Mülheim - Styrum und Eppinghofen: Aktionsplan zur strukturierten und konkreten Umsetzung des Gutachtens "Sozialräumliche Integration in Mülheim an der Ruhr"
Integration und Stadtteilpolitik
Hintergrund
In Mülheim an der Ruhr sind wie in anderen vergleichbaren Großstädten Tendenzen sozialer und ethnischer Segregation und Desintegration zu beobachten. Die Stadtteile Styrum und Eppinghofen zeigen die stärksten Segregationstendenzen, sind aber im Innern nicht homogen, sondern kleinräumig sehr differenziert. Sie umfassen sozial hoch belastete Straßenzüge und Wohnblöcke, daneben aber auch ausgesprochen bürgerliche Viertel. Es sind Stadtquartiere, die aufgrund des sozialen Umfelds, des Images, der städtebaulichen Qualität, der Verkehrsbelastung, der Infrastruktur und anderer Merkmale besonders zu betrachten sind. Es handelt sich um typische Nord-Stadtteile des Ruhrgebiets, die durch ihre Nähe zur Industrie geprägt wurden und durch Wohnungsbau für Arbeiter gewachsen sind.
Stadtteil Eppinghofen
Die Koordinierungsstelle Integration der Stadt Mülheim an der Ruhr arbeitet eng mit den Integrationsakteuren vor Ort zusammen. In enger Kooperation mit den Akteuren für Integration in Mülheim an der Ruhr wurde 2008 das Gutachten "Sozialräumliche Integration in Mülheim an der Ruhr - Empfehlungen für eine Handlungsstrategie" erstellt. Mit dem Gutachten liegt ein gesamtstädtisches Konzept vor, das integrationspolitische und sozialraumbezogene Ansätze verbindet. Im Rahmen des Modellvorhabens sollen die Empfehlungen aufgegriffen und in einen langfristig angelegten Aktionsplan eingefügt werden. Dabei will die Stadt das Augenmerk vor allem auf die benachteiligten Stadtteile Eppinghofen und Styrum richten.
Stadtteil Styrum
An dem Projekt sollen neben den (Migranten-)Organisationen, Vereinen und Verbänden die verschiedenen Ämter und Fachbereiche beteiligt werden, um vorhandene Kompetenzen zu nutzen und Synergien zu erzielen. Weiterhin zielt das Vorhaben auf eine engere Kooperation mit den Migrantenorganisationen und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund bei der Ausgestaltung konkreter Umsetzungsschritte.
Projektziele
Übergeordnetes Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Teilhabe- und Teilnahmechancen aller Mülheimerinnen und Mülheimer in relevanten Lebensbereichen. Hierzu soll eine kommunale Handlungsstrategie mit anschließendem Aktionsplan auf Grundlage bisheriger Arbeiten und Erfahrungen erstellt werden. Neben der Entwicklung der Handlungsstrategie soll in ausgewählten Handlungsbereichen bis zum Ende der Projektzeit mit der konkreten Umsetzung des Aktionsplans begonnen werden. Dabei sollen Maßnahmen und Projekte für die Stadtteile Eppinghofen und Styrum und für die Gesamtstadt unterschieden werden. Ein weiters Ziel ist die inhaltliche Verknüpfung von Integrations- und Stadt(-teil)entwicklungspolitik und die nachhaltige Entwicklung von Kooperationsformen sowohl zwischen den Akteuren auf städtischer Seite als auch mit den Akteuren vor Ort. Dies soll den Integrationsprozess strukturierter und effizienter gestalten und ihn auf eine breitere und gemeinsame Basis stellen.
Strategie
Die Koordinierungsstelle Integration der Stadt Mülheim an der Ruhr, Dezernat Arbeit, Soziales, Gesundheit und Sport wird als sogenannte ExWoSt-Koordinierungsstelle das Projekt umsetzen. Die Umsetzung wird von einer über das Vorhaben hinaus arbeitenden Steuerungsgruppe begleitet, die aus dem Beigeordneten, der Koordinierungsstelle Integration und den Projektpartnern besteht. Das Vorhaben setzt auf intensive Kooperation mit laufenden Projekten und Akteuren, die das gemeinsame Ziel der verbesserten Teilhabe für Alle an Bildung, gesellschaftlichem, kulturellem, wirtschaftlichem und politischen Leben verbindet.
Fußballspiel in Styrum
Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Handlungsstrategie werden ressortübergreifend gemeinsame Handlungsfelder bestimmt und in Kooperation mit Migrantenorganisationen, Jugendlichen und Integrations-, Sozial-, Bildungs-, Stadtentwicklungs- und Stadtplanungsexperten ein Aktionsplan erarbeitet, der Integrations- und Stadt(-teil)entwicklungspolitik direkt miteinander verknüpft und in die konkrete Umsetzung gehen soll.
Methode und Projektstruktur
Das Modellvorhaben umfasst zwei maßgebliche methodische Schritte:
- Die Operationalisierung des vorliegenden Gutachtens in Verbindung mit weiteren Arbeiten in einem kommunikativen Verfahren mit breiter Akteursbeteiligung. Im Ergebnis wird daraus eine Handlungsstrategie mit anschließendem Aktionsplan entstehen, der über die Projektzeit hinaus weiterverfolgt und fortgeschrieben werden soll.
- Die Umsetzung von konkreten Maßnahmen aus dem Aktionsplan vor Ort in den zwei Stadtteilen unter Federführung der Koordinierungsstelle Integration.
Konkreter Projektablauf
- Koordinierung des Austauschprozesses der Projektbeteiligten
- Zusammenfassung und Bewertung vorhandener Projekte und Maßnahmen
- Beginn der Entwicklung und Erstellung der Handlungsstrategie und des Aktionsplans
- Der Aktionsplan soll als fortzuschreibender Aktionsplan mit den Akteuren im Rahmen eines Workshops verabschiedet werden.
- Nach der Verabschiedung soll der Aktionsplan in die Beratungsfolge der politischen Gremien gebracht und so auf eine noch breitere Basis gestellt werden. Begleitend dazu erfolgt die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.
- Zeitnah soll die Bestimmung und Verknüpfung von Handlungsfeldern und Maßnahmen erfolgen, um den Teil des Aktionsplans zu konkretisieren, mit dessen Umsetzung bereits in der Projektzeit begonnen werden soll.
- Entwicklung und Umsetzung erster Schritte aus dem Aktionsplan mit den beteiligten Akteuren vor Ort
- Regelmäßige Treffen der Projektpartner und der Steuerungsgruppe
- Abschlussveranstaltung mit allen Akteuren, bei der der Sachstand der Umsetzung und die Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Gleichzeitig Übergabe der Federführung an die Koordinierungsstelle Integration zur Fortschreibung der Handlungsstrategie und des Aktionsplans
Innovation
- Wissenschaftliche Ergebnisse (Gutachten) werden systematisch mit Erfahrungen auf kleinräumiger Ebene verknüpft. Operationalisierung auch im Hinblick auf die vorhandenen städtischen und lokalen Akteursstrukturen. Besonderheit: Die nachhaltige Entwicklung und Verzahnung unterschiedlicher Fachbereiche und Strategien, insbesondere die Verknüpfung von stadtentwicklungspolitischen mit integrationsbezogenen Strategien.
Projektträger
Stadt Mülheim an der Ruhr
Dezernat Arbeit, Soziales, Gesundheit und Sport
Ruhrstraße 1
45468 Mülheim an der Ruhr
Ansprechpartner:
Beigeordneter Ulrich Ernst
Tel.: +49 208 455-9951
Fax: +49 208 455-589951
ulrich.ernst@stadt-mh.de

