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James-Simon-Galerie

Neubau des zentralen Eingangsgebäudes auf der Museuminsel Berlin

Baustelle der James-Simon-Galerie im Mai 2017 James-Simon-GalerieBaustelle der James-Simon-Galerie im Mai 2017, im Hintergrund das Neue Museum Quelle: BBR/ Fotograf: Björn Schumann


NutzerStaatliche Museen zu Berlin /
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
AdresseBodestraße 1-3, 10178 Berlin
ArchitektDavid Chipperfield Architects, Berlin
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 2
Gesamtkosten*rund 134 Millionen Euro
WettbewerbInternationaler Realisierungswettbewerb (1993/1994) mit anschließendem gutachterlichen Verfahren (1997)
Baubeginn2009
Fertigstellung2018
Eröffnunggeplant durch Nutzer 2019
Bruttogrundflächerund 10.900 Quadratmeter
Nutzflächerund 4.600 Quadratmeter

*Stand der haushaltsrechtlich anerkannten Kosten einschließlich der Honorare. Aufschläge für allgemeine Risiken und zwischenzeitliche Preisindexsteigerungen sind nicht enthalten.

Am 13. Dezember 2018 übergibt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) den Schlüssel für die James-Simon-Galerie an die Staatlichen Museen zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz.

Das neue Eingangsgebäude der Museumsinsel Berlin ist nach James Simon (1851 – 1932) benannt, einem der größten Mäzene der Staatlichen Museen zu Berlin.

Der Neubau ergänzt das Gebäudeensemble der UNESCO-Welterbestätte Museumsinsel. Er dient als Empfangs- und Besucherzentrum für alle Museen der Museumsinsel. Die James-Simon-Galerie bietet im Obergeschoss (Ebene 2) einen direkten Zugang zum Pergamonmuseum. Im Untergeschoss (Ebene 0) gelangt der Besucher über die Archäologische Promenade in das Neue Museum. Die Archäologische Promenade verbindet vier der historischen Museumsbauten – Altes Museum, Neues Museum, Pergamonmuseum und Bode-Museum. Sie wird sukzessive realisiert und mit Abschluss der Baumaßnahmen des Masterplans Museumsinsel durchgängig erlebbar sein.

Die James-Simon-Galerie bietet Serviceeinrichtungen, von Ticket- und Informationscountern über Toilettenanlagen und Garderoben bis zu Restaurant und Museumsshop, sowie einen Sonderausstellungsbereich und ein Auditorium für Veranstaltungen aller Art.

Die architektonische Gestaltung greift historische Motive der Museumsinsel auf, wie zum Beispiel die große Freitreppe, die sich als weithin sichtbare Empfangsgeste zum Lustgarten hin orientiert. Der denkmalgeschützte Kolonnadenhof erhält mit Fortführung der Stülerschen Kolonnaden in zeitgemäßer Architektursprache ein Pendant zwischen James-Simon-Galerie und Neuem Museum.

Die Materialität des Neubaus ist sehr reduziert. Betonwerkstein mit Natursteineinschlüssen bestimmt die äußere Erscheinung. Im Inneren prägen Sichtbetonwände und Fußbodenbeläge aus Muschelkalk, in Kombination mit Einbauten aus französischem Nussbaum, das Gebäude (siehe Abschnitt „Architektur und Nutzung“).

Projektverlauf

Planung des Neubaus

Die Idee des sogenannten „Neuen Eingangsgebäudes“ geht zurück auf den Masterplan Museumsinsel, der 1999 vom Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) verabschiedet wurde. 2001 legten DavidChipperfieldArchitects ein erstes Entwurfskonzept vor. Zugunsten der Grundinstandsetzung der historischen Museumsbauten wurde die Realisierung des Neubauprojektes jedoch zunächst zurückgestellt. Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages 2006 beschlossen hatte, Mittel für die Baumaßnahme zu gewähren, legte der Architekt im Juli 2007 eine überarbeitete Planung für die James-Simon-Galerie vor. Unter Leitung des BBR wurde die Haushaltsunterlage-Bau aufgestellt und 2009 von der Arbeitsgruppe Bau der SPK genehmigt.

Baubeginn, Baugrube und Gründung

2009 begann die Herrichtung des Baufeldes, das sich von der Rückseite des Neuen Museums bis an den Kupfergraben erstreckt. 2010 starteten die Arbeiten zur Herstellung von Baugrube und Gründung.

Der Baugrund auf der Museumsinsel ist sehr problematisch. Das Baugrundstück der James-Simon-Galerie wird von der sogenannten Kolklinse durchzogen. Der Kolk, eine eiszeitliche Auswaschung, ist mit nicht tragfähiger „Mudde“ (Boden mit organischen Bestandteilen) gefüllt, so dass tragfähiger Baugrund teilweise erst in Tiefen von bis zu 40 Metern unter der Geländeoberfläche zu erreichen ist. Außerdem steht das Grundwasser circa 2,5 Meter unter Geländeoberfläche an.

