Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Kolonnaden der Museumsinsel Berlin

Letzter Bauabschnitt zur Wiederherstellung des originalen Zustandes

Die Fotografie zeigt einen eingerüsteten Säulengang am Ufer eines Flusses. Kolonnaden der Museuminsel Berlin im eingerüsteten Zustand Der demontierte Kopfbau und die freigestellte Kolonnade im Juli 2021: Die Einhausungskonstruktion für Arbeitsgerüst und Wetterschutzdach befindet sich im Aufbau.

Projektdaten

  • Nutzer Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • Adresse Bodestraße 1–3, 10178 Berlin, Deutschland
  • Architektur Architekten Petersen, Gesellschaft von Architekten mbH
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 2
  • Gesamtkosten rund 12,5 Millionen Euro
  • Baubeginn 2020
  • Fertigstellung voraussichtlich 2023

Projektbeschreibung

Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat IV 2 – werden die Kolonnaden auf der Museumsinsel Berlin in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die Säulengänge aus dem 19. Jahrhundert sind prägender Bestandteil der UNESCO-Welterbestätte. Ein Großteil der Kolonnaden sowie der Kolonnadenhof wurden bereits bis 2010 unter der Leitung des BBR instandgesetzt. Der letzte Bauabschnitt umfasst die Freistellung des Säulenganges am Spreeufer nordöstlich der Alten Nationalgalerie – dieser Teil der Kolonnaden war 1911 ausgebaut worden, um zusätzliche Räume auf der Museumsinsel zu schaffen. 1957 wurde ein Kopfbau als neuer Endpunkt der Kolonnade errichtet, in dem sich viele Jahre die Skulpturenrestaurierungswerkstatt der Alten Nationalgalerie befand.

Die ersten Säulengänge auf der Museumsinsel Berlin entstanden zwischen 1853 und 1860 auf Basis eines Entwurfes von Friedrich August Stüler. Für die Kolonnaden am Spreeufer und nördlich der Alten Nationalgalerie, erbaut zwischen 1876 und 1878, passten die Architekten Heinrich Strack und Georg Erbkam den ursprünglichen Stüler-Entwurf an. Sie ergänzten ihn um drei quadratische Pavillons mit Kuppeldach. Die Kolonnaden sind ein wichtiges verbindendes Element des baulichen Ensembles. Der von ihnen umgebene Kolonnadenhof ist wiederum der zentrale öffentliche Raum der Museumsinsel. Auch die von David Chipperfield entworfene James-Simon-Galerie nimmt das Element des Säulenganges auf.

Die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Kolonnaden hinter der Alten Nationalgalerie begannen im Sommer 2020 und werden voraussichtlich bis 2023 abgeschlossen. Das Kolonnadenbauwerk wird abschnittsweise instandgesetzt. Stark geschädigte Bauteile werden demontiert, restauriert und später wieder eingebaut. Der Kopfbau wird unter Verwendung der historischen Säulen als offener Pavillon neugestaltet. Für die barrierefreie Erschließung der Kolonnaden wird eine innenliegende Rampe errichtet.

Projektverlauf

Konzept

Ziel der Baumaßnahme ist es, die Kolonnaden nördlich der Alten Nationalgalerie aus den Jahren 1876–78 gemäß dem Masterplan Museumsinsel in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Hierfür sollen die 1911 entstandenen Wände und Decken sowie der 1957 errichtete Kopfbau zurückgebaut werden.

Die Fotografie zeigt die Kolonnaden der Museumsinsel Berlin vom gegenüberliegenden Ufer der Spree aus gesehen. Kolonnaden der Museumsinsel Berlin Die Kolonnaden prägen die Museumsinsel Berlin und sollen auch nordöstlich der Alten Nationalgalerie ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückerhalten. (Vorzustand im Mai 2020)

Der nördliche Säulengang wird in einigen Jahren eine ganz besondere Rolle im Zusammenhang mit der Sanierung des Pergamonmuseums spielen: Nach Fertigstellung des Bauabschnitts A und während der Sanierung des Südflügels (Bauabschnitt B) wird hierüber die Besucherführung zum Pergamonmuseum erfolgen. Die Besucherinnen und Besucher gelangen dann über die Kolonnaden, getrennt vom Baustellenverkehr, in das Pergamonmuseum.

