Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Generalkonsulat Rio de Janeiro

Generalsanierung (Generalkonsulat) und teilweise Umnutzung (DAAD)

Das Bild in Schwarz-Weiß zeigt das Generalkonsulat in Rio des Janeiro aus einer Perspektive von Südwest um 1961. Generalkonsulat in Rio des Janeiro. Foto ca. 1961 Ansicht von Südwest. Foto ca. 1961 Quelle: Architekt Schmidt van Dorp

Projektdaten

  • Nutzer Generalkonsulat Rio de Janeiro
  • Adresse Av. Pres. Antônio Carlos 58, 20020-010 Centro, Rio de Janeiro, Brasilien
  • Architektur Schmidt und van Dorp
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 2
  • Gesamtkosten rund 4,6 Millionen Deutsche Mark
  • Baubeginn 1956
  • Fertigstellung 1961
  • Bruttogrundfläche rund 4.258 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 1.586 Quadratmeter
  • Fachingenieure Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III S 2
  • Kunst am Bau Erich Reuter

Projektbeschreibung

Durch die Generalsanierung soll die Gebäudesubstanz gesichert und erhalten, die technischen Einrichtungen unter energiewirtschaftlichen Gesichtspunkten den heutigen Anforderungen angepasst und die ordnungsgemäße, getrennte Nutzung zweier Institutionen (GK und DAAD) ermöglicht werden. Die wirtschaftlichste Weiterverwendung von nicht genutzten Flächen soll unter Beachtung der aktuellen Sicherheitsanforderungen untersucht werden. Zusätzlich soll eine behindertengerechte Erschließung sichergestellt werden. Der bauliche und vorbeugende  Brandschutz ist an die aktuellen Normen anzupassen. Die Sicherheitsmaßen sind entsprechend den aktuellen Anforderungen zu ertüchtigen.

Im Zusammenhang mit der beabsichtigten Sanierung soll die Nutzung alternativer Energien auf der Basis der vorliegenden Projektstudie des "Institut für Tropentechnologie ITT" der FH Köln, soweit die Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sind, realisiert werden.

Schon bei der Planung des Kanzleigebäudes musste auf die bevorstehende Verlegung der Hauptstadt nach Brasilia Rücksicht genommen werden. Der knappe Baugrund in der von vorspringenden Gebirgszügen umgebenen, dicht bebauten Küstenstadt machte es erforderlich, ein 1955 erworbenes Grundstück vor seiner Nutzung frei zu sprengen. Im rechten Winkel zu einer steilen Felswand entstand nun ein an seinen Längsseiten leicht angewinkelter Baukörper. Dieser aus drei Geschossen und einem zurückgesetzten Dachgeschoss bestehende Bauteil ruht hinten auf einem flachen, parallel zur Felswand gelagerten zweigeschossigen Querbau. Vorne trägt ihn eine eindrucksvolle Bockkonstruktion. Mit dieser Anordnung gelang es den Planern, trotz des kleinen Grundstücks, einen befahrbaren Vorplatz zu schaffen. Unter dem Hauptbau befindet sich im Sockelgeschoss der Haupteingang. Daran schließen sich die Eingangshalle, das Haupttreppenhaus, ein Vortragsraum sowie zwei Wohnungen für Bedienstete an. Die drei Geschosse des Hauptbaukörpers nehmen die Kanzleiräume auf. Der damals als Dienstbereich des Botschafters genutzte Dachaufbau ist von einer umlaufenden Freiterrasse umgeben. Durch das leicht geschwungene, überstehende Dach erhält dieser ansonsten unscheinbare Bauteil eine besondere Akzentuierung.

Der von 1956 bis 1961 errichtete Bau besteht aus einem Stahlbetonskelett, in den man mit vorwiegend aus Deutschland eingeführten Fertigteilen eine Raumeinteilung setzte. Während die Seitenfassaden des Hauptbaukörpers aus Leichtmetallelementen bestehen, ist die fensterlose Stirnseite mit Marmor verkleidet. Die deutliche, aber durchaus nicht starre Prägnanz des Gebäudes entwickelt sich in angenehmem Kontrast zur bizarren Felswand. Spürbare Anklänge an die damals viel beachtete Architektur der brasilianischen Moderne, insbesondere an die Bauten Oskar Niemeyers, machen das Bemühen deutlich, lokale Bautraditionen aufzunehmen.

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