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Laufender Bauunterhalt und umfangreiche Einzelmaßnahmen
Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo fördert herausragende Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Komposition mit einem der renommiertesten Kunststipendien Deutschlands. Jeweils für zehn Monate vergibt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien den Rompreis der Villa Massimo nach Juryentscheidungen an neun Persönlichkeiten oder Kollektive. Den Stipendiatinnen und Stipendiaten stehen großzügige Ateliers mit anliegender Wohnung zur Verfügung.
Seit dem Jahr 2000 fanden unter der Leitung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat III A 1 – auf der Liegenschaft der Villa Massimo mehrere Sanierungen und umfangreiche Bauunterhaltungsmaßnahmen statt.
2000 bis 2003: Umbau und Grundinstandsetzung
Während ursprünglich hauptsächlich bildende Künstler Aufnahme fanden, können seit einiger Zeit auch Schriftsteller und Komponisten ein Stipendium für den Aufenthalt in der Villa Massimo erhalten. Dies machte einen weitgehenden Umbau der ursprünglich für Maler und Bildhauer geschaffenen Atelierhäuser notwendig, um eine flexible Nutzung aller Studios als Wohn- und Arbeitsräume zu ermöglichen.
Zwischen 2000 und 2003 realisierte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die Grundinstandsetzung und Modernisierung der fast 100 Jahre alten Villa und der umliegenden Bauten. Die Gebäude konnten in einem Kostenrahmen von 5,2 Millionen Euro umfassend saniert und bedarfsgerecht neu strukturiert werden. Die Umbaumaßnahmen erfolgten während einer dreijährigen Schließung des Akademiebetriebes.
Alle Gebäude des Anwesens wurden in baulicher und technischer Hinsicht grundsaniert. Dies umfasste unter anderem:
Im Frühjahr 2003 wurde die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo wiedereröffnet und hat sich seitdem mit einem reichen Veranstaltungsprogramm erneut in der italienischen Kunst- und Kulturlandschaft etabliert.
2013 bis 2015: Sanierung der Stützmauer
Im Juli 2012 wurde das BBR mit der Sanierung der 126 Meter langen und stellenweise bis zu 7 Meter hohen Stützmauer Ost auf dem Gelände der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo beauftragt.
Die Mauer befestigt und stützt die Park- und Terrassenanlagen der Villa Massimo entlang der Viale 21 Aprile. Sie besteht aus Tuffstein, einer darauf aufbauenden Mauerwerkswand von zwei bis drei Metern Höhe sowie einer Balustrade als Absturzsicherung von etwa einem Meter Höhe.
Der Tuffstein war durch Umwelteinflüsse stark verwittert, die Substanzschädigungen gefährdeten die Sicherheit der Mauerwerkswand. Nach umfassenden Bestandsuntersuchungen, unter anderem durch Kernbohrungen, stellte ein Gutachter grundlegenden Sanierungsbedarf fest.
Verschiedene Varianten zur dauerhaften Sicherung der Stützmauer wurden untersucht. Um den Forderungen der Denkmalbehörde gerecht zu werden, entschied man sich für eine Vernagelung der Wand und eine Sicherung des Bestandsmauerwerkes durch Injektionen und sogenannte Fugenverpressungen. Zudem wurde eine Sicherung des Felsbereichs durch Spritzbeton vorgenommen.
| Architekt | Dante Pini – Architetto, Roma |
| Planung | GuD Consult GmbH, Berlin |
| Örtliche Bauüberwachung | Studio Beta srl Marco Barone, Rom |
| Ausführende Firma | F.LLi Sebastiani s.n.c, Rom |
| Kosten | rund 1,3 Millionen Euro |
2014 bis 2016: Restaurierung der Antiken
Im Park der Villa Massimo ist ein umfangreicher und vielfältiger Bestand von Antiken vorhanden, welche eine hohe kunstgeschichtliche Bedeutung haben. Die Objekte erfüllen die Kriterien eines schützenswerten Gartendenkmals.
Die Objekte wurden in den letzten 100 Jahren verschiedenen Reparaturen unterzogen. Im Jahr 2011 wurde aufgrund der fortschreitenden Schädigungen ein umfangreiches restauratorisches Gutachten erstellt. Dafür wurden 150 Objekte in Augenschein genommen. Dabei handelte es sich um kleine römische Architekturfragmente, Schrifttafeln, Köpfe, Kapitelle, Sarkophage, Büsten und Statuen. Bei den Materialien handelte es sich um Kalkstein, Marmor und Tuff. Außerdem umfasst die Sammlung der Antiken zahlreiche großformatige Tonvasen, die in der Regel auf Pfeilern oder Mauern aufgestellt sind. Auch diese waren Teil der Restaurierung.
