorhandenen Kriegsschäden an den Fassaden: Wo es technisch und statisch möglich ist, sollen Kriegsschäden als historisches Zeugnis in ihrem Erscheinungsbild erhalten bleiben. Dagegen werden Fassadenschäden wie Steinausbrüche oder Abplatzungen, die nicht im Zweiten Weltkrieg entstanden sind, durch Ersatzelemente aus Stein oder Restauriermörtel beseitigt.

Montage der Glasdächer und Lichtdeckenkonstruktion im Mittelbau Nord

Das Pergamonmuseum zählt seit seiner Eröffnung im Jahr 1930 zu den weltweit bedeutendsten Tageslichtmuseen und präsentiert seine Architektur-Großexponate unter nahezu durchgehender natürlicher Beleuchtung.

Lichtdecke und Glasdach, die zentralen Elemente für das Tageslichtkonzept, sind im ersten Bauteil nun vollständig erneuert. Die Montage der neuen Stahlträger sowie der Lichtdecken- und Glasdachkonstruktion dauerte inklusive der notwendigen Vorbereitungsschritte über zwei Jahre.

Tempietto im Rohbau fertiggestellt

Anfang 2019 wurde der Tempietto, der künftig als zentraler Zugang zum Pergamonmuseum dient, im Rohbau fertiggestellt. Der Tempietto ist wesentlicher Bestandteil der Planungen des Architekten O. M. Ungers zur Ergänzung des Museums.

Anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus sowie des Abschlusses weiterer wichtiger Teilprojekte wurde am 3. Mai 2019 auf der Baustelle Richtfest für Bauabschnitt A gefeiert.

Fakten zur Grundinstandsetzung

Das Gebäude

Das Pergamonmuseum wurde als fünftes Haus auf der Museumsinsel Berlin in den Jahren 1907 bis 1930 von dem Architekten Alfred Messel und nach dessen Tod 1909 von Ludwig Hoffmann geplant und realisiert.

Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die Reparaturen erfolgten schrittweise; die ersten Säle wurden 1951 wiedereröffnet. 1982 erhielt das Pergamonmuseum eine neue zentrale Eingangshalle.

In den 1990er-Jahren begonnene Untersuchungen zeigten große Schäden an der Stahlkonstruktion des Daches und den Lichtdecken, an den Fassaden und Gesimsen bis hin zur Gründung unter dem Ehrenhof. Die technische Ausrüstung ist veraltet und die Funktionalität für einen zeitgemäßen, besucherstarken Museumsbetrieb nicht mehr gegeben. Der schlechte Bauzustand erfordert eine umfassende Grundinstandsetzung des Gebäudes.

Zahlen zur Baustelle Pergamonmuseum

  • 700 Tonnen Stahl für sogenannte Baubehelfe (Gerüste, Windböcke, Stützkonstruktionen)
  • 7.000 Quadratmeter Wetterschutzdächer
  • 5.300 Quadratmeter Glasdächer
  • 2.500 Quadratmeter Lichtdecken
  • 730 Mikropfähle, die aneinandergelegt 14 Kilometer ergeben würden
  • 50 Hochbaugewerke
  • 15 Gewerke der Technischen Gebäudeausrüstung
  • 20 Planungsbüros
  • 15 Gutachter und Sachverständige

Messmonitoring

Zum Schutz der fest mit dem Gebäude verbundenen Exponate der Antikensammlung im Pergamonsaal und im Hellenistischen Saal des Pergamonmuseums wurde hochsensible Messtechnik eingesetzt. Bei Erreichen von jeweils festgelegten Grenzwerten für Setzungen und Erschütterungen im einstelligen Millimeterbereich wurden die Bauarbeiten komplett gestoppt, um Beschädigungen der wertvollen Ausstellungsstücke zu verhindern.

Da die erschütterungs- und setzungsrelevanten Arbeiten (Spezialtiefbau und Abbrucharbeiten) im Bauabschnitt A weitestgehend abgeschlossen sind, wird das verwendete Echtzeit-Messmonitoring 2019 abgebaut.

Lange Projektlaufzeit

Bei der Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums handelt es sich um ein Großprojekt mit außergewöhnlich langer Projektlaufzeit. Bereits mit dem Planungsstand 2007 war eine Laufzeit von insgesamt 27 Jahren ausgewiesen. Solch langjährige Projekte bedürfen dauernder Anpassungen und Fortschreibungen der Planungen. Es bestehen erhebliche Änderungserfordernisse der Planung etwa in Bezug auf rechtliche Anforderungen, zum Beispiel an Brandschutz und Barrierefreiheit; ebenso entwickeln sich technische Standards weiter und es ändern sich auch die Anforderungen der Nutzer. Bei sehr langen Projektlaufzeiten steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass sich Auftragnehmer ändern, etwa durch Kündigungen oder Insolvenzen. Neuvergaben haben wiederum Auswirkungen auf Termine und Kosten.

Bauen im historischen Bestand

Sowohl beim ursprünglichen Bau als auch bei der Reparatur der kriegsbedingten Schäden des Pergamonmuseums wurde selten einheitlich vorgegangen. Sogenannte Regeldetails sind die Ausnahme, weshalb der Bestand sehr inhomogen ist. Zudem konnten Untersuchungen des Bestands bei der Planung der Baumaßnahme aufgrund des laufenden Museumsbetriebs nur punktuell vorgenommen werden. Erst nach Freizug des Gebäudes waren ergänzende Untersuchungen möglich. Bisher wurden im erheblichen Maße Abweichungen im Bestand, Schäden in der Bausubstanz und Schadstoffe festgestellt, die Umplanungen und Änderungen erforderlich machten. Mit weiteren Bestandsabweichungen ist zu rechnen.

