Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Deutsches Archäologisches Institut – Rom

Grundsanierung

Foto: breite im inneren eines Gebäudes mit Wänden und Fußböden aus dunklem Marmor DAI Rom Wendeltreppe Die halbgewendelte Treppe führt vom Foyer in den ersten Stock.

Projektdaten

  • Nutzer Deutsches Archäologisches Institut Rom
  • Adresse Via Sardegna 79/81, 00187 Rom, Italien
  • Architektur Insula / Wenzel + Wenzel
  • Projektsteuerung Bureau Veritas Construction Services GmbH
  • Wettbewerb 2012/13 – VOF-Verfahren
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 1
  • Gesamtkosten rund 29,9 Millionen Euro
  • Baubeginn 2020
  • Fertigstellung 2023 (Übergabe an den Nutzer: 5. Juni 2023)
  • Brutto-Grundfläche rund 8.300 Quadratmeter
  • Nutzungsfläche rund 6.000 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) wurde das Stammgebäude der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Institutes (DAI) von Grund auf instandgesetzt. Das 1964 errichtete Haus in der Via Sardegna im Herzen der Stadt wurde auch in Hinblick auf Brandschutz und Erdbebensicherheit saniert. Maßnahmenträger ist das Auswärtige Amt.

Die heutige Abteilung Rom des DAI geht auf die Gründung des „Istituto di corrispondenza archeologica“ im Jahre 1829 zurück. Damit ist ihre Geschichte eng mit jener des gesamten Institutes verknüpft, das ursprünglich als europäische Forschungseinrichtung ins Leben gerufen worden war und sich erst allmählich zu einem staatlichen deutschen Institut entwickelte. Heute ist das DAI eine Bundesanstalt mit Hauptsitz in Berlin und zahlreichen weiteren Standorten im In- und Ausland. Die Abteilung Rom ist die älteste der sieben Abteilungen. Bis heute besteht ihr Arbeitsschwerpunkt in der Erforschung des kulturellen Erbes Europas mit besonderem Fokus auf Italien und den angrenzenden Kulturräumen. Für die Dauer der Bauarbeiten, die Mitte 2023 abgeschlossen wurden, waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Fotothek, Bibliothek und die Archive des Institutes in einer Zwischenunterkunft in der Via Sicilia nahebei untergebracht.

Die Grundinstandsetzung des Institutsgebäudes begann am 2. März 2020 und wurde von einem Generalunternehmer durchgeführt. Das Projekt umfasste nicht nur die Sanierung der eigentlichen Institutsräume, sondern unter anderem auch den Bau neuer Arbeitsräume und eines Aufenthaltsbereiches auf dem Dach. Neben verschiedenen Büros und Nebenräumen für die Verwaltung sind auch eine Wohnung für den Hausmeister und sechs Unterkünfte für Kollegiaten entstanden. Es handelt sich damit insgesamt um ein sehr heterogenes Projekt mit hohen und sehr unterschiedlichen Anforderungen.

Projektverlauf

Schadstoffsanierung und Rückbaumaßnahmen

Vor Beginn des eigentlichen Bauprojektes fand eine umfassende Schadstoffsanierung statt. Im Anschluss daran begann der zweite Abschnitt der Arbeiten. Dieser umfasste in erster Linie den Rückbau nichttragender Bauteile und Dekorationselemente. Dabei war besondere Sorgfalt geboten, da das DAI größten Wert auf den Erhalt des Hauses in seiner ursprünglichen Anmutung legt. Dazu zählte zum Beispiel der Erhalt und die Wiederverwendung von Originalteilen, insbesondere die Wand- und Bodenbeläge aus Marmor. Der Ausbau der Dekorationselemente war notwendig, weil Tragwerk und Erdbebensicherheit nur nach Entfernung der nichttragenden Teile sicher beurteilt und ertüchtigt werden konnten.

