Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Kunst-am-Bau-Wettbewerb Humboldt Forum im Berliner Schloss - Dachterrasse

Einladungswettbewerb

  • Status Abgeschlossen
  • Veröffentlichung 06.01.2020
  • Entscheidung 19.05.2020
  • Kunststandort(e) Dachfläche und Westwand Maschinenhaus auf der Dachterrasse

Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht unter dem Vorsitz der Berliner Künstlerin Christiane Dellbrügge tagte am 19. Mai 2020 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und hat für den Kunststandort Dachterrasse Wand einen 1., einen 2. und einen 3. Preis vergeben. Für den Kunststandort Dachterrasse Boden wurde ein weiterer Preis vergeben.

Preisträger

„“Kunststandort Dachterrasse Maschinenhaus Wand (HUF 5)

1. Preis - 1420 „Insurgentes Sur“

Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

1. Preis "Insurgentes Sur"

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Die Broschüre zeigt den Entwurf von Antje Schiffers und Thomas Sprenger für die Kunst am Bau der Dachterrasse des Humboldtforums. 1. Preis "Insurgentes Sur" Der Entwurf von Antje Schiffers und Thomas Sprenger für die Kunst am Bau der Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

Die Visualisierung zeigt eine goldfarbene Skyline auf einer Wand. 1. Preis "Insurgentes Sur" Visualisierung zum Entwurf von Antje Schiffers und Thomas Sprenger für die Kunst am Bau der Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

Das Bild zeigt goldene Farbe auf grauem Hintergrund. 1. Preis "Insurgentes Sur" Ausführungsdetail des Entwurfes „Insurgentes Sur“ von Antje Schiffers und Thomas Sprenger. Quelle: Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

Für die Wand des Maschinenhauses wird ein auf einer Zeichnung basierendes Wandbild aus Blattgold vorgeschlagen, das den umgebenden Panoramablick als Motiv aufgreift und in den „Rundumblick ein Panorama aus Versatzstücken des Blickes über Mexiko-Stadt“ (seit 1993 Partnerstadt Berlins) einfügt. Mit „Insurgentes Sur“ nach einer der Magistralen der Stadt benannt, verweist der Titel auf Alexander von Humboldts dritte Expedition, in der er 1803 neun Monate lang die Stadt besucht und begeistert beschreibt.
Die Leitidee zum Entwurf nimmt die Verwendung von Kupfer beim Neubau (Kuppel 31,5 Tonnen, übrige Dachfläche 92 Tonnen) zum Anlass einer vielschichtigen Erzählung. Ausgehend von der Kupfergewinnung, bei der Gold anfällt, wird auf die weltweiten Stoffkreisläufe verbunden mit kulturellen, wissenschaftlichen und ökonomischen Beziehungen und Hierarchien hingewiesen. „Jedes Ding und jedes Material hat eine Geschichte bezüglich seiner Herkunft, seiner Nutzbarmachung, seines Transportes, seines Wertes. Die Geschichte der Forschungsreisen geht über in die Geschichte der Rohstoff- und Güterströme [und steht symbolisch und materiell in Beziehung] zu den Sammlungen des Ethnologischen Museums und der dialogischen Idee des Humboldt-Forums.“

Ausführung: „Die Zeichnung wird mit Blattgold auf die verputzte und im baulich geplanten Farbton gestrichene Wand aufgebracht. Zur Verwendung kommt 23 ¾ karätiges Blattgold (Doppelgold für den Außeneinsatz), das mit dem Kölner Instacoll System verklebt wird.
Vor der Vergoldung werden mithilfe einer ersten Schablone die zu vergoldenden Flächen fein gespachtelt bzw. verputzt (Körnung unter 0,5 mm). Anschließend wird, begrenzt durch eine zweite Schablone, die Vergoldung ausgeführt. Auf den fein verputzten Flächen wird so ein hoher Glanzgrad erzielt, der mit der übrigen, relativ rauen Putzfläche kontrastiert.“

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):

