Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Kunst-am-Bau-Wettbewerb Humboldt Forum im Berliner Schloss - Dachterrasse

Einladungswettbewerb

  • Status Abgeschlossen
  • Veröffentlichung 06.01.2020
  • Entscheidung 19.05.2020
  • Kunststandort(e) Dachfläche und Westwand Maschinenhaus auf der Dachterrasse

Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht unter dem Vorsitz der Berliner Künstlerin Christiane Dellbrügge tagte am 19. Mai 2020 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und hat für den Kunststandort Dachterrasse Wand einen ersten, einen zweiten und einen dritten Preis vergeben. Für den Kunststandort Dachterrasse Boden wurde ein zweiter Preis vergeben.

Preisträger

Kunststandort Wand

1. Preis - 1420 "Insurgentes Sur"

Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

1. Preis "Insurgentes Sur" 1. Preis "Insurgentes Sur" Quelle: Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

1. Preis "Insurgentes Sur" 1. Preis "Insurgentes Sur" Ausführungsdetail des Entwurfs "Insurgentes Sur" von Antje Schiffers und Thomas Sprenger Quelle: Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

Das Wandbild „Insurgentes Sur“ spielt mit zwei Stadtpanoramen: Die Kontur von Mexiko-Stadt, einer der Partnerstädte Berlins, wird vor die wirkliche Skyline der deutschen Hauptstadt gesetzt, wodurch stellvertretend die Verbindung von Großstädten der Welt anhand von diesen beiden Metropolen auf unterschiedlichen Kontinenten hergestellt wird. […] Das Gold […] stellt einen eleganten Bezug zu den musealen Inhalten des Humboldt-Forums her. […] Das Werk überzeugt zudem mit seiner grafischen Einfachheit und das Skizzieren mit Gold verleiht ihm eine besondere Spannung und Leichtigkeit.

2. Preis - 1416 "Alles ist Wechselwirkung"

Silke Wagner, Frankfurt am Main

2. Preis "Alles ist Wechselwirkung" 2. Preis "Alles ist Wechselwirkung" Visualisierung des Entwurfs "Alles ist Wechselwirkung" von Silke Wagner Quelle: Silke Wagner, Frankfurt am Main

2. Preis "Alles ist Wechselwirkung" 2. Preis "Alles ist Wechselwirkung" Ausführungsdetail des Entwurfs "Alles ist Wechselwirkung" von Silke Wagner Quelle: Silke Wagner, Frankfurt am Main

Der Projektentwurf „Alles ist Wechselwirkung“ basiert auf einem wichtigen Zitat von Humboldt, mit dem dieser seine wissenschaftliche und methodische Vorgehensweise beschrieben hat. Der Entwurf transformiert dieses Zitat in die Bildsprache der Neonröhre, einem Medium, das eigentlich in der Werbung und in Anzeigen im öffentlichen Raum verwendet wurde.

3. Preis - 1412 "GEGEBENES"

Veronike Hinsberg, Berlin

3. Preis "GEGEBENES" 3. Preis "GEGEBENES" Visualisierung des Entwurfs "GEGEBENES" von Veronike Hinsberg Quelle: Veronike Hinsberg, Berlin

3. Preis "GEGEBENES" 3. Preis "GEGEBENES" Ausführungsdetail des Entwurfs "GEGEBENES" von Veronike Hinsberg Quelle: Veronike Hinsberg, Berlin



Das Kunstwerk „Gegebenes“ setzt sich mit der historischen Inschrift des Kuppeltambours auseinander […]. Diese Inschrift, die auf dem umlaufenden Band nie vollständig zu erfassen ist, wird auf dem Tableau am Maschinenhaus in ihrer Gänze sichtbar und damit in ihrer Problematik erlebbar. […] Eine Irritation stellt sich durch das formale Aufbrechen des Textes ein. […] Das Kunstwerk setzt sich so aktiv mit der Geschichte des Ortes auseinander, einer der Kernaufgaben von Kunst am Bau.

Kunststandort Dachfläche / Boden

2. Preis - 1421 "Kosmos"

Emeka Ogboh, Berlin

2. Preis "Kosmos" 2. Preis "Kosmos" Visualisierung des Entwurfs "Kosmos" von Emeka Ogboh Quelle: Emeka Ogboh, Berlin

2. Preis "Kosmos" 2. Preis "Kosmos" Ausführungsdetail des Entwurfs "Kosmos" von Emeka Ogboh Quelle: Emeka Ogboh, Berlin

Die Soundinstallation „Kosmos“ besteht aus zwei Ebenen: dem Neuarrangement eines Volksliedes für 12 Sänger*innen einerseits sowie einer räumlichen Präsentationsform andererseits.