Deutsches Archäologisches Institut in Rom

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Die Fotografie zeigt einen Innenraum im Rohbau des Deutschen Archäologischen Institutes in Rom. Deutsches Archäologisches Institut in Rom Im Zuge des zweiten Bauabschnittes wurden die Innenausbauten des Gebäudes weitestgehend entfernt.

Rohbausanierung

Das Bild zeigt Menschen im Rohbau des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom. Rohbausanierung am Deutschen Archäologischen Institut in Rom Am Deutschen Archäologischen Institut in Rom wurde die Tragstruktur von Grund auf ertüchtigt.

Ab März 2020 erfolgte die eigentliche Sanierung der Gebäudesubstanz, wobei der Fokus nicht zuletzt auf der Erdbebensicherheit und dem Brandschutz lag. Durch aufwändige Ertüchtigung der Tragstruktur wurde das statische System an die heutigen Erfordernisse angepasst. Des Weiteren musste ein großer Teil der Fassaden und Gebäudetrennwände abgerissen und ersetzt werden. Nach der Rohbausanierung konnte der erneute Innenausbau stattfinden.

Löschwassertank

Zu den behördlichen Auflagen für die Brandschutzsanierung gehörte auch der Einbau eines Löschwassertanks. Hierfür wurde im Außenbereich des Institutes ein komplett neues unterirdisches Gebäude mit dem Wassertank sowie einem Raum für die notwendige Technik gebaut.

In Rom gelten besondere Regelungen der Bodendenkmalpflege. Da der Neubau nicht im Bereich der einstmals für das Institut erstellten Baugrube liegt, musste jeder Quadratmeter Boden, der für Löschwassertank und Technikraum ausgeschachtet wurde, sorgfältig begutachtet und dokumentiert werden.

Innenausbau und Außenanlagen

Mit Abschluss der Rohbauarbeiten begann im Sommer 2020 der Innenausbau. Besonderer Wert wurde dabei auf den Wiedereinbau der ursprünglichen Elemente und Materialien wie Wand- und Bodenbeläge gelegt. Insbesondere in der „Platneriana“, der im Jahr 1879 vom sächsischen Freiherrn Ferdinand von Platner gestifteten Bibliothek, wurden die Einbauten aus schwarzem Marmor aufgearbeitet und wieder eingebaut.

In speziellen Einbauten werden historische Artefakte des DAI präsentiert, die in diesem Fall als Kunst am Bau gelten.

Das Zentrum des Gebäudes bilden Bibliothek und Fotothek des Instituts, die im Zuge der Grundinstandsetzung durch große Archive in den beiden Untergeschossen ergänzt wurden.

Auf dem Dach des Gebäudes befinden sich eine Technikzentrale, sechs Zimmer für Kollegiatinnen und Kollegiaten, die vorübergehend am DAI arbeiten, und eine Außenterrasse, die bei Veranstaltungen als attraktiver Aufenthaltsort genutzt werden kann. Die Außenanlagen sind im Verhältnis zum Baukörper sehr klein. Es handelt sich um einen Garten von etwa einhundert Quadratmetern, dem jedoch in der dichten Umgebungsbebauung ein hoher Aufenthaltswert zukommt. Gestaltet wurde er mit ausgebauten Baumaterialien, die im Gebäude nicht mehr eingesetzt werden konnten.

Fertigstellung

Nach Abschluss des Innenausbaus und Fertigstellung der Außenanlagen konnte das Gebäude am 5. Juni 2023 an den Nutzer übergeben werden.

DAI Rom Eingangsbereich

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Foto: Innenraum mit einem Empfangstresen auf der rechten Seite, einer Säule auf der linken Seite, einer Wendeltreppe im Hintergrund sowie Böden und Wänden aus Marmor DAI Rom Eingangsbereich Im Eingangsbereich wurde der originale Marmor in Wänden und Böden weitgehend wieder eingebaut.

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