Das Wandbild „Insurgentes Sur“ spielt mit zwei Stadtpanoramen: Die Kontur von Mexiko-Stadt, einer der Partnerstädte Berlins, wird vor die wirkliche Skyline der deutschen Hauptstadt gesetzt, wodurch stellvertretend die Verbindung von Großstädten der Welt anhand von diesen beiden Metropolen auf unterschiedlichen Kontinenten hergestellt wird. […] Das Gold […] stellt einen eleganten Bezug zu den musealen Inhalten des Humboldt-Forums her. […] Das Werk überzeugt zudem mit seiner grafischen Einfachheit und das Skizzieren mit Gold verleiht ihm eine besondere Spannung und Leichtigkeit.

2. Preis - 1416 „Alles ist Wechselwirkung“

Silke Wagner, Frankfurt am Main

2. Preis "Alles ist Wechselwirkung"

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Die Broschüre zeigt den Entwurf von Silke Wagner für die Kunst am Bau der Dachterrasse des Humboldtforums. 2. Preis "Alles ist Wechselwirkung" Broschüre Entwurf von Silke Wagner für die Kunst am Bau der Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Silke Wagner, Frankfurt am Main

Die Illustration zeigt den Entwurf mehrerer Schriftzüge auf dem Dach des Humboldtforums, im Hintergrund den Fernsehturm. 2. Preis "Alles ist Wechselwirkung" Visualisierung des Entwurfes von Silke Wagner für die Kunst am Bau der Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Silke Wagner, Frankfurt am Main

Die Illustration zeigt den Entwurf von Schriftzügen. 2. Preis "Alles ist Wechselwirkung" Illustration des Entwurfes von Silke Wagner für die Kunst am Bau der Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Silke Wagner, Frankfurt am Main

Alles ist Wechselwirkung“, schrieb Humboldt 1803 in sein Reisetagebuch sowie „Alles hängt mit allem zusammen.“

Humboldts mit diesen Sätzen zusammengefasstes Verständnis für globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen sowie die enge Verknüpfung von Wissenschaft und Kunst bilden den Ausgangspunkt der Neonarbeit „Alles ist Wechselwirkung“ für die Wand des Maschinenhauses. Mittels Fragmentierung des Satzes „Alles ist Wechselwirkung“ und der Vervielfachung der Worte wird ein an Efeuranken erinnerndes Neonwandbild vorgeschlagen. „Die rot-weiße Farbverteilung bildet das Verhältnis des Artensterbens ab. Jede 8. Tier- und Pflanzenart (rotes Neon) ist laut […] Studien vom Aussterben bedroht.“
Ausführung: „Die Neonröhren werden auf ein aus Aluminium angefertigtes Fassadenelement in den Maßen der Wand montiert. Dieser Grundkörper schließt mit dem Gebäude ab und ist im Fassadenton lackiert. Die Kabel und Transformatoren sind darin verborgen. Die Steuerung wird in einem kleinen Kasten im Maschinenhaus untergebracht.“

„Die Neonarbeit wird jeden Tag ab Einbruch der Dunkelheit bis zum Ende der Öffnungszeiten leuchten – im Winter ab 16 Uhr / im Sommer ab 20 Uhr (gesteuert über eine Zeitschaltuhr). Zusätzlich zum Leuchten wird das Neon alle 15 Minuten mit Hilfe der Steuerung in einer festgelegten Choreografie für die Dauer von einer Minute animiert. Durch die starke Leuchtkraft des Neons wird die Arbeit auch im Hochsommer, bei Dämmerung, sehr gut sichtbar sein.“

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):

Der Projektentwurf „Alles ist Wechselwirkung“ basiert auf einem wichtigen Zitat von Humboldt, mit dem dieser seine wissenschaftliche und methodische Vorgehensweise beschrieben hat. Der Entwurf transformiert dieses Zitat in die Bildsprache der Neonröhre, einem Medium, das eigentlich in der Werbung und in Anzeigen im öffentlichen Raum verwendet wurde.

