Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Goethe-Institut Seoul

Grundinstandsetzung

Das Bild zeigt das grundsanierte Goethe-Institut Seoul in Südkorea. Goethe-Institut Seoul Das Gebäude nach der 2013 abgeschlossenen Grundinstandsetzung Quelle: Generalplaner WAP GbR

Projektdaten

  • Nutzer Goethe-Institut Seoul
  • Adresse Sowol-ro, Yongsan-gu 132, 04328 Seoul, Korea
  • Architektur Generalplaner WAP GbR
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 3
  • Gesamtkosten rund 6 Millionen Euro
  • Baubeginn 2011
  • Fertigstellung 2012
  • Bruttogrundfläche rund 2.470 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 2.150 Quadratmeter
  • Wettbewerb 2008, VOF-Verfahren

Projektbeschreibung

Von 2011 bis 2012 wurde das Goethe-Institut Seoul unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) von Grund auf instandgesetzt.

Das 1977 nach Planungen der Bundesbaudirektion errichtete Gebäude wies nach langjähriger Nutzung erhebliche bauliche und anlagentechnische Mängel auf. Im Rahmen der Grundinstandsetzung wurde daher sowohl die Gebäudehülle als auch die komplette Haustechnik erneuert. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Fragen der Energieeffizienz und des Brandschutzes. Zudem wurde das Gebäude barrierefrei gestaltet.

Mit der Abnahme der Bauleistungen wurde der Gebäudekomplex am 19. November 2012 an den Nutzer übergeben. Im März 2013 nahm das Goethe-Institut Seoul den Betrieb im sanierten Gebäude wieder auf.

Projektverlauf

Ausgangssituation

Nachdem das Goethe-Institut zahlreiche bauliche Mängel am Institutsgebäude in Seoul gemeldet hatte, beauftragte das BBR 2006 einen Generalplaner mit der Durchführung einer Bestandsaufnahme der Ermittlung des genauen Sanierungsbedarfs. Dabei wurden wesentliche Mängel im Bereich der Haustechnik, des Hochbaus sowie des Brandschutzes festgestellt. Einige dieser Mängel wurden als Sofortmaßnahmen deklariert und vom Goethe-Institut noch 2007 beseitigt.

Im Oktober 2008 erteilte das Auswärtige Amt dem BBR den Planungsauftrag zur Generalsanierung der Liegenschaft auf Grundlage der vorgenannten Bestandsaufnahme. Hierzu wurden zunächst ein Brandschutzgutachten sowie die Entwicklung eines Energiekonzepts beauftragt, um den Sanierungsbedarf zu präzisieren.

Das Gutachten bestätigten eklatante Mängel im Brandschutz (sowohl nach deutschem als auch nach örtlichem Recht), in der Barrierefreiheit sowie in der Erfüllung des Wärmeschutzes.

Konzept für die Grundinstandsetzung

Über ein VOF-Verfahren wurde der Generalplaner WAP GbR (Walloschke Architekten mit PL2 Pluralis GmbH, später WAP GbR / Rebuilding GmbH) als Generalplaner mit der Generalsanierung des Goethe-Instituts Seoul beauftragt.

Der Entwurf der Generalsanierung sah vor, die gesamte bauliche und anlagentechnische Struktur der Liegenschaft zu erneuern. Dabei standen die energetische Sanierung nach aktuellem Stand der Technik, die brandschutztechnische Sanierung nach kombinierten Anforderungen aus lokalem und deutschem Baurecht sowie die Schaffung von Barrierefreiheit im Fokus.

Baumaßnahmen

Nach beschränkter Ausschreibung der Bauleistung in Korea wurde im Dezember 2011 der Bauvertrag mit dem koreanischen Generalunternehmer Hyundai Asan unterzeichnet. Unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung begannen die Vorbereitungen der Baumaßnahme und die Baustelleneinrichtung.

Gerade bei den brandschutztechnischen Gesichtspunkten der Sanierung galt es, deutsche und koreanische Sicherheitsanforderungen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Die besondere, durch die Hanglage bedingte Struktur des Gebäudekomplexes (sogenannte Split-Level-Unterteilung) machte die Schaffung der Barrierefreiheit zu einer besonderen Herausforderung. Mit der Installation von sinnvoll platzierten Aufzugsanlagen konnten aber alle Bereiche der Liegenschaft rollstuhlgerecht gestaltet werden. Durch die Umsetzung der Maßnahmen zur Barrierefreiheit wird das Gebäude nun auch dem in Südkorea sehr wichtigen Ansatz der Gleichstellung gehandicapter Nutzer gerecht.

Das Bild zeigt Koreanische Sicherheitshinweise auf der Baustelle des Goethe-Instituts Seoul. Goethe-Institut Seoul Koreanische Sicherheitshinweise auf der Baustelle Quelle: ipc Dr. Talkenberger GmbH

Als besondere Schwierigkeit dieser Baumaßnahme stellte sich eine ungeklärte Baugenehmigungslage heraus. Trotz der 1976 erteilten Baugenehmigung war das Gebäude nie in örtliche Register eingetragen worden. Aufgrund zwischenzeitlich grundlegend geänderter Vorgaben stand sogar ein Teilabbruch des Gebäudes zur Diskussion.

Mit großem Aufwand wurde mit den örtlichen Genehmigungsbehörden eine einvernehmliche Lösung gefunden. So konnte der Gebäudekomplex in seiner bisherigen Struktur erhalten und die Instandsetzung auf Grundlage des Planungsentwurfs durchgeführt werden.

Goethe-Institut Seoul

Bild / Video 1 von 4

Zu sehen das an einem Hang gelegene und über steile Treppen zu erreichende Gebäude des Goethe-Instituts Seoul in Südkorea. Goethe-Institut Seoul Die Treppen im Außenbereich machen die Hanglage der Liegenschaft deutlich. Quelle: WAP GbR

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