Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Goethe-Institut Thessaloniki

Brandschutz- und Erdbebensanierung

Das Bild zeigt das Hauptgebäude des Goethe-Instituts in Thessaloniki, Griechenland. Hauptgebäude des Goethe-Instituts in Thessaloniki Hauptgebäude des Goethe-Instituts Thessaloniki Quelle: BBR / Babis Louizidis

Projektdaten

  • Nutzer Goethe-Institut Thessaloniki
  • Adresse Vas. Olgas 66, GR-540 14 Thessaloniki, Griechenland
  • Architektur Planee, Dr. Thomas Greve, Athen und Cubus, Dr. Antonis Kanellopoulos, Athen
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 1
  • Gesamtkosten rund 4 Millionen Euro
  • Baubeginn 2015
  • Fertigstellung 2015
  • Bruttogrundfläche rund 3.600 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 2.000 Quadratmeter

Projektbeschreibung

2015 wurden unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung alle drei Gebäude des Goethe-Instituts Thessaloniki – insbesondere unter den Gesichtspunkten von Erdbebensicherheit und Brandschutz – instandgesetzt. Die Arbeiten fanden bei laufendem Betrieb statt und konnten durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Projektleitung, Planungsteam, Nutzer und Generalunternehmer im geplanten Zeit- und Kostenrahmen abgeschlossen werden.

Das Goethe-Institut Thessaloniki ist seit 2001 in drei Gebäuden einer großzügigen Liegenschaft südlich des Stadtzentrums untergebracht. Ursprünglich befand sich hier die Deutsche Schule. Das Ensemble mit dem um 1930 entstandenen Hauptgebäude, einem denkmalgeschützten Haus und einem mehrfach erweiterten neueren Gebäude ist um den Hof und den Garten gruppiert.

Die Bauarbeiten begannen im März 2015 und konnten im November 2015 abgeschlossen werden. 2016 wurde zudem der Garten des Goethe-Instituts neu gestaltet.

Projektverlauf

Bauliche Ausgangssituation

Die wichtigsten Gründe für die 2015 erfolgte Sanierung waren die überfällige Erdbebenertüchtigung aller Gebäude sowie die notwendigen Maßnahmen zum Brandschutz, insbesondere im Hauptgebäude. Die Tragwerke aus Kalksandstein und Backstein waren stark erodiert und hatten unter wiederholten Erdbeben gelitten. Die Arbeitsgemeinschaft des Architekten Dr. Thomas Greve und des Tragwerksplaners Dr. Antonis Kanellopoulos übernahm die Planung und Umsetzung des Vorhabens.

Instandsetzung des denkmalgeschützten Gebäudes

Zunächst wurde das denkmalgeschützte Gebäude mit Café und Gästezimmer zur Erdbebenertüchtigung weitreichend entkernt und unter Wiedernutzung der Bestandsbauteile, von den Innentüren bis zur Holztreppe, wieder aufgebaut. Aufgrund von Vorgaben des Denkmalschutzes wurden einzelne Elemente wie das Dach und die Fenster in den vermeintlichen Ursprungszustand versetzt. Dafür wurde im Erdgeschoss die Ausweisung eines großen Seminarraums zugelassen. Die Erdbebenertüchtigung der Fassade erfolgte durch einen innenliegenden Spritzbetonmantel während die Decken als Stahlbetonverbundkonstruktionen ausgeführt wurden.

Arbeiten am Verwaltungs- und Bibliotheksgebäude

Um die inneren Eingriffe zu minimieren wurde das Verwaltungs- und Bibliotheksgebäude durch einen äußeren Spritzbetonmantel erdbebenertüchtigt. Seine statisch getrennten Gebäudeteile wurden durch vorgespannte Zugstangen verbunden. Das alte Teil wurde im Obergeschoss mit einer neuen Stahlbetonverbunddecke ausgesteift, die auf vier zusätzlichen innenliegenden Stahlstützen aufliegt. Die Rekonstruktion der Fassade wurde zusätzlich zur energetischen Ertüchtigung genutzt.

Sanierung des Hauptgebäudes

Im Hauptgebäude konzentrierte sich die Erdbebenertüchtigung ebenfalls auf den äußeren Spritzbetonmantel, hier als Verbundkonstruktion mit eingebetteten Stahlfachwerken. In Hinsicht auf die Standfestigkeit im Brandfall wird das Tragwerk im Inneren durch eine neue Stahlstruktur mit acht Stützen und Balken ergänzt. Weitreichende Maßnahmen dienen dem Brandschutz mit Schwerpunkt auf der Ertüchtigung der vorhandenen Rettungswege und der Erstellung neuer durch zusätzliche Außentreppen und Ausgänge. Auch in diesem Gebäude wurde die Fassadenerneuerung nicht nur zur energetischen Ertüchtigung genutzt sondern auch zur Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbilds. Die Grünfassade im Westen mit der Dachterrasse ist eine Referenz an die neue Küstenpromenade von Thessaloniki.

Im Erdgeschoss konnte ein einladender Empfangs- und Beratungsbereich geschaffen werden, dessen leuchtende Decke den Besucher in den Vielzweckbereich und den Veranstaltungssaal weiterführt.

Mit begrenzten Mitteln entstanden durch einzelne Architekturelemente wie Beleuchtung, Ausstellungssystem und Farbgebung neue Raumerlebnisse. In allen Gebäuden wurden die technischen Anlagen ergänzt oder erneuert. Das Hauptgebäude, die Bibliothek und das denkmalgeschützte Gebäude erhielten neue Klimaanlagen. Alle Unterrichtsräume wurden mit Kabelkanälen für EDV und Elektroanschlüsse ausgestattet. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes wurde die technische Ausrüstung des neuen Foyers, des Ausstellungs- und Mehrzweckbereichs und des Veranstaltungssaals ertüchtigt.

Abschluss der Sanierungsarbeiten

Im November 2015 konnte das Goethe-Institut Thessaloniki seine 60-Jahrfeier in sanierten Räumlichkeiten begehen, die nun baulich, technisch und gestalterisch für seine wachsende Rolle als international vernetzter Kulturpol der Stadt gerüstet sind.

Im Zuge eines Kunstprojektes und in Zusammenarbeit mit dem Planer wurde 2016 ergänzend zu den durchgeführten Instandsetzungsmaßnahmen ein Garten auf dem Gelände des Goethe-Instituts angelegt.

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