3. Preis - 1412 „GEGEBENES“

Veronike Hinsberg, Berlin

3. Preis 1412 "GEGEBENES"

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Die Broschüre stellt den Entwurf von Veronike Hinsberg für die Dachterrasse des Humboldtforums vor. Zu sehen ist ein Schriftzug über die volle Breite einer Wand. 3. Preis 1412 "GEGEBENES" Präsentation des Entwurfes von Veronike Hinsberg für die Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Veronike Hinsberg, Berlin

Die Visualisierung zeigt Schriftzüge auf der Wand auf der Dachterrasse des Humboldtforums, dahinter der Fernsehturm. 3. Preis "GEGEBENES" Visualisierung des Entwurfes von Veronike Hinsberg für die Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Veronike Hinsberg, Berlin

Die Visualisierung zeigt einen Schriftzug aus der Nähe. 3. Preis "GEGEBENES" Visualisierung des Entwurfes von Veronike Hinsberg für die Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Veronike Hinsberg, Berlin

Der Entwurf „GEGEBENES“ nimmt die historische Inschrift am Unterbau der Schlosskuppel zum Anlass einer Transformation der Aussage. In Rückgriff auf eine der Textquellen der Originalinschrift – dem Paulusbrief – wird ein farb- und formverwandtes, wandfüllendes Schrift-Relief vorgeschlagen. Dabei wird die Inschrift ergänzt um den (Text)-Hinweis „(ALS GEGEBENES UMZUSTELLEN)“ sowie um einen leicht veränderten Teilsatz aus dem Paulusbrief: „UND EIN JEDER SEHE NICHT (NUR) DAS SEINE, SONDERN AUCH WAS DEN ANDEREN DIENE.“

„In meinem Entwurf ‚GEGEBENES‘ nehme ich Text, Form und Ursprung der Inschrift als Material und Ausgangspunkt, um deren Gehalt zu transformieren und zu öffnen. Anfang und Ende des Satzes bleiben unangetastet, nebst der sie oben und unten begleitenden Linien. Der mittlere Teil des Textes wird zum Magazin, aus dem ich einzelne Buchstaben und Worte berge, um daraus anagrammartig zwei Satzteile zusammen zu fügen. Mit diesen Satzteilen wird der mittlere Teil des Ausgangs-Satzes aufgefüllt und ergänzt, wobei der Sinngehalt ein gänzlich anderer wird.
Der Ursprungstext mit seinen ‚übrig gebliebenen‘ und ‚entnommenen‘ Buchstaben bleibt im Hintergrund lesbar, wobei die ‚übrigen‘ Buchstaben durch Gold und Negativrelief, die fehlenden Buchstaben durch eine leichte Vertiefung der Lettern gekennzeichnet sind.“

„Schrifttype und Farbigkeit übernehmen das Erscheinungsbild der originären Tambourinschrift, die Schriftgröße wird leicht verkleinert.“
„Die räumliche Nähe von Tambour und Maschinenhauswand ermöglicht es, beide Inschriften auf einmal im Blick zu haben. Mich interessiert was zwischen diesen Inschriften […] zum Klingen gebracht wird.“

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):

Das Kunstwerk „Gegebenes“ setzt sich mit der historischen Inschrift des Kuppeltambours auseinander […]. Diese Inschrift, die auf dem umlaufenden Band nie vollständig zu erfassen ist, wird auf dem Tableau am Maschinenhaus in ihrer Gänze sichtbar und damit in ihrer Problematik erlebbar. […] Eine Irritation stellt sich durch das formale Aufbrechen des Textes ein. […] Das Kunstwerk setzt sich so aktiv mit der Geschichte des Ortes auseinander, einer der Kernaufgaben von Kunst am Bau.

Kunststandort Dachterrasse südwestliche Fläche (HUF 6)

2. Preis - 1421 „Kosmos“

Emeka Ogboh, Berlin

2. Preis 1421 "Kosmos"

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Die Broschüre zeigt Pläne des Humboldtforums und Musterentwürfe. 2. Preis 1421 "Kosmos" Präsentation des Entwurfes von Emeka Ogboh für die Dachterrasse des Humboldtforums. Quelle: Emeka Ogboh, Berlin

Als Leitgedanke stellt der Künstler in dem Beitrag Kosmos für die Grünfläche „Wilhelm von Humboldts Faszination für Sprache und ihre Fähigkeit, durch eine „in ihr ganzes wundervolles symbolisches Gewebe verflochtene Harmonie, einem Kunstwerk gleichzukommen“, voran.

