Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Depots und Werkstätten für die Staatlichen Museen zu Berlin

Neubau am Standort Berlin-Friedrichshagen, 1. Bauabschnitt

Virtuelle Darstellung des Entwurfs für die neuen Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen zu Berlin in Berlin-Friedrichshagen Depots und Werkstätten für die Staatlichen Museen Berlin Der Entwurf des zukünftigen Depots in der Ost-Ansicht

Projektdaten

  • Nutzer Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Adresse Fürstenwalder Damm 388, 12587 Berlin, Deutschland
  • Architektur AV1 Architekten, Kaiserslautern
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 5
  • Gesamtkosten rund 97,3 Millionen Euro (1. Bauabschnitt)
  • Baubeginn 2019 (1. Bauabschnitt)
  • Fertigstellung 2024 (1. Bauabschnitt)
  • Bruttogrundfläche rund 22.300 Quadratmeter (1. Bauabschnitt)
  • Nutzfläche rund 13.500 Quadratmeter (1. Bauabschnitt)
  • Wettbewerb 2007 / 2008, offener, zweiphasiger Architekturwettbewerb

Projektbeschreibung

Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat IV 5 – begannen im Jahr 2011 im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) die Planungen für einen Neubau von Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen zu Berlin auf dem Grundstück am Fürstenwalder Damm 388 in Berlin-Friedrichshagen.

Mit dem kompakten Neubau wird das Ziel eines zentralen Standortes realisiert: Sämtliche Werkstätten und Depots der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) – Preußischer Kulturbesitz, welche zurzeit bei den einzelnen Museen angegliedert sind, werden in einem Gebäude im Berliner Ortsteil Friedrichshagen zusammengeführt.

Es entstehen drei eng vernetzte Struktureinheiten, welche durch die gemeinsame Benutzung eine Zentralisierung der Arbeits- und Lagerungsstätten ermöglichen. Den Depots und Werkstätten werden kleinere Büros zugeordnet.

Nachdem das Projekt 2013 von der SPK zunächst temporär gestoppt worden war, konnten im Herbst 2018 die Planungen wiederaufgenommen werden. Der Baubeginn erfolgte Anfang Juli 2019. Die bauliche Fertigstellung des 1. Bauabschnittes ist für Anfang 2024 geplant. Die Planung und die Realisierung des 2. Bauabschnittes sind zurzeit noch nicht konkret terminiert.

Projektverlauf

Bauliche Ausgangssituation

Das Grundstück befindet sich seit der Wende im Besitz Bundes, heute vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Es grenzt im Süden an den Müggelseedamm und im Norden an den Fürstenwalder Damm. Die nördliche Hälfte des Grundstückes wurde 2004 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zur Nutzung überlassen. Vor der Nutzungsaufnahme durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz lag die Liegenschaft brach.

Ursprünglich wurde das gesamte Grundstück vom Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung (ASMW) der DDR--Deutsche Demokratische Republik genutzt. Von den 1950er- bis zu den 1980er-Jahren sind für Zwecke des ASMW eine Vielzahl von Labor-, Versuchs-, Verwaltungs- und Lagergebäuden entstanden. 1990 ging die Nutzung an die Physikalisch-Technische Bundesanstalt über.

Nach 2004 erfolgte der Abbruch nahezu aller Bestandsgebäude auf der nördlichen Hälfte des Grundstückes, auf den sich die Nutzung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) beschränkt. Diese Gebäude waren für Nutzungszecke der SPK ungeeignet. Lediglich zwei der Bestandsgebäude werden bis heute noch temporär genutzt. Auch diese werden in zukünftigen Bauabschnitten nach und nach weichen müssen.

Der erste Neubau der SPK auf dem Gelände ist vom BBR für die Staatsbibliothek zu Berlin errichtet worden. Der Magazinneubau wurde 2016 an die Staatsbibliothek als Nutzerin übergeben.

Wettbewerb

2007 wurde ein zweiphasiger Architekturwettbewerb ausgelobt. Die erste Wettbewerbs-Phase sah die Entwicklung eines städtebaulichen Entwurfs für die Bebauung des Grundstücks mit Depots und Werkstätten vor. In der zweiten Phase wurde der architektonische Entwurf ausgearbeitet.

AV1 Architekten aus Karlsruhe gingen als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Der mit dem 1. Preis bedachte Entwurf zeichnete sich insbesondere durch eine klare und kompakte städtebauliche Figur aus. Auch die im Entwurf vorgesehene innere ringförmige Erschließung, die die unterschiedlichen Funktionen wirtschaftlich und effektiv miteinander verbindet, überzeugte das Preisgericht.

Konzept

Das architektonische Konzept des Wettbewerbssiegers sieht eine nach außen geschlossene, rechteckige Großform vor, die von schmalen, verglasten Atrien untergliedert wird. Ein komprimiertes, dreigeschossiges Gebäude mit Untergeschoss besetzt auf minimierter Überbauungsfläche das verfügbare Grundstücksareal. Die Struktur des Gesamtgebäudes entwickelt sich in Ost-West-Richtung und bildet den räumlichen Abschluss des von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz genutzten Areals nach Süden. Über einen Eingangshof gelangen Besucher in ein dreigeschossiges Foyer. Von dort führt eine Treppe zu den Schaudepots im 2. Obergeschoss und zu einem südlich gelegenen Ausstellungshof für wetterfeste Exponate.

