Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Goethe-Institut in Paris

Generalsanierung

Das Bild zeigt die Front des Goethe-Instituts in Paris. Goethe Institut Paris, Ansicht von der Avenue d’Iéna Goethe-Institut Paris, Ansicht von der Avenue d’Iéna Quelle: Jean-Marie Monthiers

Projektdaten

  • Nutzer Goethe-Institut Paris
  • Adresse Avenue d'Iéna 17, 75016 Paris, Frankreich
  • Architektur Richter und Piquard, Bergerac, Frankreich
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 1
  • Gesamtkosten rund 4,7 Millionen Euro
  • Baubeginn 2005
  • Fertigstellung 2007
  • Bruttogrundfläche rund 4.000 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 1.800 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Die Generalsanierung des Goethe-Instituts in Paris, einem sechziger-Jahre-Bau, übernahm das Architekturbüro Richter und Piquard im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Die weitläufigen Räume erstrahlen hell und licht und verleihen dem Goethe-Institut einen Ausdruck von Jugendlichkeit und Frische. Auch die neue äußere Hülle fügt sich jetzt harmonischer in den umgebenen Stadtraum ein, der von den vornehmen Gebäuden im Haussmann’schen Stil des 19. Jahrhunderts geprägt ist. Mit seinen rund 1.800 Quadratmetern Hauptnutzungsfläche ist das Institutsgebäude ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs zwischen Frankreich und Deutschland. Für die Besucher hergerichtet wurden auch die Bibliothek, Seminarräume sowie ein Veranstaltungs- und Kinosaal für 200 Gäste.

Das Gebäude wurde 1965 nach Plänen des Architekten Rainer Schell für das Goethe-Institut erbaut. Es besteht aus zwei Einzelgebäuden, die durch einen Tiefkeller miteinander verbunden sind und sich zwischen der Avenue d’léna und der Rue de Lübeck im 16. Arrondissement, im Herzen von Paris, nahe der Champs Elysées und des Arc de Triomphe, befinden. Nach 40-jähriger Nutzung als Sitz des deutschen Kulturinstituts und zahlreichen Um- und Einbauten war eine grundlegende Herrichtung und Neuordnung erforderlich geworden. Zugleich konnte das als mittlerweile zu sachlich empfundene äußere Erscheinungsbild neu gestaltet werden. "Die Prämisse unserer Arbeit war", so der Architekt Hans Philip Richter, "die Qualitäten des Gebäudes zu belassen, zu erforschen und durch bedachte Eingriffe zu unterstreichen".

Bereits 1996 erfolgte die Sanierung des Veranstaltungssaals im Untergeschoss, bevor dann 2005 die Sanierungsarbeiten des gesamten Gebäudes begannen. Dabei wurde eine räumliche Neuordnung durch den Abriss und Wiederaufbau von nicht tragenden Wänden geschaffen und alle Bodenbeläge, Wandbekleidungen und Deckenelemente erneuert. Das Dach wurde saniert und die brandschutztechnische Ausstattung aller Bauteile, zu denen auch der Einbau von zwei Fluchttreppen im Hof zählt, sowie alle technischen Anlagen wie Heizung, Lüftung, Kühlung, Sanitär- und Elektroinstallationen erneuert. In der ersten Bauphase mussten zunächst die Trennwände und Unterdecken entfernt, überaltete Fassadenbekleidungen, Geländer und Fenster demontiert, Beläge und die technischen Anlagen ausgebaut werden. Dessen ungeachtet konnten in den zwei Jahren Renovierungszeit die Sprachkurse, die Informationsarbeit sowie die kulturellen Veranstaltungen fortgesetzt werden.

Bei der Erneuerung der Straßenfassade inklusive der Balkonbrüstungen wurde auf die städtebauliche Einbindung zur Avenue d’léna und Rue de Lübeck unter Berücksichtigung der strengen Auflagen der örtlichen Denkmalschutzbehörde geachtet. Bei der Instandsetzung der Außenfenster und –türen wurden Sonnenschutzelemente eingebaut. Den ehemals flachen Fassadenflächen wurde durch die Rücksetzung der Fenster in ihren Leibungen Kontur verliehen. Angebrachte Klappläden betonen die senkrechte Ausrichtung und schaffen so Verbindung zu den Nachbargebäuden. Die Fassadenverkleidungen wurden mit örtlich gebräuchlichem Naturstein erneuert.

Besonders beeindruckend sind die Fassaden zum Innenhof. Hier wurden die einst ganzflächigen Brüstungen aus Aluminium durch vielfarbig getönte Scheiben der Geländer an Balkonen und Terrassen des Gebäudeteils der Avenue d’léna ersetzt. Durch dieselbe Farbverwendung als Hintergrund für die Klassenzimmer im gegenüberliegenden Gebäude Lübeck entsteht ein wechselseitiges Farbenspiel. Durch den Rückbau nicht tragender Wände und Deckenelemente sowie den großflächigen Einbau von Glas, besonders im Eingangsbereich, wirkt das Gebäude offen und freundlich.

Bei der Gestaltung der Innenräume, die einem einheitlichen Schema folgen, wurde ebenfalls auf Helligkeit und Transparenz geachtet. So gibt es nun großzügige Empfangszonen in den Obergeschossen. Einzelne Geschosse im Gebäude zur Avenue d’léna werden vollständig vom Tageslicht durchflutet. Die Ausstattung der Innenräume besticht durch zurückhaltende Sachlichkeit. Die Inneneinrichtung wurde durch die Firma Vitra gestaltet. Die Einrichtung des Foyers entwarf der Designer Arik Levy. Diese Gesamt-Komposition der Innen- und Außengestaltung entspricht dem Ziel des Goethe-Instituts Paris, einen offenen, zeitgemäßen und individuellen Zugang zu Deutschland zu ermöglichen. Die Kosten für die Inneneinrichtung wurden vom Goethe-Institut selbst getragen.

Die Neukonzeption der Bibliothek übernahm die Schweizer Firma USM, die in Frankreich bereits die Universitätsbibliothek in Reims und die Bibliothèque Jean Rieux in Toulouse mit ihren modularen Bibliotheksmöbeln ausgestattet hat.

"Hier wird Respekt gezeigt vor dem originären Entwurf, der als Grundschicht der Neugestaltung erscheinen soll", versichert der Planer Hans Philip Richter. Gleichzeitig entspricht diese architektonische Neukonzeption den veränderten Anforderungen an eine zeitgemäße kulturelle Nutzung.

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