Gegenüber der planmäßigen Bauausführung gab es erhebliche Störungen, auf die mit der Entwicklung neuer Technologien und geänderter Bauabläufe reagiert werden musste.

Baugrube und Gründung des Neubaus wurden 2014 fertig gestellt (siehe Abschnitt „Baugrube und Gründung“).

Rohbauarbeiten

2014 begannen die Rohbauarbeiten und knapp zwei Jahre später, am 13. April 2016, wurde das Richtfest gefeiert.

Die Errichtung der Fassaden aus großformatigen Betonfertigteilen, wie auch die Aufrichtung der extrem schlanken Stützen aus demselben Material, erforderten höchste Präzision. Die Stufen der großen Freitreppe benötigten eine spezielle Unterkonstruktion, um Schallübertragungen in das darunterliegende Auditorium zu vermeiden.

Die Gebäudehülle ist mit unterschiedlichen Glasfassaden abgeschlossen. In der Hochkolonnade wurde eine Sonderkonstruktion mit rund 8,5 Meter hohen, im Abstand von 1,5 Metern montierten Glasschwertern realisiert. Die beiden Öffnungen im Sockel, der die Uferwand zum Kupfergraben bildet, sind mit jeweils rund 6 x 3 Meter großen, 1500 Kilogramm schweren Glasscheiben geschlossen. Ein besonderer Akzent ist an der Abschlusswand der Eingangshalle in Ebene 2 gesetzt. Verbundpaneele aus Glas und Marmor erzeugen eine einzigartige Lichtstimmung. Da es sich bei dem Verbundwerkstoff um ein sogenanntes „ungeregeltes Bauprodukt“ handelt, mussten umfangreiche Untersuchungen und Test durchgeführt werden.

Innenwände und -decken sind aus Sichtbeton. Deshalb musste beim Rohbau bereits Ausbauqualität erzielt werden und sämtliche Auslässe für spätere Installationen exakt ausgeführt werden. Ein großer Teil der Kanäle und Leitungen der technischen Gebäudeausrüstung ist in bis zu 1,10 Meter hohen Rippendecken geführt.

Innenausbau, Baufertigstellung

Die Technikzentralen befinden sich in den Ebenen -1 und 3. Die Montage von Kanälen und Leitungen war ein entscheidender Taktgeber für den Ablauf des Innenausbaus. Erst nach deren Installation in den Rippendecken konnten diese geschlossen werden.

Im Sonderausstellungsbereich wird die Zuluft der Klimatisierung nicht in Kanälen, sondern im gesamten Hohlraum des Fußbodens geführt. Während des Einbaus dieses sogenannten Druckluftbodens waren auf der Baustelle besondere Maßnahmen zur Einhaltung hygienischer, staubfreier Verhältnisse erforderlich.

Als erste Einbauten aus Holz wurden die akustisch wirksamen Deckensegel im Auditorium eingebracht. Das Material findet sich außerdem in den präzise gefügten Einbauten des Museumshops wieder. Parallel zum Finish der baulichen Innenraumgestaltung wurden die technischen Anlagen fertig gestellt und peu à peu in Betrieb genommen, um in einem Probebetrieb die Feinjustierung der Gebäudetechnik vorzunehmen.

Die James-Simon-Galerie wird Ende 2018 fertig gestellt und vom BBR an die Staatlichen Museen zu Berlin übergeben.

Ersteinrichtung und Ausstellungsgestaltung, Eröffnung

Außer der Baumaßnahme wird auch die Ausstattung der James-Simon-Galerie unter Leitung des BBR realisiert. Diese umfasst die Einrichtung sämtlicher Arbeitsplätze und die Möblierung in den öffentlichen Bereichen, von den Foyers über den Museumsshop bis hin zum Restaurant. Als Grundausstattung für den Wechselausstellungsbereich werden variabel einsetzbare Vitrinen und Stellwände beschafft. Zur Erstausstattung des Hauses gehören außerdem alle technischen, grafischen und medialen Elemente des Ticket-, Kassen- und Kontrollsystems sowie des Leit- und Informationssystems. Nicht zuletzt wird eine Dauerausstellung am Zugang zur Archäologischen Promenade ausgestaltet, die den Besuchern einen kurzen, informativen Überblick zu den Sammlungen und den Gebäuden der Museumsinsel bieten wird.

Alle Aufträge für die Erstausstattung sind erteilt. Aktuell werden die Vitrinen gebaut und die medialen Elemente produziert. Mit der Einrichtung des Hauses, die circa ein halbes Jahr beansprucht, wird dann nach der Baufertigstellung Anfang 2019 begonnen.

Die Staatlichen Museen zu Berlin planen dementsprechend die Eröffnung der James-Simon-Galerie im Jahr 2019.

Eingangsbereich und Freitreppe der James-Simon-Galerie, vom Lustgarten aus betrachtet, August 2018 Blick vom LustgartenEingangsbereich und Freitreppe der James-Simon-Galerie, vom Lustgarten aus betrachtet, August 2018 Quelle: BBR / Björn Schumann

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