Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Deutsche Akademie Rom, Villa Massimo

Instandsetzung und weitere Baumaßnahmen

Das Bild zeigt die Deutsche Akademie Villa Massimo in Rom, Italien. Deutsche Akademie Villa Massimo Die Außenfassade der Villa Quelle: BBR

Projektdaten

  • Nutzer Deutsche Akademie Rom
  • Adresse Largo di Villa Massimo 1-2, 00161 Roma, Italien
  • Architektur Hahn Helten Generalplaner
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Referat III A 1
  • Gesamtkosten rund 5,2 Millionen Euro
  • Baubeginn 2015
  • Fertigstellung 2016
  • Bruttogrundfläche rund 6.600 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut die laufenden Baumaßnahmen an den Gebäuden der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. Dazu zählt auch die Grundinstandsetzung, welche in den Jahren 2000 bis 2003 realisiert wurde. Im Jahr 2016 erhielt die Deutsche Akademie Villa Massimo dank umfangreicher Baumaßnahmen zahlreiche Erneuerungen sowohl im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung als auch in der Schaffung neuer Büroräume.

Trotz des Titels "Akademie" wird in der Villa Massimo weder gelehrt noch ausgebildet. Die Villa führt eine seit Jahrhunderten bestehende europäische Tradition weiter: Mit der Vergabe eines "Rompreises" wird ein entscheidender Beitrag zur die Qualität der nationalen Kunst geleistet. Neben Deutschland unterhalten auch andere Länder ähnliche Akademien in Rom. Während der Bund die Finanzierung der Gebäude und des Personals übernimmt, ist es Aufgabe der Länder, die Künstlerinnen und Künstler aus den Kunstsparten Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musik (Komposition) auszuwählen und sie mit einem Stipendium auszustatten. Die Akademie fördert hochbegabte Künstlerinnen und Künstler, die seit mindestens 5 Jahren den ersten Wohnsitz und ihren Schaffensmittelpunkt in der Bundesrepublik Deutschland haben, durch Studienaufenthalte im Ausland.

Weitere Informationen zur Villa Massimo

Geschichte der Akademie

Die Akademie - die ursprünglich keine staatliche Einrichtung war - geht auf die Initiative eines jüdischen Mäzens zurück. Der im Laufe seines Lebens zu erheblichem Wohlstand gekommene Berliner Unternehmer und Kunstsammler Eduard Arnhold stiftete 1910 diese Einrichtung dem Staat, um den von der Preußischen Akademie der Künste ausgezeichneten bildenden Künstlern eine Wohn- und Arbeitsstätte zu geben. Mit den Mitteln Arnholds entstanden auf einem ehemals dem Fürsten Massimo gehörenden Grundstück ein Haupthaus, zehn Künstlerateliers und Nebengebäude. Die Bauten gehen auf die Entwürfe des aus der Schweiz stammenden Max Zürcher zurück. Die Villa Massimo mit ihrer Gestaltung nach dem Vorbild des Römischen Barock gehört zu den wenigen verwirklichten Hauptwerken des Architekten.

Die Nutzung der Villa Massimo war jedoch zunächst nur von kurzer Dauer. Nachdem die ersten Rompreisträger 1913 ihre Ateliers bezogen hatten, fiel die Villa schon wenig später im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg unter die Konfiszierung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die erst Ende der 20er Jahre zurückgegebene Anlage erneut beschlagnahmt. Sie konnte ab 1957 wieder von Künstlern aus der Bundesrepublik genutzt werden.

Grundinstandsetzung

Während zuvor hauptsächlich bildende Künstler Aufnahme fanden, wurden jetzt auch Schriftsteller und Komponisten mit einem Stipendium ausgestattet. Dies machte u. a. einen weitgehenden Umbau der ursprünglich für Maler und Bildhauer geschaffenen Atelierhäuser unter Leitung des Bundesamtes notwendig, da nun eine flexible Nutzung aller Studios als Wohn- und Arbeitsraum nötig wurde. Die Gebäude konnten in einem Kostenrahmen von 5,2 Millionen Euro entsprechend den gewandelten Bedürfnissen umfassend saniert und neu strukturiert werden. Die Umbaumaßnahmen erfolgten während einer dreijährigen Schließung des Akademiebetriebes. Im Frühjahr 2003 wurde dann die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo wiedereröffnet und hat sich seitdem mit einem reichen Veranstaltungsprogramm erneut in der italienisch-römischen Kunst- und Kulturlandschaft etabliert.

Bauunterhalt sowie energetische Sanierung

Im Jahr 2016 wurden umfangreiche Maßnahmen zum Bauunterhalt mit einem Kostenrahmen von rund 2,5 Millionen Euro durchgeführt. Ein besonderes Anliegen bestand in der Umsetzung energetischer Sanierungsmaßnahmen. Diese gewährleisten eine Optimierung der Verbrauche und die Umstellung auf regenerative Energiequellen. Dies trägt zu einem erhöhten Komfort bei der täglichen Nutzung der Villa bei.

Folgende Maßnahmen wurden umgesetzt:

• Abdichtung des Kellers unter dem Hauptgebäude
• Umorganisation des Erdgeschosses im Haupthaus zur Schaffung neuer Büroräume
• Neukonzeption der WC-Anlagen im Keller des Haupthauses
• Schadstoffsanierung Dachgeschoss Haupthaus
• Akustische Dämmung der Atelierräume
• Bauunterhaltmaßnahmen am Villino ("kleine Villa")
• Erneuerung von Heizungs- und Kälteleitungen in allen Gebäuden
• Erneuerung aller Entwässerungsleitungen auf dem Grundstück
• Erneuerung des Datennetzes
• Maßnahmen zum baulichen Brandschutz

Innerhalb der Maßnahmen-Realisierung stellte das Arbeiten am denkmalgeschützten Bestand eine besondere Herausforderung dar, denn bei der energetischen Modernisierung von Baudenkmalen sind standardisierte Vorgehensweisen kaum anwendbar.

Deutsche Akademie Rom Villa Massimo

Bild / Video 1 von 3

Das Bild zeigt das Hauptgebäude der Deutschen Akademie Villa Massimo von Südwest. Deutsche Akademie Rom Villa Massimo Hauptgebäude von Südwest im Jahr 1998 Quelle: BBR

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