Hinweis zur Verwendung von Cookies
Wir verwenden auf unserem Internetangebot nur technisch notwendige Cookies, beispielsweise bei Login-Feldern. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Generalsanierung
Im Zuge der Generalsanierung wurde die Fassade der Deutschen Botschaftskanzlei in Paris von Grund auf erneuert.
Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung – Referat III A 1 – wurde zwischen 2015 und 2019 die Generalsanierung der Botschaftskanzlei in Paris durchgeführt. Hierbei lag der Schwerpunkt auf der Sanierung der oberirdischen Geschosse sowie der Erneuerung der Fassade. Straßenseitig wurde entlang der Grundstücksgrenze eine Außenwache als Neubau errichtet.
Baugeschichte und Ausgangslage
Das achtgeschossige Gebäude der Kanzlei der Deutschen Botschaft in Paris wurde von 1960 bis 1963 als Stahlbetonskelettbau errichtet. Das Gebäude verfügt über einen L-förmigen Grundriss mit zwei Untergeschossen, in denen sich die Tiefgarage und die Haustechnik befinden. Im Erdgeschoss sind vorwiegend Veranstaltungsräume sowie das Foyer untergebracht. In den Obergeschossen liegen die Verwaltungsräume. Das oberste Geschoss ist als sogenanntes Staffelgeschoss gestaltet.
Im hinteren Teil des Grundstücks erstreckt sich ein begrünter Innenhof. Auch zur Straße hin verfügt das Gelände über eine begrünte Hoffläche.
Große Teile der technischen Anlagen und der Untergeschosse wurden nach einer Überflutung im Jahre 2005 erneuert, so dass die Sanierung hauptsächlich die oberen Geschosse betraf. Im Zuge der Generalsanierung erfolgte der Rückbau des kompletten Innenausbaus. Der Grundriss und die entsprechende Raumaufteilung wurden gemäß den aktuellen Vorgaben des Nutzers angepasst.
Konzept und Umstrukturierung
Komplette Entkernung eines Innenraums der Kanzlei
Da das Kanzleigebäude komplett entkernt werden musste, sind die Mitarbeiter in eine Zwischenunterkunft in der Rue Marbeau umgezogen. Sowohl innerhalb des Botschaftsgebäudes als auch teilweise in Bürocontainern wurden Zwischennutzungen für den täglichen Arbeitsbetrieb geschaffen.
Es war nicht notwendig, die statische Struktur des Gebäudes zu verändern. Dennoch wurden zusätzliche Träger zur Aussteifung des Gebäudes eingebracht.
Neue Trennwände aus Glas ermöglichen den Einfall von Tageslicht von den Büros in den Flur.
Das neue Treppenhaus mit Ornament-verziertem Geländer
Die Trennwände der einzelnen Büros wurden entfernt, um eine neue, den Bedürfnissen der Mitarbeiter gerechte Aufteilung zu erzielen. Die meisten Büroräume sind nun für eine Doppelbelegung konzipiert. Während die Trennwände zwischen den Büros aus einem leichten Material gefertigt wurden, sind die Trennwände zum Flur aus massivem Glas. Dies erlaubt auch im Flur den Einfall von Tageslicht. Alle Büros haben einen hochwertigen Parkettboden erhalten.
Auf jeder Ebene wurde ein großzügig konzipierter Bereich geschaffen. Der so gewonnene großflächige Raum eignet sich hervorragend als Kommunikationsbereich.
Das alte Treppenhaus wurde komplett entfernt. Für das neue Treppenhaus, das bis zum achten Obergeschoss führt, wurde ein Deckendurchbruch mit neuer Einhausung geschaffen. Das Geländer besteht aus massiven Flachblechen, welche mit einem lasergeschnittenen Ornamentmuster verziert sind. Diese Ornamentik taucht wiederkehrend im Durchsichtschutz von Glaselementen sowie in Gittern und Toren im Außenbereich auf.
Die dem Besprechungsraum im 7. Obergeschoss vorgelagerte Dachfläche wurde zugänglich gemacht und als Dachterrasse ausgebildet. Sie ermöglicht nun einen spektakulären Ausblick auf den Eiffelturm – eine deutliche Aufwertung des Gebäudes, die mit relativ geringen Eingriffen in die Bausubstanz erreicht wurde.
Das Areal bietet nur begrenzt Platz für die Baustelleneinrichtung.
