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Vatikan/Rom

Foto: Residenz von SüdwestResidenz von Südwest. Foto 1987

ARCHITEKTAlexander Freiherr von Branca, München
WETTBEWERBÖffentlicher Wettbewerb zur Erlangung von Bauentwurfsvorschlägen 1965
1. Preis K. Schmitz, Dillingen
2. Preis J. Brandi, Göttingen
3. Preis H. Wolff-Grohmann, Berlin
1. Ankauf F. Pfannmüller, Rom
2. Ankauf A. von Branca, München
3. Ankauf R. Ostertag, Leonberg
Nach Inkrafttreten einer neuen Bauordnung für die Stadt Rom wurde eine zweite Bearbeitungsstufe durchgeführt, bei der von Brancas Entwurf zur weiteren Bearbeitung empfohlen wurde.
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE5.045
HAUPTNUTZFLÄCHE1.325 (insgesamt)
KANZLEI580
RESIDENZ661
GEBÄUDEVOLUMEN10.532 (insgesamt)
GESAMTKOSTEN18,7 Mio. DM
BAUAUSFÜHRUNGPhilipp Holzmann AG, München
BAUBEGINNJanuar 1980
FERTIGSTELLUNGNovember 1984
BAULEITUNGBundesbaudirektion
GARTENGESTALTUNGAlexander Freiherr von Branca
EINRICHTUNGAlexander Freiherr von Branca und Bundesbaudirektion
KUNST AM BAUPeter Schubert, Hann Trier

1979 bekommt der Münchener Architekt den Auftrag für die Planung der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom. Ein Kanzlei- und ein Residenzgebäude sind auf einem in eine Grünanlage eingebundenen Grundstück zu errichten. Die Umgebung zeigt sich als kleinteilig bebaut, in unmittelbarer Nähe befindet sich die Villa Borghese. Da dort keine größeren Baumassen entstehen dürfen, setzt Branca die Kanzlei nicht nur als unauffälligen zweigeschossigen Bau in den tiefer gelegenen Teil des abschüssigen Grundstückes, sondern legt das Gebäude unterhalb des Residenzgartens an. Die Grünfläche kann sich so bis an die Terrasse des Kanzleigebäudes hin ausdehnen. Die Residenz erhebt sich im oberen Grundstücksteil mit drei Geschossen, so dass von einigen Innenräumen ein Blick auf die Stadt Rom möglich wird. Ihre offiziellen Empfangsräume sowie der darüberliegende private Wohnteil sind zum Residenzgarten hin orientiert. Vom Erdgeschoss aus ist ein Innenhof mit Wasserbecken zugänglich. Eine Personalwohnung befindet sich hinter einer Gruppe von Zypressen, so dass von dort aus kein Einblick in den Residenzbereich möglich ist.

Mit rotbraunen römischen Sichtziegeln als Verkleidung gibt Branca der Residenz eine villenartige Erscheinung. Die Terrassen und der Wohninnenhof (Patio) heben diesen Eindruck noch hervor. Dennoch entspricht der von zahlreichen Vor- und Rücksprüngen geprägte Baukörper von seinem Aufbau her eher einem modernen Gebäude. Um der Vertretung dem "genius loci" entsprechend einen würdigen sakralen Habitus zu geben, setzt Branca stilisierte Gestaltungselemente ein. So verschaffen die mit auskragenden Zinnen versehenen hohen Kaminköpfe dem Gebäude eine eindrucksvolle Silhouette. Neben angedeuteten Ecktürmen oder einer Balustrade ähnelnden Geländerformen sind es die wie durch Maßwerk vielfach geteilten großen Fenster, die eine feierliche sakrale Atmosphäre anklingen lassen.

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