Bauen in Bauabschnitten und bei laufendem Betrieb

Die Baumaßnahme wird in zwei Bauabschnitten bei laufendem Museumsbetrieb durchgeführt. Die damit verbundenen Verlegungen neuer Besuchereingänge sowie die Erstellung von technischen Provisorien zur Sicherstellung des Betriebs des Hauses sind Bestandteil der Baumaßnahme. Der Bauabschnitt A nimmt räumlich und technisch eine zentrale Rolle für den Betrieb des Südflügels sowie anderer Museen auf der Museumsinsel ein. Der Südflügel wird zum Teil über neue, im Spreekeller errichtete Technikzentralen versorgt. Versorgungsleitungen und -kanäle verlaufen quer durch die Baustelle und müssen je nach Bauablauf immer wieder verlegt werden. Unter der Maßgabe, den Museumsbetrieb aufrechtzuerhalten, sind die Infrastrukturlösungen aufwändig zu planen und laufend neu anzupassen.

Bauen mit eingebauten Kunst- und Kulturobjekten

Das Pergamonmuseum ist geprägt durch die Großarchitekturen in den Architektursälen der Antikensammlung sowie die Großarchitekturen des Vorderasiatischen Museums und des Museums für Islamische Kunst. Diese unersetzlichen, fest eingebauten Objekte verbleiben während der Baudurchführung im Gebäude. Zu ihrem Schutz ist eine besonders vorsichtige Bauweise unter Einhaltung sehr niedriger Erschütterungs- und Setzungsgrenzwerte nötig. Das Baugeschehen wird deshalb aufwändig durch ein Monitoringsystem begleitet, das Setzungen, Verformungen und Erschütterungen teilweise in Echtzeit ermittelt. Bei Erreichen des jeweiligen Alarmwertes muss gegebenenfalls die Bautechnologie angepasst werden; die Überschreitung des Grenzwertes bedeutet: Sofortiger Stopp der Bauarbeiten, Klärung der Ursachen und im Zweifelsfall Umplanung der Arbeitsabläufe.

Denkmalschutz und Weltkulturerbe

Die Baumaßnahme Pergamonmuseum findet im UNESCO-Weltkulturerbe Museumsinsel statt, das Pergamonmuseum steht unter Denkmalschutz, die Arbeiten sind eng mit dem zuständigen Landesdenkmalamt abzustimmen.

Bauen auf engstem Raum als logistische Herausforderung

Die Baustelle Pergamonmuseum liegt in der Mitte der Museumsinsel. Südlich schließt die Baustelle direkt an den in Betrieb befindlichen Südflügel an, nur sechs Meter neben dem Nordflügel verläuft die hoch frequentierte Bahntrasse. Im Osten wird die Baustelle von der Spree begrenzt, im Westen vom Kupfergraben. Baustelleneinrichtungsflächen sind nur in äußerst begrenztem Umfang vorhanden. Die räumliche Situation stellt eine enorme logistische Herausforderung dar: Lagerflächen sind stark begrenzt, müssen je nach Bauphase umgeräumt, von bisherigen Firmen freigezogen und neuen Firmen zugewiesen werden. Sehr beschränkt sind ebenso die Krankapazitäten, da statt der nötigen vier Kräne lediglich zwei Platz finden. Sämtliche Baumaßnahmen können erst nach Zuweisung von Lagerflächen und Krannutzungszeiten durchgeführt werden. Änderungen im Bauablauf haben deshalb erhebliche Auswirkungen.

Pergamonmuseum - Bauabschnitt A

Bild / Video 1 von 5

Verlegung von Leerrohren im Außenbereich des Pergamonmuseums Pergamonmuseum - Bauabschnitt A Verlegung von Leerrohren im Außenbereich des Pergamonmuseums Quelle: BBR / Peter Thieme

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Pressemeldungen

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Berlin. Nach Abschluss wichtiger Tiefbaumaßnahmen haben die Arbeiten an der Grundinstandsetzung des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel eine maßgebliche und kritische Etappe überwunden, die von großen Herausforderungen und auch verschiedenen massiven Störungen geprägt war. Damit ist nach dreieinhalb Jahren Bauzeit des auf mehr als zwei Jahrzehnte angelegten Großunternehmens ein Zwischenstand erreicht, der erstmals eine valide Gesamtprognose zu Bauzeit und Kosten des ersten Bauabschnittes erlaubt. Unter Berücksichtigung der einzigartigen Komplexität der Baumaßnahme ist die Fertigstellung des zentralen ersten Bauabschnittes für 2023 geplant; ursprünglich war diese für das Jahr 2021 vorgesehen.

Pergamonmuseum: Die Winterpause ist vorbei - die Fassadensanierung hat wieder begonnen Dokumenttyp: Pressemitteilung

Die eigentlichen Sanierungsarbeiten an der Fassade des Pergamonmuseums hatten bereits im September 2016 angefangen. Witterungsbedingt musste von Anfang Dezember 2016 bis Anfang März 2017 eine Winterpause eingelegt werden. Seit März werden die Arbeiten fortgesetzt. Die Sanierung der Natursteinfassade wird voraussichtlich im Mai 2019 abgeschlossen sein.

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