Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Kolonnaden der Museumsinsel Berlin

Letzter Bauabschnitt zur Wiederherstellung des originalen Zustandes

Die Fotografie zeigt die Kolonnaden der Museumsinsel Berlin vom gegenüberliegenden Ufer der Spree aus gesehen. Kolonnaden der Museumsinsel Berlin Die Kolonnaden prägen die Museumsinsel Berlin und sollen auch nördlich der Alten Nationalgalerie ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückerhalten.

Projektdaten

  • Nutzer Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • Adresse Bodestraße 1–3, 10178 Berlin, Deutschland
  • Architektur Architekten Petersen, Gesellschaft von Architekten mbH
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 2
  • Gesamtkosten rund 12,5 Millionen Euro
  • Baubeginn 2020
  • Fertigstellung voraussichtlich 2022

Projektbeschreibung

Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) werden die Kolonnaden auf der Museumsinsel Berlin in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die Säulengänge aus dem 19. Jahrhundert sind prägender Bestandteil der UNESCO-Welterbestätte. Ein Großteil der Kolonnaden sowie der Kolonnadenhof wurden bereits bis 2010 instandgesetzt, diese Baumaßnahme wurde ebenfalls vom BBR betreut. Der letzte Bauabschnitt, der derzeit umgesetzt wird, umfasst die Freistellung des Säulenganges am Spreeufer nördlich der Alten Nationalgalerie. Dieser Teil der Kolonnaden war 1911 zugebaut worden, um zusätzliche Räume auf der Museumsinsel zu schaffen.

Die ersten Säulengänge auf der Museumsinsel Berlin entstanden zwischen 1853 und 1860 auf Basis eines Entwurfes von Friedrich August Stüler. Für die Kolonnaden am Spreeufer und nördlich der Alten Nationalgalerie, erbaut zwischen 1876 und 1878, passten die Architekten Heinrich Strack und Georg Erbkam den ursprünglichen Stüler-Entwurf an. Sie ergänzten ihn um drei quadratische Pavillons mit Kuppeldach. Die Kolonnaden sind ein wichtiges verbindendes Element für das bauliche Ensemble. Der von ihnen umgebene Kolonnadenhof ist wiederum der zentrale öffentliche Raum der Museumsinsel. Auch die von David Chipperfield entworfene James-Simon-Galerie nimmt das Element des Säulenganges auf.

Die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Kolonnaden hinter der Alten Nationalgalerie begannen im Sommer 2020 und werden voraussichtlich bis 2022 abgeschlossen sein. Das Kolonnadenbauwerk wird abschnittsweise instandgesetzt. Stark geschädigte Bauteile werden demontiert, ebenfalls restauriert und später wieder eingebaut. Der Kopfbau wird unter Verwendung der historischen Säulen als offener Pavillon neu gestaltet. In Fortführung der Kolonnaden entsteht eine Rampe, die einen barrierefreien Zugang für alle Besucherinnen und Besucher bietet.

Projektverlauf

Konzept

Ziel der Baumaßnahme ist es, die Kolonnaden nördlich der Alten Nationalgalerie aus den Jahren 1876–78 gemäß dem Masterplan Museumsinsel in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Hierfür sollen die 1911 entstandenen Wände und Decken sowie der 1957 errichtete Kopfbau zurückgebaut werden.

Detail mit den zugebauten Kolonnaden der Museumsinsel Berlin zugebaute Kolonnaden der Museumsinsel Berlin In den 1911 zugebauten Kolonnaden und dem 1957 errichteten Kopfbau befand sich viele Jahre die Skulpturenrestaurierungswerkstatt der Alten Nationalgalerie.

Der nördliche Säulengang wird in einigen Jahren eine ganz besondere Rolle im Zusammenhang mit der Sanierung des Pergamonmuseums spielen: Nach Fertigstellung des Bauabschnittes A und während der Sanierung des Südflügels (Bauabschnitt B) wird hierüber die Besucherführung zum Pergamonmuseum erfolgen. Die Besucherinnen und Besucher gelangen dann über die Kolonnaden und damit getrennt vom Baustellenverkehr in das Pergamonmuseum.

