Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Deutsche Botschaft Neu Delhi

Neubau und Erweiterungsbau

Das Bild zeigt ein Modell für den Neubau der Deutschen Botschaft in Neu Delhi, welcher von 1956 bis 1962 realisiert wurde. Modell nach dem gemeinsamen Entwurf von Krahn und der Bundesbaudirektion. Nicht erhalten. Modell nach dem gemeinsamen Entwurf von Krahn und der Bundesbaudirektion. Nicht erhalten. Quelle: BBR

Projektdaten

  • Nutzer Deutsche Botschaft Neu Delhi
  • Adresse Shantipath No. 6/50G, 110021 New Delhi, Indien
  • Architektur Johannes Krahn und Bundesbaudirektion
  • Projektleitung Bundesbaudirektion, heute Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 2
  • Gesamtkosten rund 4,22 Millionen Deutsche Mark
  • Baubeginn 1956
  • Fertigstellung 1962
  • Nutzfläche rund 2.900 Quadratmeter
  • Wettbewerb 1954, Engerer Wettbewerb zur Erlangung von Bauentwurfsvorschlägen
  • Kunst am Bau Karl Heinz Krause, Heinz Diekmann

Projektbeschreibung

Nachdem Indien 1947 seine Unabhängigkeit erlangt hatte, wies die Regierung eine sogenannte Diplomatic Enclave in Neu Delhi aus. Alle Staaten waren aufgefordert, sich in diesem Gebiet durch einen Neubau selbst darzustellen. Es galt nun für die junge Bundesrepublik, durch die Gestaltung eines Residenz- und Kanzleigebäudes den Anschluss an westliche Maßstäbe zu demonstrieren. Zum ersten Mal in der deutschen Baugeschichte sollte mit den gestalterischen Mitteln der Moderne eine diplomatische Vertretung geschaffen werden. Hierzu führte man 1954 einen eingeschränkten Wettbewerb durch, aus dem Johannes Krahn als Sieger hervorging. Krahn war bereits durch die Planungen der französischen Botschaft in Bad Godesberg und des deutschen Hauses der Cité Universitaire in Paris sowie den Wiederaufbau der Frankfurter Paulskirche und des Städel-Museums bekannt geworden. Die Planung des Architekten wurde allerdings erst nach einer grundlegenden Überarbeitung durch die damalige Bundesbaudirektion verwirklicht.

Die klimatischen Bedingungen des Ortes gaben einen großen Teil der äußeren Gestalt von Kanzlei und Residenz vor. Gebäude mit Fassaden aus Stahl und Glas wären unter der ständigen Sonneneinstrahlung kaum zu klimatisieren gewesen. Den Schwerpunkt der Anlage bildet die viergeschossige Kanzlei. Sie musste auf Wunsch der indischen Regierung an der Hauptstraße gelegen sein und wurde wie der sich anschließende viergeschossige Trakt für Dienstwohnungen sowie die hinter der Kanzlei gelegene Residenz in Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Verschiedene Sonnenschutzmaßnahmen prägen die Fassaden des Gebäudeensembles. Aluminiumblenden in Betonrastern verdecken die Fenster der Kanzlei, während die nach Westen gewandten Fenster des Wohntraktes durch kastenartige Blenden vor Sonne geschützt werden. Ein offenes Erdgeschoss trägt zur Durchlüftung der Gesamtanlage bei und dient als schattiger Parkplatz. Grauer indischer Marmor bildet die Verkleidung der gesamten Residenz sowie der Stirnseiten des Kanzlei- und Wohngebäudes. Ein einstöckiges Wohnhaus ist dem erdgeschossigen Empfangsgebäude angeschlossen. Kleine Fenster, überdachte Terrassen und Balkone, Aluminiumrollos und aufrollbare Bambusblenden bestimmen die Erscheinung der Residenz. Eine Zufahrt ist nur von einer Nebenstraße aus möglich. Vielleicht ist dies der Grund, weswegen man das voluminöse, den strengen Charakter der fast fensterlosen Fassade durchbrechende Vordach am Empfangsgebäude anbrachte. Nachdem die Kanzlei noch um zwei Achsen erweitert wurde, konnte der Gebäudekomplex nach sechs Jahren Bauzeit 1962 übergeben werden. Von 1992 bis 1997 sind die Häuser durch das BBR saniert und durch einen Erweiterungsbau ergänzt worden.

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