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Generalsanierung

Deutsche Botschaft Washington, Architekt Professor Egon Eiermann

BauherrBundesrepublik Deutschland
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
NutzerAuswärtiges Amt/Deutsche Botschaft Washington
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat IIIA2
Projektsteurer für Planungsphase 2
(Vorplanung)
Drees & Sommer, Köln
mit Heery Int.,Washington
Architekt für Planungsphase 2
(Vorplanung)
RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, Düsseldorf/Frankfurt
mit Ehrenkrantz, Eckstut & Kuhn, Washington
Technische Ausrüstung für Planungsphase 2
(Vorplanung)
DS-Plan AG, Frankfurt
Projektsteurer für Planungsphasen 3 - 9Buchart Horn GmbH
Düsseldorfer Straße 40A
65760 Eschborn
Generalplaner für Planungsphasen 3 - 9Arbeitsgemeinschaft
Brandi IGH /HP8 International
Immermannstraße 49/51
50931 Köln
Gutachten Brandschutz und Schadstoffe:Brandi IGH Ingenieure GmbH, Köln
Prüfung BrandschutzplanungKempen Krause Ingenieurgesellschaft
Konrad-Adenauer-Ufer 83
50668 Köln
Denkmalpflegerisches Gutachten und BeratungFrau Dr. Annemarie Jaeggi
Restauratorische BefunduntersuchungBoerger & Boerger
Türrschmidtstraße 17
10317 Berlin
EnergiekonzeptBrandi IGH Ingenieure GmbH, Köln
Beginn der PlanungMai 2007
Geplanter BaubeginnMai 2010
Geplante Fertigstellung
Dezember 2012

Die Kanzleigebäude der Deutschen Botschaft in Washington sind Gebäude, die Anfang der 60er Jahre von Professor Egon Eiermann geplant und unter seiner Ägide errichtet wurden. Sie sind die einzigen noch im Ausland existierenden Gebäude von Professor Eiermann und das Hauptgebäude eines der wenigen nationalen und internationalen Beispiele eines Terrassenhauses als Bürogebäude. Das Dritte zur Kanzlei gehörende Gebäude ist das sogenannte Embassy-House. Es ist ein typisch US-amerikanisches Wohngebäude, das nach dem 2. Weltkrieg als Botschaftsresidenz genutzt wurde und nach Fertigstellung der neuen Residenz von Professor Ungers als Verwaltungsgebäude von der Kanzlei genutzt wird.
Das Hauptgebäude der Kanzlei genießt architektonisch national und international einen herausragenden Ruf. Noch heute wird das Gebäude von Architekturstudenten besucht und in seiner Leichtigkeit bewundert.

2005 wurden die Gebäude einer umfänglichen Bestandsaufnahme unterzogen, die zum Ergebnis hatte, dass

  • der bauliche Brandschutz nicht den aktuellen Anforderungen genügt und aufwendig aufzurüsten ist,
  • die technische Ausrüstung total veraltet ist und daher uneffizient, störanfällig in der Wartung problematisch ist und erneuert werden muss
  • wegen der Ummantelung der Stahlkonstruktion (Stützen, Träger, Deckenunterschichten) mit Spritzasbest Reparaturen , Wartungsarbeiten und Erneuerungen an der Technischen Ausrüstung nur mit einem hohen Aufwand möglich sind,
  • das Gebäude energiewirtschaftlich problematisch ist und auf die heute geltenden hohen Standards umzurüsten ist.

Der notwendige Austausch der Technischen Ausrüstung sowie die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen sind ohne vollständige Entfernung des Spritzasbestes nicht möglich. Mithin wurde unter Berücksichtigung der notwendigen energetischen Erneuerung entschieden, die Kanzlei einer Generalsanierung zu unterziehen. Zur Aufgabenstellung Generalsanierung wurde von der Bauverwaltung vorgegeben, dass eine weitestgehende Erhaltung der originalen Substanz und wo nicht möglich, ein originalgetreuer Nachbau anzustreben ist. Ziel ist es hierbei, die Architektur von Professor Eiermann weitestgehend zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen. Darüber hinaus gehört zur Aufgabenstellung, auf der Grundlage eines zu erstellenden integralen Energiekonzeptes die Generalsanierung unter vollumfänglicher Berücksichtigung deutscher Umwelttechnologien und Energietechniken zu planen und auszuführen. Zu beiden Zielen wurden Voruntersuchungen zur Festlegung der Planungsgrundlagen durchgeführt. So wurden durch Frau Dr. Annemarie Jaeggi denkmalpflegerische Untersuchungen durchgeführt und ein umfängliches denkmalpflegerisches Gutachten erstellt. Bei der umfangreichen Recherche wurden auf die umfangreichen Unterlagen des Eiermann-Archives in Karlsruhe, auf die Planunterlagen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) aus der Bauzeit in den sechziger Jahren und auf Interviews von Zeitzeugen zurückgegriffen. Das sich denkmalpflegerisch in sehr gutem Zustand befindliche Gebäude wurde gründlich begangen und alle denkmalpflegerisch relevanten Räume und Bauteile sowie das noch in großer Zahl vorhandene von Professor Eiermann beschaffte Mobiliar untersucht und archiviert. Insbesondere die Fassade, die Raumgliederung des Gebäudes, die Eingangshalle, der Carl-Schurz- und der Prittwitzsaal sowie die Türen, Wandschränke und die Fußbodenbeläge mit den "Eiermanntalern" sind als denkmalpflegerisch bedeutend eingestuft worden.
Das Ingenieurbüro Brandi hat das bereits genannte integrale Energiekonzept erstellt. Es umfasst das gesamte Spektrum eines energiewirtschaftlich vorbildlich zu planenden und zu bauenden Gebäudes und soll in den USA ein Vorzeigeprojekt für energetisch fortschrittliches und umweltverträgliches Bauen in Deutschland sein. Dies umfasst eine umfängliche Verbesserung des sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz mit Sonnenschutzglas, außenliegenden Sonnenschutz, Verwendung von PCM-Materialien zur Verbesserung der Speicherfähigkeit der Baukonstruktion ebenso wie der Einsatz von solarthermischer und photovoltaischer Kollektoren, von einem Blockheizkraftwerk mit Nutzung der betriebsbedingten Abwärme, von Heiz- und Kühlflächensystemen als auch der Brennstoffzellentechnik. Bei der Umsetzung der vorbeschriebenen denkmalpflegerischen und energetischen Anforderungen in der Vorentwurfsplanung haben sich wie zu erwarten besonders bei der Fassade Probleme aufgetan, weil für eine energetische Verbesserung des Gebäudes auf die heutigen hohen Standards zuerst natürlich Eingriffe und Veränderungen an der Fassade vorgeschlagen werden. In zahlreichen Abstimmungen unter Beteiligung des von Frau Brigitte Eiermann bevollmächtigten Architekten Georg Pollich konnten aber Lösungen erarbeitet werden, in denen mit großem Fingerspitzengefühl auf Seiten der Architekten RKW gestalterische Einschnitte weitestgehend vermieden werden konnten. Entsprechend soll auch in den anstehenden weiteren Planungsstufen und der Generalsanierung verfahren werden.

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