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Depots und Werkstätten für die Staatlichen Museen Berlin

Neubau am Standort Berlin-Friedrichshagen, 1. Bauabschnitt

Virtuelle Darstellung des Entwurfs für die neuen Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen zu Berlin in Berlin-Friedrichshagen Depots und Werkstätten für die Staatlichen Museen BerlinDer Entwurf des zukünftigen Depots in der Ost-Ansicht Quelle: AV 1 Architekten

Nutzer
Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
AdresseFürstenwalder Damm 388, 12587 Berlin
ArchitektAV1 Architekten, Kaiserslautern
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 5
Gesamtbaukosten*rund 68,7 Millionen Euro (1.Bauabschnitt)
Wettbewerboffener, zweiphasiger Architekturwettbewerb 2007 / 2008
Baubeginn2019 (1. Bauabschnitt)
Fertigstellung2022 (1. Bauabschnitt)
Bruttogrundflächerund 22.300 Quadratmeter (1.Bauabschnitt)
Nutzflächerund 13.500 Quadratmeter (1.Bauabschnitt)

*Stand der haushaltsrechtlich anerkannten Kosten einschließlich Honorare. Aufschläge für allgemeine Risiken und zwischenzeitliche Preissteigerungen (Indexierungen) sind nicht enthalten.

Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) begannen im Jahr 2011 im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) die Planungen für einen Neubau von Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen zu Berlin auf dem Grundstück am Fürstenwalder Damm 388 in Berlin – Friedrichshagen.

Mit dem kompakten Neubau wird das Ziel eines zentralen Standorts realisiert: Sämtliche Werkstätten und Depots der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) – Preußischer Kulturbesitz, welche zur Zeit bei den einzelnen Museen angegliedert sind, werden in einem Gebäude im Berliner Bezirk Friedrichshagen zusammen geführt.

Hier entstehen drei eng vernetzte Struktureinheiten, welche auch durch die gemeinsame Benutzung eine Zentralisierung der Arbeits- und Lagerungsstätten erschaffen. Den Depots und Werkstätten werden kleinere Büros zugeordnet.

Das architektonische Konzept des Wettbewerbssiegers sieht eine nach außen geschlossene, rechteckige Großform vor, die von schmalen, verglasten Atrien untergliedert wird. Entlang der Medientrasse bildet sich ein Eingangshof, der ein drei-geschossiges Foyer erschließt. Von dort führt eine einläufige Treppe zu den Schaudepots im 2. Obergeschoss und zu einem südlichen Ausstellungshof für wetterfeste Exponate.
Die großen Depot- und Werkstattflächen werden über einen inneren Ring erschlossen.

Modell des NeubausModell des Neubaus Quelle: AV 1 Architekten

Projektverlauf

Nachdem das Projekt 2013 von der SPK zunächst temporär gestoppt worden war, konnten im Herbst 2018 die Planungen wieder aufgenommen werden.
Der Baubeginn ist für Mitte 2019 vorgesehen.
Im Januar 2019 werden die ersten Ausschreibungen auf den Markt gehen. Die bauliche Fertigstellung ist für 2022 geplant.

Bauliche Ausgangssituation

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Das Grundstück befindet sich seit der Wende im Besitz Bundes, heute vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Es grenzt im Süden an den Müggelseedamm und im Norden an den Fürstenwalder Damm. Die nördliche Hälfte des Grundstücks ist seit 2004 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zur Nutzung überlassen worden. Vor der Nutzungsaufnahme durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz lag die gesamte Liegenschaft brach.
Ursprünglich wurde das gesamte Grundstück vom Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung (ASMW) der DDR genutzt. In den 50er bis 80er Jahren sind für Zwecke des AMSW eine Vielzahl von Labor-, Versuchs-, Verwaltungs- und Lagergebäuden entstanden. 1990 ging die Nutzung an die Physikalisch-Technische Bundesanstalt über.
Nach 2004 sind die Bestandsgebäude auf der nördlichen Hälfte des Grundstücks, auf den sich die Nutzung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beschränkt, nahezu vollständig abgebrochen worden. Diese Gebäude waren für Nutzungszecke der SPK ungeeignet. Lediglich zwei der Bestandsgebäude werden bis heute noch temporär von der SPK genutzt. Auch diese werden den zukünftigen Bauabschnitten nach und nach weichen müssen. Der erste Neubau der SPK ist vom BBR für die Staatsbibliothek zu Berlin errichtet worden. Dieser Magazinneubau ist 2016 von der Staatsbibliothek in Nutzung genommen worden.

Wettbewerb

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2007 wurde ein 2-phasiger Architekturwettbewerb ausgelobt. In der 1.Phase wurde ein städtebaulicher Entwurf für die Bebauung des Grundstücks mit Depots und Werkstätten entwickelt, in der 2. Phase wurde der architektonische Entwurf ausgearbeitet.
AV1 Architekten aus Karlsruhe gingen als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, insbesondere aufgrund der klaren und kompakten städtebaulichen Figur des Entwurfes sowie der inneren ringförmigen Erschließung, die die unterschiedlichen Funktionen wirtschaftlich und effektiv miteinander verbindet.