Das Gesamtgebäude besteht aus sechs Baukörpern, die mithilfe einer inneren, ringförmigen, drei Meter breiten Erschließung (Magistrale) miteinander verbunden sind. Die Funktionen Büros und Werkstätten sind im nördlichen, südlichen und östlichen Bereich gelegen. Im Inneren befinden sich mehrere bis zu 1.000 Quadratmeter große Depots.

Das verglaste Foyer bietet Durchblick und bildet eine transparente Zäsur im Gebäude. Die Pausenbereiche im Außenraum sind dem angegliedert. Begrünte Innenhöfe strukturieren die Ansichten von Norden und Süden und sorgen für die Belichtung der Werkstätten und der Büros der Depot- und technischen Verwaltung.

Die Anlieferung von Sammlungsgut per LKW erfolgt in drei großen klimatisierten LKW-Schleusen von Norden, von denen eine mit einer sogenannten Entwesungsanlage – einer Anlage zur Dekontamination von kontaminiertem Sammlungsgut – ausgestattet wird.

Der erste Bauabschnitt umfasst zwei Baukörper mit jeweils einer LKW-Schleuse. Dort werden die Sammlungen der Neuen Nationalgalerie, der Alten Nationalgalerie, des Kunstgewerbemuseums, des Hamburger Bahnhofs, des Vorderasiatischen Museums, des Ägyptischen Museums mit der Papyrussammlung, die Antikensammlung sowie die Islamische Sammlung untergebracht. Mit zirka einem Drittel der Gesamtnutzfläche des Gebäudes bietet er Raum für 29 Depots in der Größe von 70 bis 1.000 Quadratmetern, die mit moderner und auf das Sammlungsgut abgestimmter Lager- und Klimatechnik ausgestattet werden.

Die Depots für Antike Inschriften der Antikensammlung und Großrepliken / Abguss-Sammlung des Vorderasiatischen Museums werden als Schaudepots eingerichtet. Das Sammlungsgut aus den neuen Depoträumen soll zukünftig – ohne innerstädtische Transportwege – vor Ort im selben Gebäude in den materialbezogenen Werkstätten restauriert und gepflegt werden.

Im Fotoatelier und in der Digitalisierungsstrecke wird das Sammlungsgut fotografisch und digital aufgenommen. Arbeitsstationen in den Depots ermöglichen die Arbeit und digitale Erfassung am Laptop direkt in den Depots. Depotverwalter und wissenschaftliche Mitarbeiter erhalten natürlich belichtete Büros für ihre Tätigkeit.

Im Untergeschoss wird ein digitales Langzeitarchiv für sämtliche Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingerichtet.

Vorbereitende Maßnahmen

Als vorbereitendende Maßnahmen wurden bereits von 2011 bis 2012 insgesamt 19 Bestandsgebäude abgerissen und die Abbruchmaterialien fachgerecht entsorgt. Ebenso erfolgte der Ausbau von unterirdisch gelegenen Versorgungsanlagen und -leitungen, welche für die weitere Nutzung der Liegenschaft nicht mehr erforderlich waren.

Bäume und Sträucher als ökologische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden gepflanzt. Zudem erhielt das Gelände neu gebaute Wege und auch der Bau einer neuen Zaunanlage wurde bereits umgesetzt.

Baubeginn und Spezialtiefbau

Anfang Juli 2019 wurde mit dem 1. Bauabschnitt begonnen, insbesondere mit den Erdarbeiten für die rund 5.000 Quadratmeter große Baugrube und den Spezialtiefbauarbeiten. Beim Spezialtiefbau werden insgesamt 351 Großbohrpfähle in den Boden gebohrt, um das Gebäude sicher zu gründen. Das Verfahren des Einbohrens mit vorauseilendem Rohr und anschließendem Ausbetonieren des Pfahls ist weitgehend erschütterungsarm.

Nächste Schritte: Ausbauarbeiten

Das Bild zeigt die virtuelle Darstellung der Nordansicht des Gebäudes, welches für die Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen Berlin errichtet werden. Depots und Werkstätten für die Staatlichen Museen Berlin Nord-Ansicht

Im Jahr 2021 soll der Rohbau erfolgen, für 2022 bis 2023 sind die Fassaden-, Dach- und Ausbauarbeiten, sowie die Arbeiten der Technischen Gebäudeausrüstung und Elektrotechnik geplant. Ab 2022 werden parallel die Arbeiten in den Außenanlagen umgesetzt. Diese umfassen Straßen- und Leitungsbau sowie weitere Pflanzarbeiten.

Weitere Informationen

Prämierte Entwürfe Dokumenttyp Artikel

Das Preisgericht tagte nach der zweiten Bearbeitungsphase am 27. Mai 2008 in Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Nicolas Fritz und beschloss folgende Preisverteilung (Textauszüge aus dem Juryprotokoll):

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