Die Räume erhielten einen neuen Parkettboden.
Der geringe Platz, der für die Baustelleneinrichtung zur Verfügung stand, erschwerte die Logistik während der Baudurchführung merklich. Als Behelf konnten die recht beengte Fläche vor der Kanzlei und zeitweise auch der Innenhof für die Einrichtung der Baustelle genutzt werden.
Fassade und Außenwache
Die Gebäudehülle wurde ebenfalls vollständig erneuert. Die Fassade, eine recht schmucklose Lochfassade mit Travertinverkleidung, musste ohnehin erneuert werden, da sie ungedämmt war und den Energieeinsparverordnungen schon lange nicht mehr genügte. Es sollte eine Fassade werden, die Rücksicht auf die Umgebung nimmt, und sich eingliedert bzw. die Bezüge der Umgebung aufnimmt. Der Architekturbeirat des Auswärtigen Amtes wurde bei der Fassadengestaltung beteiligt. Die straßenseitige Fassade erhielt in Abstimmung mit dem Nutzer und dem hinzugezogenen Architekturbeirat eine neue Gestaltung. Jetzt schmückt eine Natursteinfassade aus französischem Kalkstein das Gebäude. Die Fassadenneugestaltung wurde mit dem Deutschen Naturstein-Preis 2020 in der Kategorie A „Gebäude“ gewürdigt. Dieser zusammen mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA) ausgelobte Preis ist Teil des Engagements des Deutschen Naturwerkstein-Verbandes für material- und umweltgerechtes Bauen mit Naturstein. Im Zuge der Neugestaltung der Fassade wurden auch die Fenster komplett erneuert.
Neues Gebäude für die Besucher-Kontrolle
Der Sicherheitsstandard der Botschaft entsprach in den letzten Jahren nicht mehr den vom Auswärtigen Amt gesetzten Vorgaben. Nach dem Beschluss für den Bau eines der Botschaft vorgelagerten Gebäudes zur Kontrolle der Besucher entstand ein eingeschossiger Glasbau auf einem Natursteinsockel. Das moderne, rechteckige Gebäude erfüllt nicht nur einen funktionalen Zweck, sondern ergänzt das Botschafts-Umfeld auf ästhetische Weise. Dabei galt es insbesondere, die hohen Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen und das Nachbarschaftsrecht zu berücksichtigen.
Das Foyer der Kanzlei wird von dem großflächigen Bronze-Wandrelief „Panta Rhei - alles fließt“ des Künstlers Bernhard Heiliger dominiert.
Im Foyer des Erdgeschosses hängt das großflächige Bronze-Wandrelief „Panta Rhei - alles fließt“ des Künstlers Bernhard Heiliger. Mit einer Abmessung von 6,40 Meter mal 3,80 Meter stellt das Werk einen zentralen Blickfang des Foyers dar. Während der Bauphase wurde das Wandrelief durch besondere Vorkehrungen geschützt.
„Die Stehende“ von Wilfried Fitzenreiter im Garten der Botschaft
Die Skulptur „Die Stehende“ von Wilfried Fitzenreiter (1976) wurde aus einer der ehemaligen DDR-Liegenschaften seinerzeit vor der Entsorgung gerettet und stand im Garten der Botschaft. Nach dem Wunsch des Nutzers wird das Kunstwerk auch künftig in die Gartengestaltung integriert.
Im Rahmen der Sanierung fand die Auslobung eines neuen Wettbewerbs zur Kunst am Bau statt. Für die Dachuntersicht der Loggia im 7. Obergeschoss des Gebäudes sollte eine künstlerische Intervention entwickelt werden. Die auskragende Loggia ist von der Straße aus gut einsehbar und bietet daher eine interessante Fläche mit unterschiedlichsten gestalterischen Möglichkeiten. Das auszuwählende Werk sollte dem Gebäude einen besonderen Akzent von künstlerisch hoher Qualität verleihen und in den öffentlichen Raum hineinwirken. Den 1. Preis erhielt die Künstlerin Corinne Wasmuht für die Installation „Sonnenfries“.
Oberhalb der straßenseitigen Loggia wurde im Zuge der Generalsanierung die Installation „Sonnenfries“ von Corinne Wasmuht als Kunst am Bau umgesetzt.
Pressestelle
Tel.: +49 30 18401-8334 / -1578
Fax: +49 30 18401-1559
E-Mail:
pressestelle@bbr.bund.de