Vorbereitende Maßnahmen

Mit dem Umzug der Skulpturen-Restaurierungswerkstatt in einen eigens dafür hergerichteten Raumbereich im Bode-Museum wurde die Baufreimachung der Kolonnaden im Juni 2020 abgeschlossen.

Eine bis zu zwei Meter über die Ufermauer in die Spree auskragende Arbeitsplattform wurde errichtet. Ein schwimmendes Leitwerk dient als Anprallschutz und soll verhindern, dass Schiffe diese Hilfskonstruktionen rammen oder beschädigen können. Zusätzlich wurde ein provisorischer Schiffsanleger eingerichtet. Hier liegen sogenannte Schubleichter, Wasserfahrzeuge mit geringem Tiefgang und ohne eigenen Antrieb, die vor allem zum Warentransport und als schwimmende Lagerflächen verwendet werden. Das Projektteam musste aufgrund des begrenzten Platzes auf der Museumsinsel auf diese alternative Form der Baustelleneinrichtung zurückgreifen.

Baudurchführung

Die Rückbauarbeiten und Demontagen der Natursteinelemente im Kopfbau sind abgeschlossen. Für die derzeit laufenden Abbrucharbeiten aller Einbauten (Mauerwerkswände, Treppen, Decken) ist die eigentliche Kolonnade eingerüstet. Sämtliche Schachtarbeiten werden durch einen Feuerwerker (Munitionsfachkundigen) begleitet.

Die Fotografie zeigt ein Baugerüst über den Kolonnaden der Museumsinsel an der Spree. Die Kolonnaden der Museumsinsel in eingerüstetem Zustand Der demontierte Kopfbau und die eingerüsteten Kolonnaden an der Oder-Spree-Wasserstraße.

Nächste Schritte

Zurzeit finden Arbeiten verschiedener Baugewerke statt, wie Erd- und Verbau, Abbruch, Abdichtung der Fundamente, Bauhaupt (Mikropfähle), Stahlbau und Naturstein, sowie der Technikgewerke. Außerdem sind ein Turmdrehkran und Schubleichter im Einsatz. Die Gründungsertüchtigung des zurückgebauten Kopfbaues durch Mikropfähle und Fundamentsicherungen der Kolonnade erfolgen im 1. Quartal 2021. Nach Abschluss der Abbrucharbeiten wird im Frühsommer 2021 eine aufwendige Stahlkonstruktion errichtet, um bei den weiteren Arbeiten das Kolonnadenbauwerk stabil zu halten. Damit können Lasten umgelagert werden. Gleichzeitig dient sie als Teil des Arbeitsgerüstes. Alle weiteren Arbeiten werden unter einem Wetterschutzdach durchgeführt, das zusammen mit der gesamten Einhausung entsteht. Ab Mai 2021 werden geschädigte Natursteinelemente, wie Brüstungsplatten, Säulentrommeln und Architrave, abschnittsweise behutsam aus der Kolonnade demontiert, instandgesetzt und ab Herbst 2021 wieder montiert. Im laufenden Jahr nehmen Holzbau-Gewerke, Klempnerinnen und Klempner, Putzerinnen und Putzer, Malerinnen und Maler und 2022 die Landschaftsbauerinnen und Landschaftsbauer ihre Arbeit vor Ort auf.

Weitere Informationen

James-Simon-Galerie Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Neubau Nutzung: Kultur und Bildung

Alte Nationalgalerie Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Bode-Museum Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Neues Museum Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Wiederaufbau Nutzung: Kultur und Bildung

Pergamonmuseum – Bauabschnitt A Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Altes Museum Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Kolonnadenhof Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Weblinks

Kontakt

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