Auf Grundlage des restauratorischen Gutachtens erfolgte in den Jahren 2014 bis 2016 eine umfangreiche Restauration durch ein Team von Fachleuten aus Deutschland. Teilweise wurden die Arbeiten in situ ausgeführt, teilweise in örtlichen Werkstätten. Fachlich überwacht wurden die Arbeiten von der ehemaligen Kölner Dombaumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner.
Eine der 150 Skulpturen in der prächtigen Parkanlage vor einem sanierten Brunnen der Villa Massimo
| Restauratorisches Gutachten | Restaurierung am Oberbaum GmbH |
| Restaurator | Olaf Pung |
| Überwachung | Prof. Dr. Barbara Schock-Werner |
| Kosten | rund 1 Million Euro |
2016: Umfangreiche Arbeiten im Bauunterhalt
Im Jahr 2016 führte das BBR umfangreiche Maßnahmen zum Bauunterhalt mit einem Kostenrahmen von rund 2,5 Millionen Euro durch.
Zu den Arbeiten zählten:
Bei der Umsetzung der Maßnahmen stellte das Arbeiten am denkmalgeschützten Bestand eine besondere Herausforderung dar. Die Instandsetzung und Erneuerung konnte in einer kurzen Bauzeit während einer 6-monatigen Schließung der Villa für die Stipendiatinnen und Stipendiaten umgesetzt werden.
| Architekt | Krekeler Generalplaner GmbH |
| Örtliche Bauüberwachung | Studio Beta srl Marco Barone, Rom |
| Ausführende Firma | F.LLi Sebastiani s.n.c, Rom |
| Kosten | rund 2,3 Millionen Euro |
Geschichte der Villa Massimo
1910 erwarb der preußische Unternehmer und Mäzen Eduard Arnhold (1849 – 1925) das 36.000 Quadratmeter große Gelände der ehemals landwirtschaftlich genutzten Vigna Massimo vor den Toren Roms.
Bis 1913 ließ Arnhold durch den Architekten Maximilian Zürcher ein weiträumiges, repräsentatives Hauptgebäude sowie zehn moderne Ateliers mit dazugehörigen Wohnungen erbauen. Der Garten wurde unter Einbeziehung der historischen Parkanlage als Landschaftsgarten gestaltet. Die Entwürfe für die Bauten stammen von dem Schweizer Maler und Architekten Maximilian Zürcher. Die Villa Massimo mit ihrer Gestaltung nach dem Vorbild des Römischen Barock gehört zu den wenigen verwirklichten Hauptwerken des Schweizers. Die ausgestattete Anlage schenkte Arnhold dem preußischen Staat als Akademie für Künstler – zusammen mit einem Stiftungskapital von 680.000 Reichsmark.
Das Areal umfasst neben dem Haupthaus und den in zwei Baukörpern organisierten Studios (1-3 und 4-10) noch das Villino (Wohnhaus der Direktorin), ein Ausstellungsgebäude und direkt am Haupteingang die Portineria (Wohnhaus des Hausmeisters).
Die Liegenschaft steht unter Denkmalschutz der höchsten Kategorie.
Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo
1913 übereignete des Berliner Unternehmer und Kunstsammler Eduard Arnhold die Villa Massimo dem preußischen Staat. Bereits im selben Jahr konnten die ersten ausgewählten Künstler die Wohn- und Arbeitsstätten der Villa Massimo beziehen. Die Auszeichnung mit dem Rompreis durch die Preußische Akademie der Künste und der damit verbundene Aufenthalt in der Villa Massimo war damals nur jungen, männlichen Künstlern vorbehalten.
Die Nutzung der Villa Massimo war zunächst nur von kurzer Dauer. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs musste die Akademie ihre Tore wieder schließen. Sie wurde 1915 konfisziert und im Laufe des Krieges zu einem Kriegsversehrtenheim und einer Prothesenmanufaktur umfunktioniert. Erst 1929 gelang das Loslösen der Villa aus der Zwangsverwaltung.
Während des Zweiten Weltkriegs stand die Villa Massimo unter nationalistischer Beobachtung; das Andenken an den jüdischen Stifter Arnhold wurde ausgelöscht, ab 1943 wurden die Räumlichkeiten zu einem Casino für die deutsche Luftwaffe umgebaut. Erst ab 1957 konnte die Villa Massimo ihre ursprüngliche Bestimmung als Kreativstätte für Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland wieder aufnehmen.
Heute fördert die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo herausragende Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Komposition mit einem der renommiertesten Kunststipendien Deutschlands.
Die von den deutschen Bundesländern ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten sind im Rahmen des Villa-Massimo-Stipendiums in großzügigen Ateliers mit angegliederten Wohnbereichen untergebracht. Während des zehnmonatigen Studienaufenthaltes können sie sich an einem traditionsreichen Ort inmitten der Natur ganz auf ihre Arbeit fokussieren.