Gesungen in Igbo, der Sprache der gleichnamigen Ethnie, der in Nigeria etwa 35 Millionen Menschen angehören. […] Klangtextur, Rhythmus und Sprache verweisen zwar auf einen spezifischen Kulturkreis, ist jedoch gleichermaßen universell. […]
Die Präsenz jenes als Klangteppich angelegten Sounds auf dem Dach des Humboldtforums wird durch die Jury als künstlerisch spannende und symbolisch relevante Setzung gewertet. Das Werk repräsentiert einen Blick aus und auf kulturelle Formen und Gesellschaften außerhalb Europas. […]
Als nicht unproblematisch begreift die Jury die vorgeschlagene räumlich-installative Umsetzung. […] Daher bedarf die skulptural-gestalterische Ausformulierung zwingend einer Überarbeitung.



Informationen zum Wettbewerb

Auslober, Koordination und Durchführung

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat A 2 Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau, Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau

Wettbewerbsaufgabe

Anlass und Ziel

Mit dem Humboldt Forum entsteht in der historischen Mitte Berlins ein einzigartiges Kulturhaus von nationaler und internationaler Bedeutung.
Das Haus wird die außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz präsentieren, in einer Dauerausstellung die Geschichte des Ortes erläutern, Forschung und Lehre der Humboldt-Universität mit der Öffentlichkeit zusammenbringen und Berlin mit seiner Verflechtung in die Welt erklären. Es wird sich mit vielen kulturellen Angeboten an die Berliner und alle Besucher der Hauptstadt wenden.
Dieses Haus soll wie alle Gebäude des Bundes mit Kunst am Bau verbunden werden. Kunst am Bau ist bei Bundesbaumaßnahmen Bestandteil der Bauaufgabe. Bauaufgabe und künstlerische Idee sollen sich ergänzen. Kunst am Bau soll sich dabei auf den Ort und die Funktion des Bauwerkes einlassen und es in seiner Ausstrahlung verstärken.

Das Humboldt Forum versteht sich als eine interkulturelle Plattform für globale Fragen, die Ausstellungen, Veranstaltungen, Vermittlung und Forschung miteinander in Verbindung bringt und die wechselvolle Geschichte des Ortes einbettet. Die Namensgeber des Forums, die Gebrüder Humboldt, stehen als Synonym für das Leitbild des Hauses. Einladend und offen soll es sein – ein Forum für Debatten, Neugier, neue Sichtweisen und für Möglichkeiten, vielfältige Kontakte zu knüpfen.
Mit den Interventionen zeitgenössischer Bildender Kunst wird der Ort um weitere Perspektiven und Bedeutungsschichten bereichert. Nachdem Kunstwerke bereits an verschiedenen Orten im Haus Einzug gehalten haben, bietet nun die Dachebene des Humboldt Forums zwei weitere Standorte für Arbeiten im Rahmen der Initiative „Kunst am Bau“.
Auf seiner Westseite ist das Dach über eine Terrasse umlaufend begehbar. Von hier aus genießen Besucherinnen und Besucher tagsüber, aber auch nach Einbruch der Dunkelheit einen imposanten Ausblick auf die Innenstadt und insbesondere auf die Straße Unter den Linden und das Welterbeensemble der Museumsinsel. Die Terrasse wird dominiert von der mächtigen Schlosskuppel mit Laterne und Kreuz sowie Dekorationselementen, die auf die ursprüngliche Funktion als Schlosskapelle verweisen.

Der Bauherr möchte auf der Aussichtsterrasse auf dem Dach insbesondere auf Phänomene und Prinzipien verweisen bzw. an diese anknüpfen, die mit den Namensgebern des Forums, den Gebrüdern Humboldt, verbunden werden können:
- Interesse und Neugier an anderen Kulturen, Religionen und Sprachen,
- Welterkenntnis und Weltverständnis,
- Internationale Kooperation und transdisziplinäre Vernetzung,
- Verständnis für globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen,
- Forschungsdrang und Vermittlungsarbeit.

Es wird an beiden Standorten (Dachfläche und Westwand Maschinenhaus) ein nachhaltiges Kunstwerk erwartet. Beide Standorte können jeweils für sich genommen besetzt oder aber auch in Beziehung gebracht werden..

Wettbewerbsaufgabe

Mit dem Humboldt Forum entsteht in der historischen Mitte Berlins ein einzigartiges Kulturhaus von nationaler und internationaler Bedeutung.

