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Ein Verwaltungsneubau soll die städtebauliche Lücke zwischen Bundesumweltministerium und Abgeordnetenhaus in Berlin-Mitte schließen

Preisgericht vergibt zwei erste Preise im Planungswettbewerb

Ausgabejahr 2019
Datum 10.12.2019

Berlin. Für die Erweiterung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie für weitere Nutzungen ist auf dem bundeseigenen Grundstück zwischen Stresemann-, Erna-Berger- und Niederkirchnerstraße in Berlin-Mitte ein Verwaltungsneubau geplant. In dem vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ausgelobten und durchgeführten Planungswettbewerb wurden die Büros JSWD Architekten aus Köln mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Bonn und C. F. Møller Architects mit C. F. Møller Landscape aus Aarhus, Dänemark für ihre Entwürfe mit jeweils einem ersten Preis ausgezeichnet. Zu dieser Entscheidung kam das Preisgericht unter Vorsitz der Architektin Professor Anett-Maud Joppien (Frankfurt am Main) in seiner Sitzung am 6. Dezember.

Der Wettbewerb für das südlich des Leipziger Platzes gelegene Grundstück umfasste sowohl die Gebäudeplanung als auch die Gestaltung der Außenanlagen. Ziel war es, einen Entwurf zu finden, der nicht nur hohe städtebauliche und gestalterische Ansprüche an moderne Verwaltungsflächen, sondern auch höchste energetische Ansprüche erfüllt. Das Gebäude soll möglichst nah an ein Plusenergiehaus heranreichen. Ein besonderer Fokus wird auf Aspekte der Nachhaltigkeit gelegt: Der Neubau soll die Anforderungen an den Gold-Standard des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) erfüllen. Darüber hinaus ist das Gebäude nach dem sogenannten Lowtech-Prinzip zu planen: Wartungsarmen baulichen Lösungen ist gegenüber technischen Lösungen der Vorzug zu geben. Mit diesen Qualitäten soll es ein vorbildliches Projekt des Bundes werden.

Für den Verwaltungsneubau sind rund 29.600 Quadratmeter Nutzfläche für Büros, Kantine, Konferenzzentrum und ein Medien- und Informationszentrum für das BMU sowie für weitere Bundesministerien und das Abgeordnetenhaus von Berlin vorgesehen. Punktuell wird der Neubau an das 1916 errichtete, 2011 sanierte und ergänzte denkmalgeschützte Bestandsgebäude des BMU in der Stresemannstraße anschließen, um eine direkte Wegeverbindung zu ermöglichen.

In den beiden mit den 1. Preisen bedachten Entwürfen, die sich auf zwei verschiedene Weisen der Aufgabenstellung näherten, sahen die Mitglieder des Preisgerichts die stärksten Potentiale, die komplexen qualitativen und quantitativen Anforderungen der Wettbewerbsaufgabe an dem anspruchsvollen innerstädtischen Standort zu erfüllen. Sie lassen mit unterschiedlichen Ansätzen überzeugende gestalterische Lösungen für die städtebauliche Verdichtung und die Unterbringung des BMU erwarten.

„Die unterschiedlichen Konzepte und die hohe Qualität der eingereichten Entwürfe haben dem Preisgericht die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont die Juryvorsitzende Professor Anett-Maud Joppien. „Die Entwürfe von JSWD Architekten und C. F. Møller Architects wurden nach intensiver Diskussion mit jeweils einem ersten Preis ausgezeichnet. Der Beitrag von JSWD Architekten überzeugte durch seine städtebaulich intelligente Setzung sowie tiefe Durcharbeitung der Nachhaltigkeitsaspekte. Der Entwurf von C. F. Møller Architects beeindruckte durch ein starkes Bild für das Ministerium und die Potentiale für interessante Raumkonfigurationen für zukünftiges Arbeiten durch eine lockere Gliederung der Baumassen mit Außenbezügen.“

Der von JSWD Architekten eingereichte Entwurf unterstützt zum einen durch gezielten Einsatz thermisch speicherfähiger Bauteilmassen aus Recyclingbeton die angestrebte Lowtech-Strategie. Zum anderen werden durch die hohe thermische Qualität der Gebäudehülle sowie den großflächigen Einsatz von Photovoltaik der Umweltfußabdruck und der benötigte Ressourceneinsatz reduziert.

Der Entwurf von C. F. Møller Architects verfolgt gezielt den Ersatz von energieintensiven Baustoffen durch nachwachsende Rohstoffe. Das Material Holz für Tragwerk und Gebäudehülle sowie fassadenintegrierte Photovoltaik stehen dabei für eine nachhaltige und zukunftsfähige Architektur.

Damit auch die hohen Ansprüche an die Nachhaltigkeit in angemessener Form vertieft werden können, hat das Preisgericht dem Auslober empfohlen, beide Preisträger mit der Überarbeitung ihrer Entwürfe zu beauftragen. Die Ergebnisse werden im Rahmen des folgenden Verhandlungsverfahrens abschließend beurteilt mit dem Ziel, einen der beiden Preisträger mit dem Erweiterungsbau zu beauftragen.

Den dritten Preis sprach die Jury dem Berliner Architekturbüro Max Dudler, Berlin mit TOPOS Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin zu. Mit Anerkennungen wurden die Entwürfe von Grüntuch Ernst, Berlin mit TOPOTEK 1, Berlin, Kleihues + Kleihues, Berlin mit Capatti Staubach, Berlin, Sauerbruch Hutton, Berlin mit Landschaftsarchitektur +, Hamburg sowie Schulz und Schulz, Leipzig mit DÄRR Landschaftsarchitekten, Halle (Saale) ausgezeichnet. Der Wettbewerb wurde als nichtoffener, interdisziplinärer einphasiger anonymer Planungswettbewerb für Architektinnen und Landschaftsarchitektinnen durchgeführt.

Die Ausstellung aller Wettbewerbsarbeiten wird im Januar 2020 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin, eröffnet. Hierzu erfolgt ein gesonderter Hinweis.

Weitere Informationen:

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Die Wettbewerbsergebnisse im Detail

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