Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Goethe-Institut und Deutscher Akademischer Austauschdienst in Kairo

Grundsanierung und Umbau von Bestandsgebäuden sowie ergänzende Neubauten im Stadtteil Dokki

Das Bild zeigt die rekonstruierte Villa und Neubauten für das Goethe-Institut und den Deutschen Akademischen Austauschdienst auf dem Palmenbewachsenen Grundstück  in Kairo. Goethe-Institut Kairo Rekonstruierte Villa (links) und Neubauten für Goethe-Institut und Deutschen Akademischen Austauschdienst Quelle: Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH

Projektdaten

  • Nutzer Goethe-Institut Kairo und Deutscher Akademischer Austauschdienst, Außenstelle Kairo
  • Adresse Sharia Hussein Wassef 13 und 17, 11518 Kairo, Ägypten
  • Architektur Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 4
  • Gesamtkosten rund 10,8 Millionen Euro
  • Wettbewerb 2006, begrenzt offener, anonymer, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb
  • Baubeginn 2012 (1. Bauabschnitt)
  • Fertigstellung 2016 (1. Bauabschnitt), 2019 (2. Bauabschnitt)
  • Bruttogrundfläche rund 3.850 Quadratmeter (1. Bauabschnitt), rund 2.400 Quadratmeter (2. Bauabschnitt)
  • Nutzfläche rund 2.050 Quadratmeter (1. Bauabschnitt), rund 1.050 Quadratmeter (2. Bauabschnitt)

Projektbeschreibung

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung leitet die 2012 begonnenen Sanierungs-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen auf zwei Grundstücken im Kairoer Stadtteil Dokki. Ziel der Baumaßnahmen ist es, die bislang über mehrere Standorte verteilten Einrichtungen des Goethe-Instituts (GI) Kairo und die Außenstelle Kairo des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an einem gemeinsamen Standort zu konzentrieren. Als Regionalzentrum ist das 1963 gegründete GI Kairo für ganz Nordafrika und Nahost zuständig. Etwa 70 Mitarbeiter koordinieren von hier aus das Kulturprogramm von 13 Instituten. Die Außenstelle Kairo des DAAD existiert seit 1960.

Die Um- und Neubaumaßnahmen erfolgten in zwei Bauabschnitten. Auf dem Grundstück Sharia Hussein Wassef 17 wurde im ersten Bauabschnitt zwischen 2012 und 2016 die dortige Bestands-Villa rekonstruiert und durch Neubauten ergänzt. Hier befinden sich nun alle Angebote des Goethe-Instituts mit Publikumsverkehr, darunter die Bibliothek und ein Veranstaltungssaal. Auf dem Grundstück des ehemaligen Konsulats der Deutsche Demokratische Republik (DDR) in der Sharia Hussein Wassef 13 haben die Verwaltungen des Goethe-Instituts Kairo und der Außenstelle Kairo des DAAD ihren Sitz, wofür eine weitere dort vorhandene Altbau-Villa im zweiten Bauabschnitt saniert und, wo notwendig, umgebaut wurde.

Projektverlauf

Bauliche Ausgangssituation

Die Grundstücke 13 und 17 in der Sharia Hussein Wassef befinden sich im Stadtteil Dokki auf der westlichen Nilseite Kairos. Das Quartier entstand zwischen 1930 und 1940 als Villenviertel und gehört, trotz der mittlerweile extrem verdichteten Bebauung, noch heute zu den bevorzugten Gegenden der Stadt. In der Nähe befinden sich unter anderem die Deutsche Schule, die Universität, einige Botschaften und der Botanische Garten. Zwischen den beiden Grundstücken befindet sich eine Liegenschaft, die ebenfalls mit einer alten Villa bebaut ist (Haus Nummer 15), jedoch nicht zum Bundeseigentum gehört. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen drei- bis viergeschossige Altbau-Villen, aber auch jüngere Hochhäuser mit bis zu 18 Geschossen, in denen sich Apartments, Büros und Hotels befinden.

Konzept für Sanierung, Um- und Neubau

In einem 2006 ausgelobten Realisierungswettbewerb konnten sich Worschech Architekten aus Erfurt mit einem Entwurf durchsetzen, der vor allem durch einen respektvollen Umgang mit dem Altbaubestand sowie mit dem mit hohen Palmen bewachsenen Garten des Grundstücks Nummer 17 überzeugte.

In seiner Beurteilung lobte das Preisgericht das im Entwurf vorgesehene Zusammenspiel von Baukörpern und Freiräumen, die das Bild einer eigenen kleinen Stadt entstehen lassen.

Erster Bauabschnitt: Sharia Hussein Wassef 17

Das bundeseigene Grundstück Nummer 17 ist zirka 2.580 Quadratmeter groß. Hier standen vor Beginn der Um- und Neubauarbeiten eine zweigeschossige Villa aus dem Jahr 1930 sowie Nebengebäude mit zusammen zirka 630 Quadratmetern Nutzfläche. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands wurde die ehemalige DDR-Liegenschaft zuletzt nicht mehr genutzt.

Im Zuge des ersten Bauabschnitts wurde die Stadtvilla rekonstruiert. Hier befindet sich nun unter anderem die Cafeteria des Goethe-Instituts. Das angrenzende Nebengebäude wurde abgebrochen und es entstand ein gestufter Neubau für die Unterrichtsräume des Goethe-Instituts.

Das ebenfalls neu errichtete Haupt- und Eingangsgebäude bietet neben dem Veranstaltungssaal und der Bibliothek auch Raum für Ausstellungsflächen und ein Begegnungszentrum.

Zweiter Bauabschnitt: Sharia Hussein Wassef 13

Das bundeseigene Eckgrundstück Nummer 13 (ehemaliges DDR-Konsulat) ist rund 1.500 Quadratmeter groß. Dort sind eine dreigeschossige Stadtvilla aus dem Jahr 1940 sowie mehrere Nebengebäude vorhanden. Bisher befand sich in der Villa die Sprachenabteilung des Goethe-Instituts. Nach den Sanierungsarbeiten werden die Räume als Verwaltungsbereich für Goethe-Institut und DAAD dienen.

Abschluss der Bauarbeiten und Beginn der Nutzung

Mit Beendigung der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen auf dem Grundstück Sharia Hussein Wassef 13 wurde im Frühjahr 2019 auch der zweite Bauabschnitt des Projekts für das Goethe-Institut und den Deutschen Akademischen Austauschdienst in Kairo abgeschlossen.

Goethe-Institut Kairo

Bild / Video 1 von 10

Die Außenfassade des neuen Haupt- und Eingangsgebäudes des Goethe-Instituts in Kairo bei Nacht Goethe-Institut Kairo Nächtliche Beleuchtung des neuen Haupt- und Eingangsgebäudes in der Sharia Hussein Wassef 17 Quelle: Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH

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