Die Soundinstallation

Auf der extensiven Grünfläche wird eine Klanginstallation über 12 Lautsprecher arrangiert. Die Lautsprecherboxen auf Stahlrohr werden mit Vivitex-Material verkleidet, das mit traditionellen Akwétè-Stoffmustern bedruckt ist. Die verkleideten Boxen mit Stahlrohrfuß in unterschiedlicher Höhe stehen stellvertretend für einen Chor mit 12 Sängern*innen und haben skulpturalen Charakter.

Zum Musikarrangement

Ein von einem Igbo-Komponisten neu arrangierte Volkslied in Igbo-Sprache wird von zwölf Sänger*innen über einen jeweils eigenen Kanal aufgenommen und über jeweils einen Lautsprecher abgespielt. Dabei steuert ein Zufallsprogramm die einzelnen Lautsprecher, so dass eine oder mehrere Stimmen gleichzeitig zu hören sind. Auch eine „stille“ Frequenz ist integriert, um Pausen zwischen den Stücken zu schaffen. Diese Volksmusik präsentiert sich, in einem 14 Stunden-Loop angelegt, immer wieder neu.

Zum Inhalt des Stücks

„Nne, Nne, udu“ erzählt die Geschichte eines Mädchens, das zum Fluss geht, um Wasser zu holen. Auf dem Weg zum Fluss entdeckt es, dass ein Tontopf zerbrochen ist. Die Musik ist in der afrikanischen Kultur tief in mündlich erzählten Geschichten verwurzelt. Zu jedem Anlass gehört in Afrika oft auch eine bestimmte Musik: Der Entwurf arrangiert für die Dachterrasse ist ein sich endlos wiederholender afrikanische Rhythmus in einem Ruf- und Antwortgesang.

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):

Die Soundinstallation „Kosmos“ besteht aus zwei Ebenen: dem Neuarrangement eines Volksliedes für 12 Sängerinnen und Sänger einerseits sowie einer räumlichen Präsentationsform andererseits.
Gesungen in Igbo, der Sprache der gleichnamigen Ethnie, der in Nigeria etwa 35 Millionen Menschen angehören. […] Klangtextur, Rhythmus und Sprache verweisen zwar auf einen spezifischen Kulturkreis, ist jedoch gleichermaßen universell. […]
Die Präsenz jenes als Klangteppich angelegten Sounds auf dem Dach des Humboldtforums wird durch die Jury als künstlerisch spannende und symbolisch relevante Setzung gewertet. Das Werk repräsentiert einen Blick aus und auf kulturelle Formen und Gesellschaften außerhalb Europas. […]
Als nicht unproblematisch begreift die Jury die vorgeschlagene räumlich-installative Umsetzung. […] Daher bedarf die skulptural-gestalterische Ausformulierung zwingend einer Überarbeitung.“


Weitere Entwürfe der Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer:

Engere Wahl - 1422 - FAMED - S. M. Kretzschmar und J. Thomaneck", Leipzig


1410 - Andreas Schmid, Berlin
1411 - Norbert Radermacher, Berlin
1412 - Veronike Hinsberg, Berlin
1413 - Gunda Förster, Berlin
1414 - Trak Wendisch, Berlin
1415 - Mischa Kuball, Düsseldorf
1416 - Silke Wagner, Frankfurt am Main
1417 - Moritz Götze
1418 - Ayşe Erkmen, Berlin
1419 - David Zink Yi, Berlin
1421 - Emeka Ogboh, Berlin
1423 - Michael Lukas, München

Informationen zum Wettbewerb

Auslober, Koordination und Durchführung

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat A 2 Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau, Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau

