Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Goethe-Institut Alexandria

Sanierung und Umbau

Das Bild zeigt die Ostfassade des Goethe-Instituts in Alexandria, Ägypten. Ostfassade des Goethe-Instituts in Alexandria, Ägypten Ostfassade Rue de Ptolemees Quelle: BBR

Projektdaten

  • Nutzer Goethe-Institut Alexandria
  • Adresse El Batalsa 10, Qesm Bab Sharqi Alexandria Governorate, Ägypten
  • Architektur Krekeler-Ruiken-Vetter, Berlin/Brandenburg mit Klöckner-Metternich-Gisella (Gebäudetechnische Anlagen)
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Referat III S 3
  • Gesamtkosten rund 750.000 Euro
  • Baubeginn 2000
  • Fertigstellung 2001
  • Bruttogrundfläche rund 1.200 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 870 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Von 2000 bis 2001 wurde unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung das Institutsgebäude des Goethe-Instituts Alexandria saniert und umgebaut.

Das Institutsgebäude liegt verkehrsgünstig im Zentrum von Alexandria in einer hafennahen ehemaligen Villengegend. Die umgebende Wohnbebauung besteht vorwiegend aus freistehenden Häusern verschiedenen Alters und unterschiedlicher Geschosszahl. Das freistehende Gebäude wurde vermutlich 1926 errichtet und besteht aus einem Souterraingeschoss und drei Vollgeschossen. Das zweite Obergeschoss ist teilweise zurückgesetzt, die Dachterrasse von einer Balustrade umgeben. Die ehemalige Villa weist ein in sich geschlossenes Erscheinungsbild auf und ist von der Außengestaltung her als ein typisches Beispiel des Historismus zu betrachten. Die Sichtmauerwerksflächen werden durch großflächige Quaderungen an den Gebäudeecken, von den Fensterumrahmungen sowie der Sockelzone unterbrochen. In den Innenräumen dominieren klassische Motive.

Um dem denkmalpflegerischen Ansatz der Gebäudesubstanz Rechnung zu tragen und diesen zu erhalten, wurde die Einweisung der örtlichen Handwerker in die Handwerkstechniken durch einen deutschen Restaurator (Enrico Peintner) vorgesehen.

Das Sanierungskonzept beinhaltete:

  • den Erhalt und die Sicherung des baulichen Bestandes nur in unabdingbar notwendigem Umfang und
  • die Gewährleistung eines sicheren Betriebes; das heißt bauliche Maßnahmen zur Erfüllung der bauordnungsrechtlichen Vorschriften insbesondere hinsichtlich des Brandschutzes und der Fluchtwegsituation sowie die Maßnahmen zur Herstellung sicherer Elektroinstallationen.

Oberste Priorität bei der Bearbeitung der Bauaufgabe war der Beibehalt der repräsentativen Raumfluchten der öffentlichen Bereiche und Wahrung des Charakters des Gebäudes. Auch bei der Umsetzung des Flucht- und Rettungswegekonzeptes konnte dies erreicht werden. Als zweiter Rettungsweg für das 1. und 2. Obergeschoss wurde eine Stahlaußentreppe errichtet. Die mit Klinkern, Stuck- und Schmuckelementen reich gegliederte Außenfassade war sowohl durch die salzhaltige Luft, aber noch mehr durch den unsachgemäßen Einbau von Außenwand-Klimageräten sowie durch defekte Sanitärleitungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Es gelang, einen Hersteller für die Ergänzung der Ziegelverkleidung der Fassade zu finden und die vorgefundenen Schäden zu beseitigen. Die das Haus prägenden Außenfenster- teilweise mit Bleiverglasung - und Klappläden konnten aufgearbeitet und repariert werden. Die zerstörten Stuckelemente wurden vollständig repariert und die Balustrade nach Abformung der Originalbauteile neu hergestellt. Bei der Auswahl von neu einzubauenden Materialien wurde auf die bereits im Gebäude vorhandenen Materialien zurückgegriffen.

Möglich waren die umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen mit dem zur Verfügung stehenden Budget nicht zuletzt durch das Engagement des ständig vor Ort befindlichen Bauleiters und seines Teams. Laufend mussten Qualitätskontrollen, insbesondere der angelieferten Baustoffe stattfinden. Die Bauausführung erforderte eine über deutsche Verhältnisse hinausgehende deutlich höhere Kontrolle. Es war unumgänglich, dass zahlreiche Ausführungen doppelt herzustellen waren. Die haustechnischen Anlagen waren komplett zu erneuern und mit modernster Datentechnik, die aus Deutschland importiert wurde, zu ergänzen. Eine Herausforderung war die komplette Verlegung von Leerrohren für die EDV-Vernetzung vorbei an den Holzvertäfelungen und dem überaus reichen Wand- und Deckenstuck im gesamten Gebäude. Die Klimatisierung erfolgte mit örtlich beschafften Split-Einzelgeräten. Das Farbkonzept wurde auf der Grundlage der von den Restauratoren festgestellten ursprünglichen Farbigkeit erstellt.

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