Bundesministerium des Innern
Neubau des Bundesinnenministeriums in Berlin
Stadtplatz vor dem Bundesinnenministerium
Quelle: Müller Reimann Architekten
Die Baumaßnahme in Zahlen und Daten
BAUHERR
Bundesanstalt für Immobiliienaufgaben, vertreten durch das
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
| ENTWURF | Thomas Müller, Ivan Reimann Architekten, Berlin |
| GRUNDSTÜCKSGRÖSSE | rd. 36.000 qm |
| NUTZFLÄCHE | 40.322 qm |
| GESAMTBAUKOSTEN | rd. 208,13 Mio. Euro |
| PLANUNGSBEGINN | 2005 |
| WETTBEWERB | 2007 |
| BAUBEGINN | 2011 |
| FERTIGSTELLUNG | 2014 |
Eingangshof
Quelle: Müller Reimann Architekten
Derzeit ist das Bundesministerium des Innern (BMI) in Berlin dezentral in drei Liegenschaften untergebracht, unter anderem in einem Mietobjekt in Berlin-Moabit. Aus Wirtschaftlichkeits- und Sicherheitsgründen empfahl der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im Mai 2007 die zentrale Unterbringung aller Berliner Mitarbeiter des BMI unter einem Dach und stimmte dem ersten Kostenentwurf für einen Neubau, der Entscheidungsunterlage Bau (ES-Bau), und der anschließenden Durchführung eines Architekturwettbewerbes zu. Das für den Neubau vorgesehene, circa 36.000 Quadratmeter große bundeseigene Grundstück befindet sich in zentraler Lage in der Lüneburger Straße/Ingeborg-Drewitz-Allee in Berlin-Mitte, Ortsteil Moabit, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Regierungsviertel, dem Tiergarten und dem Hauptbahnhof.
Aus dem vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführten Realisierungswettbewerb ging das Architekturbüro von Thomas Müller und Ivan Reimann aus Berlin, von dem bereits der Neubau des Auswärtigen Amts am Werderschen Markt in Berlin stammt, als Sieger hervor. Am 26. Oktober 2007 hatte sich das Preisgericht unter dem Vorsitz des Rotterdamer Architekten Prof. Kees Christiaanse für den aus drei „Z“ zusammengesetzten, unterschiedlich hohen Baukörper von Müller Reimann entschieden.
Das Bundesbauministerium begrüßte die Preisgerichtsentscheidung: „Dem Entwurf des Architekturbüros Thomas Müller und Ivan Reimann gelingt es auf eindrucksvolle Weise einen repräsentativen Ministeriumsbau auf schwierigem Gelände zu platzieren. Das Planungskonzept fügt sich mit seiner unaufdringlichen Präsenz in die prominente Umgebung gut ein. Es soll ein vorbildhaftes Gebäude werden, das hohen Maßstäben an Gestaltung, Funktionalität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit genügt. Der aus dem Architektenwettbewerb prämierte Entwurf von Müller und Reimann bietet eine gute Grundlage, diese Ziele tatsächlich zu erreichen. Der Architektenwettbewerb hat sich hier wiederum als ein gutes Instrument bewiesen, im Vergleich vieler Entwurfsideen die beste Lösung zu finden.“
Auszüge aus dem Juryprotokoll zum 1. Preis: Thomas Müller, Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin:
„Das auf den ersten Blick merkwürdig verzerrte Haus fügt sich bei genauerer Betrachtung wie selbstverständlich in das unregelmäßig zugeschnittene Grundstück ein. Dies wird erreicht durch eine dynamische Staffelung von drei Z-förmigen Gebäudevolumina, die durch ihre Verschränkung zwei auf die Maßstäblichkeit der umliegenden Räume reagierende Höfe erzeugen / freigeben.
Die Baukörper treppen sich von der Straße Alt-Moabit in Richtung Ingeborg-Drewitz-Allee von 5 auf 9 Geschosse hoch, wirken also an der Straße Alt-Moabit eher zurückhaltend, während sie mit einer 9-geschossigen, turmartigen Bebauung an der Ingeborg-Drewitz-Allee eindeutig die Protokollvorfahrt markieren.
Im Inneren besticht das Gebäude durch eine elegante Wegeführung vom am ‚Stadtplatz’ gelegenen Eingang über den Eingangshof zum Foyer, von wo aus man in die Büros oder über eine großzügige Treppenanlage in den Lichthof und zum ‚Gartenplatz’, der Protokollzufahrt gelangt. Die ruhige, aus einem durchgehenden Fenstermodul bestehende Travertinfassade erlaubt eine flexible Büronutzung und gewährleistet eine sehr gute Belichtung der dahinterliegenden Arbeitsplätze.
Die Qualität der Durcharbeitung zu den Themen Energiekonzept, Tageslichtnutzung und Nachhaltigkeit ist als sehr hoch einzustufen, wobei die energetische Integration des Atriums noch nicht abschließend entschieden ist. Insgesamt überzeugt das Haus durch seine unaufdringliche Präsenz und wird so dem Selbstverständnis eines Ministeriums gerecht.“
