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Kunst am Bau

Der Berliner Künstler Thorsten Goldberg gewinnt den Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die „Kreuzbauten“ in Bonn. Am 12. Juli 2010, 14 Uhr, wird der Siegerentwurf erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Ausstellung aller eingereichten Entwürfe ist geöffnet vom 13. bis 23. Juli 2010, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr im Foyer des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Robert-Schumann-Platz 1, 53175 Bonn.

Der Siegerentwurf fügt den 15 Kunstwerken auf dem 33.000 qm großen Gelände der in den siebziger Jahren als Ministerienstandort erbauten Bonner Kreuzbauten nicht nur ein weiteres hinzu, sondern reflektiert mit einer Projektion auf Glas die vorhandenen Kunstobjekte. Der siegreiche Künstler Thorsten Goldberg aus Berlin würdigt damit die vorhandenen Strukturen der Liegenschaft: „Es ist das Zusammenwirken der gestalteten Freiräume, der Kunst und der Architektur, die die Qualität der Anlage ausmachen.“

An der exponierten Südsüdostecke der vollständig verglasten Kantine werden auf mehreren nebeneinander liegenden Glasscheiben Bilder projiziert, die als Spiegelung erscheinen. „Dargestellt werden Ansichten des Geländes, gestaltete Räume und das Miteinander der Kunstwerke und der gebauten Umgebung“, so der Künstler. „Weil das projizierte Bild gar nicht so anders ist als die tatsächliche Situation hinter dem Betrachter, fällt der Transport des Bildes von einem Ende der Liegenschaft bis hierhin auf der Scheibe erst einmal nicht auf. Auch überlagert sich die projizierte Spiegelung mit der vorhandenen Fähigkeit der Scheibe, den Betrachter und die Umgebung zu spiegeln.“

Um ein Bild zu schaffen, das „glaubwürdig und gleichzeitig als Erzählung funktioniert“, soll aus einem Bildarchiv im täglichen Wechsel jeweils ein Bild projiziert werden. Gleichzeitig kann über eine interaktive Steuerung mit einer Geste das Archiv durchgescrollt werden, d. h. Bilder lassen sich von links nach rechts und von rechts nach links schieben. Somit „wird quasi eine virtuelle Reise über das Gelände unternommen“. Die vorhandene Rasterung der Scheiben ist wie Frames in einer Timeline angeordnet. „Der Bildwechsel entsteht als einfache Wischblende, indem das neue Bild das vorhergehende von links nach rechts zügig linear wegschiebt.“

„Es soll keine Dokumentation der Liegenschaft und der Kunst entstehen, sondern ein Bild am Rande der Aufmerksamkeit oder ein beiläufiges Phänomen“, so der Künstler Thorsten Goldberg in seiner Entwurfspräsentation.

Das Preisgericht unter Leitung der Direktorin des Leopold-Hoesch-Museum in Düren, Frau Dr. Renate Goldmann, kürte die Arbeit von Thorsten Goldberg einstimmig zum Sieger und begründete diese Entscheidung: „Die Arbeit führt einerseits in besonderer Weise die dezentrale Kunstwerke- und Raumsituation auf der Liegenschaft des BMBF fort und visualisiert andererseits die Vielfältigkeit der vorhandenen Skulpturen in zeitgenössisch medialer Weise. Die Lokalisierung der Arbeit zwischen den Eingängen zum Casino erfasst einen großen Mitarbeiter- und Besucherstrom und weckt auf sensible Art die Aufmerksamkeit für die vorhandenen Kunstwerke.

Die virtuelle Reise über das Gelände ist auch unter dem interaktiven Aspekt, der dem Betrachter zum Handeln auffordert, sehr gelungen. Insofern wird ein kultureller Prozess in Gang gesetzt, der jeden Tag bzw. zu jeder Zeit weitergeführt werden kann.“

>>Einladungskarte zur Ausstellungseröffnung

>>Flyer der Wettbewerbsergebnisse

Siegerentwurf Perspektive 1Siegerentwurf Perspektive 1

Siegerentwurf Perspektive 2Siegerentwurf Perspektive 2



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