Konzept

Ein komprimiertes, dreigeschossiges Gebäude mit Untergeschoss besetzt auf minimierter Überbauungsfläche das verfügbare Grundstücksareal. Die Struktur des Gesamtgebäudes entwickelt sich in Ost-West-Richtung und bildet den räumlichen Abschluss des von der SPK genutzten Areals nach Süden.

Das Gesamtgebäude besteht im Endausbauzustand aus 6 Baukörpern, die mithilfe einer inneren, ringförmigen, 3 m breiten Erschließung (Magistrale) miteinander verbunden sind. Die Funktionen Büros und Werkstätten sind im nördlichen, südlichen und östlichen Bereich gelegen. Im Inneren befinden sich mehrere bis zu 1.000 m² große Depots. Das verglaste Foyer bietet Durchblick und bildet eine transparente Zäsur im Gebäude. Die Pausenbereiche im Außenraum sind dem angegliedert. Begrünte Innenhöfe strukturieren die Ansichten von Norden und Süden und sorgen für die Belichtung der Werkstätten und der Büros der Depot- und technischen Verwaltung.
Die Anlieferung von Sammlungsgut per LKW erfolgt in drei großen klimatisierten LKW-Schleusen von Norden, von denen eine mit der Entwesungsanlage zur Dekontamination von kontaminiertem Sammlungsgut ausgestattet wird.
Der erste Bauabschnitt umfasst 2 Baukörper mit jeweils einer LKW-Schleuse. Dort werden die Sammlungen der Neuen Nationalgalerie, der Alten Nationalgalerie, des Kunstgewerbemuseums, des Hamburger Bahnhofs, des Vorderasiatischen Museums (VAM), des Ägyptischen Museums mit der Papyrussammlung, die Antikensammlung (ANT) sowie die Islamische Sammlung untergebracht. Mit ca. ein Drittel der Gesamtnutzfläche des Gebäudes bietet er Raum für 29 Depots in der Größe von 70 – 1.000 m², die mit moderner und auf das Sammlungsgut abgestimmter Lagertechnik ausgestattet werden. Auch die Klimatechnik ist auf das jeweilige Sammlungsgut und Material abgestimmt.
Die Depots für Antike Inschriften der ANT und Großrepliken / Abguss-Sammlung des VAM werden als Schaudepots eingerichtet.
Das Sammlungsgut aus den neuen Depoträumen soll zukünftig - ohne innerstädtische Transportwege – vor Ort im selben Gebäude in den materialbezogenen Werkstätten restauriert und gepflegt werden.
Im Fotoatelier und in der Digitalisierungsstrecke wird das Sammlungsgut fotographisch und digital aufgenommen. Arbeitsstationen in den Depots ermöglichen die Arbeit und digitale Erfassung am Laptop direkt in den Depots. Depotverwalter und wissenschaftliche Mitarbeiter erhalten natürlich belichtete Büros für ihre Tätigkeit.
Im Untergeschoss wird ein Digitales Langzeitarchiv für sämtliche Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingerichtet.

Vorbereitende Maßnahmen

Im Zuge von Vorbereitenden Maßnahmen wurden bereits 2011-2012 insgesamt 19 Bestandsgebäude abgerissen und die Abbruchmaterialien fachgerecht entsorgt. Ebenso wurden im Erdreich befindliche und für die weitere Nutzung der Liegenschaft nicht mehr erforderliche Versorgungsanlagen und -leitungen ausgebaut und entsorgt.
Erste ökologische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, d.h. Baum- und Strauch-Pflanzungen und Wegebau, sowie der Bau einer neuen Zaunanlage wurden bereits umgesetzt.

Nächste Schritte: Baubeginn und Spezialtiefbau

Ab Mitte 2019 soll mit dem Bau des 1. Bauabschnitts begonnen werden, insbesondere mit den Erdarbeiten für die ca. 5.000m² große Baugrube und den Spezialtiefbauarbeiten. Beim Spezialtiefbau werden 370 Großbohrpfähle in den Boden gebohrt, um auf einer ca. 13 m tief liegenden Schicht aus Geschiebemergel und darunter befindlichen mitteldicht bis dicht gelagerten Sanden das Gebäude sicher zu gründen. Das Verfahren des Einbohrens ist erschütterungsarm.

Weitere Schritte

In 2020 sollen die Rohbauarbeiten folgen, für 2021-2022 sind die Fassaden-, Dacharbeiten und Ausbauarbeiten terminiert. Ab 2022 werden parallel die Arbeiten in den Außenanlagen umgesetzt.

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