Vorbereitende Maßnahmen

Mit dem Umzug der Skulpturenrestaurierungswerkstatt in einen eigens dafür hergerichteten Raumbereich im Bode-Museum wurde die Baufreimachung der Kolonnaden im Juni 2020 abgeschlossen.

Eine bis zu zwei Meter über die Ufermauer in die Spree auskragende Arbeitsplattform wurde errichtet. Ein schwimmendes Leitwerk dient als Anprallschutz und soll verhindern, dass Schiffe diese Hilfskonstruktionen rammen oder beschädigen können. Zusätzlich wurde ein provisorischer Schiffsanleger eingerichtet. Hier liegen sogenannte Schubleichter, Wasserfahrzeuge mit geringem Tiefgang und ohne eigenen Antrieb, die vor allem zum Warentransport und als schwimmende Lagerflächen dienen. Das Projektteam griff aufgrund des begrenzten Platzes auf der Museumsinsel auf diese alternative Form der Baustelleneinrichtung zurück.

Baudurchführung

Der Rückbau der Aus- und Einbauten (Mauerwerkswände, Treppen, Decken, Ausstattung und Technik) der letzten 110 Jahre ist abgeschlossen. Für diese Arbeiten waren die Kolonnaden temporär eingerüstet und die Natursteinelemente geschützt.

Die Ertüchtigungen der Gründung des zurückgebauten Kopfbaues durch 21 Mikropfähle mit einer Länge von bis zu 21,5 Metern sowie die Fundamentsicherungen der Kolonnade wurden im April 2021 abgeschlossen. Im Kellergeschoss des Kopfbaues wurden Aussteifungskonstruktionen und Zuganker eingebaut sowie eine neue Stahlbetondecke errichtet. Die Fundamentbereiche von Kolonnaden und Ufermauer wurden instandgesetzt und abgedichtet.

Die Natursteinelemente des Kopfbaues sowie die Brüstungsplatten und Kranzgesimse der Kolonnade wurden demontiert und für den Wiederaufbau zwischengelagert. Die Einhausungskonstruktion mit Arbeitsgerüst und Wetterschutzdach wurde im Sommer 2021 errichtet, inklusive einer aufwendigen Stahlkonstruktion, um bei den weiteren Arbeiten Lasten umzulagern und das Kolonnadenbauwerk stabil zu halten. Die alte Dachkonstruktion wurde abgebrochen und die schadstoffbelasteten Bauteile sachgerecht entsorgt.

Die Fotografie zeigt das Innere eines Säulenganges im eingerüsteten Zustand. Säulengang im eingerüsteten Zustand, Kolonnaden Museumsinsel Die freigestellte Kolonnade wurde mit einer Stahlkonstruktion für die sukzessive Hebung ausgestattet.

Seit September 2021 wird die Decke der Kolonnade abschnittsweise gehoben, um geschädigte Natursteinelemente wie Architrave, Kapitelle und Säulentrommeln von Spezialisten behutsam aus der Kolonnade zu demontieren, instand zu setzen und sukzessive wieder einzubauen. Die Natursteinelemente werden mittels Turmdrehkran demontiert und zum Teil auf zwei Schubleichtern im Oder-Spree-Kanal zwischengelagert.

Nächste Schritte: Wiederaufbau und Fertigstellung

Ab Frühjahr 2022 erfolgt der Wiederaufbau der Dachkonstruktion.

Im Verlauf des Jahres 2022 stehen Putz- und Malerarbeiten an. Außerdem erfolgen technische Einbauten, wie das abgehängte Deckenlicht. Zum Jahresende beginnen die Arbeiten an den Außenanlagen.

Weitere Informationen

Pergamonmuseum – Bauabschnitt A Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Altes Museum – Grundinstandsetzung Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

James-Simon-Galerie Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Neubau Nutzung: Kultur und Bildung

Kolonnadenhof der Museumsinsel Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Bode-Museum Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Neues Museum Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Wiederaufbau Nutzung: Kultur und Bildung

Alte Nationalgalerie Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Kultur und Bildung

Weblinks

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