Wettbewerbsaufgabe

Anlass und Ziel

Mit dem Humboldt Forum entsteht in der historischen Mitte Berlins ein einzigartiges Kulturhaus von nationaler und internationaler Bedeutung.
Das Haus wird die außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz präsentieren, in einer Dauerausstellung die Geschichte des Ortes erläutern, Forschung und Lehre der Humboldt-Universität mit der Öffentlichkeit zusammenbringen und Berlin mit seiner Verflechtung in die Welt erklären. Es wird sich mit vielen kulturellen Angeboten an die Berliner und alle Besucher der Hauptstadt wenden.
Dieses Haus soll wie alle Gebäude des Bundes mit Kunst am Bau verbunden werden. Kunst am Bau ist bei Bundesbaumaßnahmen Bestandteil der Bauaufgabe. Die Kunst soll sich dabei auf den Ort und die Funktion des Bauwerkes einlassen und es in seiner Ausstrahlung verstärken.

Das Humboldt Forum versteht sich als eine interkulturelle Plattform für globale Fragen, die Ausstellungen, Veranstaltungen, Vermittlung und Forschung miteinander in Verbindung bringt und die wechselvolle Geschichte des Ortes einbettet. Die Namensgeber des Forums, die Gebrüder Humboldt, stehen als Synonym für das Leitbild des Hauses. Einladend und offen soll es sein – ein Forum für Debatten, Neugier, neue Sichtweisen und für Möglichkeiten, vielfältige Kontakte zu knüpfen.
Mit den Interventionen zeitgenössischer Bildender Kunst wird der Ort um weitere Perspektiven und Bedeutungsschichten bereichert. Nachdem Kunstwerke bereits an verschiedenen Orten im Haus Einzug gehalten haben, bietet nun die Dachebene des Humboldt Forums zwei weitere Standorte für Arbeiten im Rahmen der Initiative „Kunst am Bau“.
Auf seiner Westseite ist das Dach über eine Terrasse umlaufend begehbar. Von hier aus genießen Besucherinnen und Besucher tagsüber, aber auch nach Einbruch der Dunkelheit einen imposanten Ausblick auf die Innenstadt und insbesondere auf die Straße Unter den Linden und das Welterbeensemble der Museumsinsel. Die Terrasse wird dominiert von der mächtigen Schlosskuppel mit Laterne und Kreuz sowie Dekorationselementen, die auf die ursprüngliche Funktion als Schlosskapelle verweisen.

Der Bauherr möchte auf der Aussichtsterrasse auf dem Dach insbesondere auf Phänomene und Prinzipien verweisen bzw. an diese anknüpfen, die mit den Namensgebern des Forums, den Gebrüdern Humboldt, verbunden werden können:

  • Interesse und Neugier an anderen Kulturen, Religionen und Sprachen,
  • Welterkenntnis und Weltverständnis,
  • internationale Kooperation und transdisziplinäre Vernetzung,
  • Verständnis für globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen,
  • Forschungsdrang und Vermittlungsarbeit.

Es wird an beiden Standorten (Dachfläche und Westwand Maschinenhaus) ein nachhaltiges Kunstwerk erwartet. Beide Standorte können jeweils für sich genommen besetzt oder aber auch in Beziehung gebracht werden.

Wettbewerbsaufgabe

Mit dem Humboldt Forum entsteht in der historischen Mitte Berlins ein einzigartiges Kulturhaus von nationaler und internationaler Bedeutung.

