Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

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Bauprojekt Deutsche Botschaft Paris

Generalsanierung des Kanzleigebäudes

Das Bild zeigt die virtuelle Darstellung der grundsanierten Kanzlei der Deutschen Botschaft in Paris. Kanzlei der Deutschen Botschaft in Paris Straßenansicht Avenue Franklin D. Roosevelt (Rendering) Quelle: Architekturbüro Prof. Baumewerd

Projektdaten

  • Nutzer Deutsche Botschaft Paris
  • Adresse Avenue Franklin D. Roosevelt 13 - 15, 75008 Paris
  • Architektur Architekturbüro Prof. Baumewerd
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 1
  • Gesamtkosten rund 40 Millionen Euro
  • Baubeginn 2015
  • Fertigstellung 2019
  • Bruttogrundfläche rund 4.750 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 4.400 Quadratmeter
  • Wettbewerb VOF-Verfahren mit anschließender Beteiligung des Architekturbeirates des Auswärtigen Amtes

Projektbeschreibung

Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) wurde zwischen 2015 und 2019 die Generalsanierung der Botschaftskanzlei in Paris durchgeführt. Hierbei lag der Schwerpunkt auf der Sanierung der oberirdischen Geschosse sowie der Erneuerung der Fassade. Straßenseitig wurde entlang der Grundstücksgrenze eine Außenwache als Neubau errichtet.

Baugeschichte

Das 8-geschossige Gebäude der Kanzlei der Deutschen Botschaft in Paris wurde von 1960 bis 1963 als Stahlbetonskelettbau errichtet. Das Gebäude verfügt über einen L-förmigen Grundriss mit zwei Untergeschossen, in denen sich die Tiefgarage und die Haustechnik befinden. Im Erdgeschoss sind vorwiegend Veranstaltungsräume sowie das Foyer untergebracht. In den Obergeschossen liegen die Verwaltungsräume. Das oberste Geschoss ist als sogenanntes Staffelgeschoss gestaltet.

Im hinteren Teil des Grundstücks erstreckt sich ein begrünter Innenhof. Auch zur Straße hin verfügt das Gelände über eine begrünte Hoffläche.

Projektverlauf

Ausgangslage für die Grunderneuerung der Kanzlei

Große Teile der Technischen Anlagen und der Untergeschosse wurden nach einer Überflutung im Jahre 2005 erneuert, so dass die Sanierung hauptsächlich die oberen Geschosse betraf. Im Zuge der Generalsanierung erfolgte der Rückbau des kompletten Innenausbaus. Der Grundriss und die entsprechende Raumaufteilung wurden gemäß den aktuellen Vorgaben des Nutzers angepasst.

Konzept und Umstrukturierung

Da das Kanzleigebäude komplett entkernt werden musste, sind die Mitarbeiter in eine Zwischenunterkunft in der Rue Marbeau umgezogen. Sowohl innerhalb des Botschaftsgebäudes als auch teilweise in Bürocontainern wurden Zwischennutzungen für den täglichen Arbeitsbetrieb geschaffen.

Es war nicht notwendig, die statische Struktur des Gebäudes zu verändern. Dennoch wurden zusätzliche Träger zur Aussteifung des Gebäudes eingebracht.

Die Trennwände der einzelnen Büros wurden entfernt, um eine neue, den Bedürfnissen der Mitarbeiter gerechte Aufteilung zu erzielen. Die meisten Büroräume sind nun für eine Doppelbelegung konzipiert. Während die Trennwände zwischen den Büros aus einem leichten Material gefertigt wurden, sind die Trennwände zum Flur aus massivem Glas. Dies erlaubt auch im Flur den Einfall von Tageslicht. Alle Büros haben einen hochwertigen Parkettboden erhalten.

Auf jeder Ebene wurde ein großzügig konzipierter Bereich geschaffen. Der so gewonnene großflächige Raum eignet sich hervorragend als Kommunikationsbereich.

Das alte Treppenhaus wurde komplett entfernt. Für das neue Treppenhaus, das bis zum achten Obergeschoss führt, wurde ein Deckendurchbruch mit neuer Einhausung geschaffen. Das Geländer besteht aus massiven Flachblechen, welche mit einem lasergeschnittenen Ornamentmuster verziert sind.

Der geringe Platz, der für die Baustelleneinrichtung zur Verfügung stand, erschwerte die Logistik während der Baudurchführung merklich. Als Behelf konnten die recht beengte Fläche vor der Kanzlei und zeitweise auch der Innenhof für die Einrichtung der Baustelle genutzt werden.

Fassade und Außenwache

Die Gebäudehülle wurde ebenfalls vollständig erneuert. Die Fassade, eine recht schmucklose Lochfassade mit Travertinverkleidung, musste ohnehin erneuert werden da sie ungedämmt war und den Energieeinsparverordnungen schon lange nicht mehr genügte. Es sollte eine Fassade werden die Rücksicht auf die Umgebung nimmt und sich eingliedert bzw. die Bezüge der Umgebung aufnimmt. Der Architekturbeirat des Auswärtigen Amtes wurde bei der Fassadengestaltung beteiligt. Die straßenseitigen Fassade erhielt in Abstimmung mit dem Nutzer und den hinzugezogenen Architekturbeirat eine neue Gestaltung. Jetzt schmückt eine Natursteinfassade aus französischem Kalkstein das Gebäude; die Fenster wurden komplett erneuert.

Der Sicherheitsstandard der Botschaft entsprach in den letzten Jahren nicht mehr den vom Auswärtigen Amt gesetzten Vorgaben. Nach dem Beschluss für den Bau eines der Botschaft vorgelagerten Gebäudes zur Kontrolle der Besucher entstand ein eingeschossiger Glasbau. Das moderne, rechteckige Gebäude erfüllt nicht nur einen funktionalen Zweck, sondern ergänzt das Botschafts-Umfeld auf ästhetische Weise.

Kunst am Bau

Im Foyer des Erdgeschosses hängt das großflächige Bronze-Wandrelief "Panta Rhei - alles fließt" des Künstlers Bernhard Heiliger. Mit einer Abmessung von 6,40 Meter mal 3,80 Meter stellt das Werk einen zentralen Blickfang des Foyers dar. Während der Bauphase wird das Wandrelief durch besondere Vorkehrungen geschützt.

Die Skulptur „Die Stehende“ von Wilfried Fitzenreiter (1976) wurde aus einer der ehemaligen DDR-Liegenschaften seinerzeit vor der Entsorgung gerettet und stand im Garten der Botschaft. Nach dem Wunsch des Nutzers wird das Kunstwerk auch künftig in die Gartengestaltung integriert.

Im Rahmen der Sanierung fand die Auslobung eines neuen Wettbewerbs zur Kunst am Bau statt. Für die Dachuntersicht der Loggia im siebten Obergeschoss des Gebäudes sollte eine künstlerische Intervention entwickelt werden. Die auskragende Loggia ist von der Straße aus gut einsehbar und bietet daher eine interessante Fläche mit unterschiedlichsten gestalterischen Möglichkeiten. Das auszuwählende Werk sollte dem Gebäude einen besonderen Akzent von künstlerisch hoher Qualität verleihen und in den öffentlichen Raum hineinwirken. Den 1. Preis erhielt die Künstlerin Corinne Wasmuht für die Installation "Sonnenfries".

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