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1002 Waldemar Otto, Worpswede, Künstler

(weitere Mitwirkende siehe Teilnehmerverzeichnis)

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ArbeitsmodellArbeitsmodell

ArbeitsmodellArbeitsmodell

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

ArbeitsmodellArbeitsmodell

ArbeitsmodellArbeitsmodell

Erläuterung der Entwurfsverfasser

Zwei Themen - ein Denkmal
Freiheitsrevolution - Einheit
Während der „Einheitsbogen“ - als Symbol für Einheit stehend - lesbar, tradierbar und inhaltlich wirksam zu bleiben verspricht, ist das Thema friedliche Revolution schwerer zu fassen - jedenfalls nicht durch ein symbolisches Kürzel. Hier aber bietet sich, fast unabweisbar, das Bild der Kerzenträger der Nikolaikirche an, das längst im kollektiven Bewusstsein verankert ist.
Was immer in Leipzig entsteht und natürlich auch entstehen soll - es wäre schwer verständlich, bei dem zentralen Freiheitsdenkmal in Berlin auf die durchaus bildhafte Darstellbarkeit dieser Ereignisse zu verzichten.
Auch wäre es historisch inkorrekt, es unerwähnt zu lassen. Deshalb wird der „Einheitsbogen“ ergänzt durch die Szenarien „Nikolaikirche“ und „Demonstranten Alexanderplatz“, um den Mut der Demonstranten zu würdigen und das große Thema „Freiheit“ als Grundlage der Einheit zu betonen. Bei der Ausführung der Szenarien könnten weitere Bildhauer hinzugezogen
werden, was den Einheitscharakter des Denkmals unterstreichen würde.
Für die unterschiedlichen Themen Freiheit und Einheit, die zu einem einheitlichen Denkmal verschmolzen werden sollen, müssen verschiedene formale Elemente eingesetzt werden. Der „Einheitsbogen“, der sich aus den gemauerten Stützgewölben des Sockels heraus erhebt, steht für die Einheit von unten und ist als dominante architektonische Symbolform für Einheit lesbar. Für das Thema Freiheitsrevolution steht die nahe liegende Darstellung der beiden entscheidenden Demonstrationsereignisse „Nikolaikirche“ und Alexanderplatz“, die als Szenarien aus Reliefs, halb und vollplastischen Figuren gestaltet sind. Diese Darstellungen sind historisch erforderlich und thematisch unumgänglich.

Einheitsbogen
Um dem Freiheits- und Einheitsdenkmal gegenüber der mächtigen Barockfassade des wiedererbauten Schlosses eine hinreichende Größe zu geben und Aufmerksamkeit zu sichern, ist der Einheitsbogen mit seiner markanten Bogenform größenmäßig so komponiert, dass er sich frontal betrachtet genau auf den Portikus bezieht und damit eine genügende Monumentalität erlangt. Zugleich ist er schlank genug, um den Portikus nicht zu verdecken.
Im Kontrast zur Herrschaftsarchitektur der Schlossfassade ist er aus dem eher volkstümlichen Material des Backsteins geplant, wie er aus den Ziegelgewölben des Sockels herauswächst - zeichenhaft für die Einheitsbewegung von unten. Schlossfassade und Einheitsbogen akzentuieren sich formal und materialmäßig gegenseitig.

Szenarien
Bei einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema „friedliche Revolution“ und der Aufgabe seiner künstlerisch authentischen Umsetzung scheint es unumgänglich, figürliche Elemente in den Gestaltungsvorschlag einzubeziehen. Dies erfolgt hier in den beiden Szenarien „Nikolaikirche“ und „Demonstration Alexanderplatz“.
Die Szenarien entwickeln sich von einer Reliefwand aus, gewinnen Volumen mit Hochreliefteilen, gehen zu halbplastischen und schließlich vollplastischen Figurationen über. Es entsteht eine Tiefenstaffelung, deren gedrängte Dichte zum formalen Kanon aller Gestalten der Szenarien wird. Die Figurenmotive werden nach Möglichkeit von dokumentarischem Material abgeleitet.
Die Betrachter können zwischen den Reliefwänden und den davor freistehenden Figuren einherwandeln und die Entschlossenheit und Solidarität der Gruppe, aber auch die Gefährdung und Verletzlichkeit des Einzelnen nachempfinden.
Die Figuren sollen etwa lebensgroß sein und in Bronze gegossen werden (teilweise farbig gefasst). Das Material ist absolut witterungsund altersbeständig und bedarf keiner weiteren Pflege.

Denkmalsockel
Der Sockel des Denkmals bleibt in seiner Form und seinem Profil erhalten. Anstelle der vorhandenen und unzureichenden Absturzsicherung am Spreekanal tritt eine umlaufende Brüstung aus Sandstein, die auf die ebenso sandsteinverkleidete Uferfront aufgesetzt wird. Die historischen Spuren in der Oberfläche werden im Sinne einer Rekonstruktion des Sockelbelages freigelegt, restauriert und durch neu anzulegende Plattenbeläge ergänzt.
Auf der Ostseite des Denkmals wird die Sockelfläche zwischen den beiden Treppenanlagen erweitert und durch eine Brüstung abgeschlossen. Bänke aus Naturstein werden auf der Westseite des Denkmals platziert. Eine behindertengerechte Rampe führt auf den Sockel, entlang der Kante zum Schlossplatz.

Option
Wenn man doch noch zur Einsicht gelangen sollte, dass eine Stätte der Information in unmittelbarer Nähe des Denkmals sinnvoll wäre, wie sie sich sehr erfolgreich am Holocaustdenkmal bewährt hat, so ließen sich leicht an den Innenseiten der Fußpunkte des Bogens je eine Treppe und ein Aufzug integrieren, um die baulich höchst eindrucksvollen Gewölbe unter dem Denkmal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Informationen dort unterzubringen.



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