Mit seinen rekonstruierten Barockfassaden und der Wiederherstellung des umfangreichen Figurenschmucks des Berliner Schlosses ist das Humboldt Forum eine bemerkenswerte baukulturelle Leistung. Es hat das Stadtbild der historischen Mitte Berlins entscheidend verändert und geprägt. Das Gebäude hinter den barock anmutenden Fassaden ist jedoch ein hochmodernes kulturelles Zentrum, das die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin aus Süd- und Nordamerika, Asien, Afrika und Ozeanien aufnehmen wird. Sie treten in neue Beziehungen mit den historischen Wissenschaftssammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin und mit der Berlin Ausstellung der Stiftung Stadtmuseum Berlin/Kulturprojekte Berlin. Das Humboldt Forum versteht sich als eine interkulturelle Plattform für globale Fragen, die Ausstellungen, Veranstaltungen, Vermittlung und Forschung miteinander in Verbindung bringt und die wechselvolle Geschichte des Ortes einbettet. Die Namensgeber des Forums, die Gebrüder Humboldt, stehen als Synonym für das Leitbild des Hauses. Einladend und offen soll es sein – ein Forum für Debatten, Neugier, neue Sichtweisen und für Möglichkeiten, vielfältige Kontakte zu knüpfen.

Mit den Interventionen zeitgenössischer Bildender Kunst wird der Ort um weitere Perspektiven und Bedeutungsschichten bereichert. Nachdem Kunstwerke bereits an verschiedenen Orten im Haus Einzug gehalten haben, bietet nun die Dachebene des Humboldt Forums zwei weitere Standorte für Arbeiten im Rahmen der Initiative „Kunst am Bau“.

Auf seiner Westseite ist das Dach über eine Terrasse umlaufend begehbar. Von hier aus genießen Besucherinnen und Besucher tagsüber, aber auch nach Einbruch der Dunkelheit einen imposanten Ausblick auf die Innenstadt und insbesondere auf die Straße Unter den Linden und das Welterbeensemble der Museumsinsel. Während im nördlichen Teil ein Dachrestaurant mit Außenplätzen zum Verweilen einlädt, ist auf der südlichen Dachterrasse eine Grünfläche (Gründach) vorgesehen. Die Terrasse wird dominiert von der mächtigen Schlosskuppel mit Laterne und Kreuz sowie Dekorationselementen, die auf die ursprüngliche Funktion als Schlosskapelle verweisen.

Der Bauherr möchte auf der Aussichtsterrasse auf dem Dach insbesondere auf Phänomene und Prinzipien verweisen bzw. an diese anknüpfen, die mit den Namensgebern des Forums, den Gebrüdern Humboldt, verbunden werden können, wie:

  • Interesse und Neugier an anderen Kulturen, Religionen und Sprachen,
  • Welterkenntnis und Weltverständnis,
  • Internationale Kooperation und transdisziplinäre Vernetzung,
  • Verständnis für globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen,
  • Forschungsdrang und Vermittlungsarbeit.

Künstlerische Interventionen: Die gesamte Terrasse auf dem Dach hat eine ungefähre Fläche von 1700 m². Allerdings können sich wegen brandschutztechnischer Anforderungen nur 400 Personen gleichzeitig auf dieser Terrasse aufhalten. Das heißt, es wird sich eine großzügige Flächennutzung ergeben, die viel Freiraum lässt. Auf der südwestlichen Fläche möchte der Bauherr ein dreidimensionales Kunstwerk präsentieren. Gern kann das Kunstwerk auch kinetische Abläufe beinhalten bzw. Aktivitäten der Besucherinnen und Besucher ermöglichen – ohne eine Gefahrenquelle darzustellen. Wegen der hohen Windlasten und aus Sicht des städtebaulichen Denkmalschutzes sollte das Kunstwerk die Dachlinie nicht dominieren.

Es wird an beiden Standorten (Dachfläche und Westwand Maschinenhaus) ein nachhaltiges Kunstwerk erwartet. Beide Standorte können jeweils für sich genommen besetzt oder aber auch in Beziehung gebracht werden.

Wettbewerbsverfahren

Der Wettbewerb wurde als Einladungswettbewerb ausgelobt. 16 Künstlerinnen und Künstler wurden am 17.10.2019 von einem vom Preisgericht unabhängigen Auswahlgremium zur Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt.

Kontakt

  • Karin Mayer (Projektleiterin / Architektin)
    Referat A 2 - Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
    Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
    Straße des 17. Juni 112
    10623 Berlin

    Tel.: +49 30 18401-8107
    Fax: +49 30 18401-9209
    E-Mail: KaB-HUF5@BBR.Bund.de

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