Mit seinen rekonstruierten Barockfassaden und der Wiederherstellung des umfangreichen Figurenschmucks des Berliner Schlosses ist das Humboldt Forum eine bemerkenswerte baukulturelle Leistung. Es hat das Stadtbild der historischen Mitte Berlins entscheidend verändert und geprägt. Das Gebäude hinter den barock anmutenden Fassaden ist jedoch ein hochmodernes kulturelles Zentrum, das die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin aus Süd- und Nordamerika, Asien, Afrika und Ozeanien aufnehmen wird. Sie treten in neue Beziehungen mit den historischen Wissenschaftssammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin und mit der Berlin Ausstellung der Stiftung Stadtmuseum Berlin/Kulturprojekte Berlin. Das Humboldt Forum versteht sich als eine interkulturelle Plattform für globale Fragen, die Ausstellungen, Veranstaltungen, Vermittlung und Forschung miteinander in Verbindung bringt und die wechselvolle Geschichte des Ortes einbettet. Die Namensgeber des Forums, die Gebrüder Humboldt, stehen als Synonym für das Leitbild des Hauses. Einladend und offen soll es sein – ein Forum für Debatten, Neugier, neue Sichtweisen und für Möglichkeiten, vielfältige Kontakte zu knüpfen.

Mit den Interventionen zeitgenössischer Bildender Kunst wird der Ort um weitere Perspektiven und Bedeutungsschichten bereichert. Nachdem Kunstwerke bereits an verschiedenen Orten im Haus Einzug gehalten haben, bietet nun die Dachebene des Humboldt Forums zwei weitere Standorte für Arbeiten im Rahmen der Initiative „Kunst am Bau“.

Auf seiner Westseite ist das Dach über eine Terrasse umlaufend begehbar. Von hier aus genießen Besucherinnen und Besucher tagsüber, aber auch nach Einbruch der Dunkelheit einen imposanten Ausblick auf die Innenstadt und insbesondere auf die Straße Unter den Linden und das Welterbeensemble der Museumsinsel. Während im nördlichen Teil ein Dachrestaurant mit Außenplätzen zum Verweilen einlädt, ist auf der südlichen Dachterrasse eine Grünfläche (Gründach) vorgesehen. Die Terrasse wird dominiert von der mächtigen Schlosskuppel mit Laterne und Kreuz sowie Dekorationselementen, die auf die ursprüngliche Funktion als Schlosskapelle verweisen.

Der Bauherr möchte auf der Aussichtsterrasse auf dem Dach insbesondere auf Phänomene und Prinzipien verweisen bzw. an diese anknüpfen, die mit den Namensgebern des Forums, den Gebrüdern Humboldt, verbunden werden können, wie:

-          Interesse und Neugier an anderen Kulturen, Religionen und Sprachen,

-          Welterkenntnis und Weltverständnis,

-          Internationale Kooperation und transdisziplinäre Vernetzung,

-          Verständnis für globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen,

-          Forschungsdrang und Vermittlungsarbeit.

Künstlerische Interventionen: Die gesamte Terrasse auf dem Dach hat eine ungefähre Fläche von 1700 m². Allerdings können sich wegen brandschutztechnischer Anforderungen nur 400 Personen gleichzeitig auf dieser Terrasse aufhalten. D.h., es wird sich eine großzügige Flächennutzung ergeben, die viel Freiraum lässt. Auf der südwestlichen Fläche möchte der Bauherr ein dreidimensionales Kunstwerk präsentieren. Gern kann das Kunstwerk auch kinetische Abläufe beinhalten bzw. Aktivitäten der Besucherinnen und Besucher ermöglichen – ohne eine Gefahrenquelle darzustellen. Wegen der hohen Windlasten und aus Sicht des städtebaulichen Denkmalschutzes sollte das Kunstwerk die Dachlinie nicht dominieren.

Es wird an beiden Standorten (Dachfläche und Westwand Maschinenhaus) ein nachhaltiges Kunstwerk erwartet. Beide Standorte können jeweils für sich genommen besetzt oder aber auch in Beziehung gebracht werden.

Wettbewerbsverfahren

Der Wettbewerb wurde als Einladungswettbewerb ausgelobt. 16 Künstler*innen wurden am 17.10.2019 von einem vom Preisgericht unabhängigen Auswahlgremium zur Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt

Kontakt

  • Karin Mayer (Projektleiterin / Architektin)
    Referat A 2 - Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
    Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
    Straße des 17. Juni 112
    10623 Berlin

    Tel.: +49 30 18401-8107
    Fax: +49 30 18401-9209
    E-Mail: KaB-HUF5@BBR.Bund.de

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