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Deutsche Schule Madrid - Ergebnis des Realisierungswettbewerbs

Preise und Anerkennungen:

1. Preis Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft mbH, Berlin (Unterlagen)

1. Preis, Deutsche Schule MadridGrüntuch Ernst Planungsges. mbh (Architekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Lützow 7 C.Müller, J. Wehberg (Landschaftsarchitekt), in Arbeitsgemeinschaft mit GTB-Berlin Gesellschaft für Technik am Bau mbH (Tragwerksplaner), in Arbeitsgemeinschaft mit Ingenieurgesellschaft Ridder- und Meyn mbH-Berlin (Technische Gebäudeausrüstung)

Beurteilung des Preisgerichts
Die Gebäudestruktur ist zugleich als Großform und Einzelbaukörper lesbar. Sie schafft durch ihre emblematische, organische Figur ein hohes Identifikationspotential für die Schüler. Es gelingt, die Verbindung von Innen- und Außenräumen und vielfältige Ausblicke in die umgebende Landschaft zu ermöglichen. Die Innenhöfe und übrigen Außenräume sind sehr differenziert durchgestaltet. Die funktionale Zuordnung ist hervorragend gelöst. Die einzelnen Einheiten sind gegebenenfalls auch gut separat nutzbar. Durch gleichzeitige Nutzung des Vorplatzes für Parkierung und Erschließung kommt es zu Konflikten mit der fußläufigen Erschließung. Hier besteht Überarbeitungsbedarf. Die Innenräume sind natürlich belichtet. In den Außenräumen wird baulich auf die sommerlichen klimatischen Bedingungen reagiert. Trotz der komplexen Geometrie sind die Raumzuschnitte sehr gut dimensioniert und nutzbar, Einschränkungen sind bei dem fehlenden zugeordneten Außenraum des Kindergartenobergeschosses zu sehen. Der Entwurf folgt sprachlich dem Zeitgeist. Die konstruktiv anmutende Fassadengestaltung dient in erster Linie optischen Belangen und ist nicht aus den Notwendigkeiten des Gebäudetragwerks entwickelt. Die Verwendbarkeit von Ultra-Leichtbeton ist zu prüfen. Die Arbeit weist gute wirtschaftliche Kenndaten auf.

Entscheidung und Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht, das am 24. Juli 2009 unter dem Vorsitz von Frau Jórunn Ragnarsdóttir tagte, empfahl einstimmig den 1. Preis zur Realisierung unter Berücksichtigung der Hinweise in der schriftlichen Beurteilung.

2. Preis Staab Architekten GVAmbH, Berlin

2. Preis, Deutsche Schule MadridStaab Architekten GVAMBH (Architekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten (Landschaftsarchitekt), in Arbeitsgemeinschaft mit OSD GMBH & CO.KG Office of structural Design (Tragwerksplaner), in Arbeitsgemeinschaft mit Winter Ingenieure für Gebäudetechnik Berlin GMBH (Technische Gebäudeausrüstung)

Beurteilung des Preisgerichts
Der Entwurf besticht durch seine städtebaulich-landschaftliche Disposition. Mit der freien Komposition von 5 sehr maßstäblich gedachten Häusern entsteht ein erlebbarer konzentrierter Campus am Übergang zur weiten Landschaft.Bereits am Haupteingang durch das „öffentliche Haus“ in Lage und Nutzung sinnvoll akzentuiert wird dieses konzeptbestimmte Thema eindrucksvoll offeriert. Die Deutsche Schule erhält sowohl eine klare Adresse als auch die Ablesbarkeit einzelner Schulhäuser.
Auch aus dem Gebäudeinneren heraus ist dieses spannende Wechselspiel zwischen Landschaft und städtebaulicher Verdichtung auf vielfältige Weise erlebbar. Den Gebäuden sind jeweils architektonische Höfe zugeordnet, die sich in den Landschaftsraum hinein schieben. Die Einfriedungsmauer formuliert hier konsequent scharfe Grenzen. Aufenthaltsqualität entsteht hier durch eingestellte Großbäume, Variationen der Mauer zu Sitzelementen, Nischen oder Schatten spendendem Laubengang, sowie Unterschnitte in den Gebäuden. Diese Höfe besitzen das Potential sich zu attraktiven, individuellen Orten zu entwickeln. Im Kontrast zu den Höfen stehen die „grünen Finger“. Mit ihnen ergibt sich die Chance sehr flexibel auf die Wünsche und Unterhaltsmöglichkeiten der Schule zu reagieren und ein differenziertes „grünes Gefüge“ zu erzeugen.
Die Schulgebäude sind sinnvoll aufgebaut, verfügen über vielfältige Raumzusammenhänge und flexibel nutzbare Flurzonen.
Der großen konzeptionellen Stärke stehen funktionelle Defizite gegenüber. Hierbei ist insbesondere zu nennen, dass die Aula deutlich zu klein bemessen ist und Verwaltungsräume sowie die Küche im Untergeschoss allenfalls über schmale Lichthöfe belichtet werden. Auch dass sich der zentrale Eingangshof quasi über den Köpfen der Schulverwaltung befindet wird zumindest psychologisch als problematisch beurteilt. Die unaufgeregte aber durchaus differenzierte Architektursprache wird als angemessen beurteilt. Insgesamt entsteht eine neue deutsche Schule, die sich mit wenigen Setzungen an diesem Ort sensibel und intensiv verankert.

3. Preis Sauerbruch Hutton International GMBH, Berlin

3. Preis, Deutsche Schule MadridSauerbrucht Hutton International GMBH (Architekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Ecosistema Urbano Arquitectos S.L.P (Landschaftsarchitekt), in Arbeitsgemeinschaft mit fd-ingenieure, dipl.-ing. f.dröse (Tragwerksplaner), in Arbeitsgemeinschaft mit Reuter Rührgartner Planungsges. für Gebäudetechnik mbH (Technische Gebäudeausrüstung)

Beurteilung des Preisgerichts
Die neue Deutsche Schule Madrid besticht durch ihre zeichenhafte Präsenz im Übergang von Peripherie zum großartigen Landschaftsraum, und zwar nicht über Baumassen, sondern durch die horizontale Linearität des elegant weitauskragenden hohen Vordachs und der farbig gegliederten Glasfassade. Das ist der erste markante Eindruck für Schüler, Eltern und Gästen. Hier öffnet sich die Schule für die Schüler, die über eine spannungsvolle Raumfolge ins Innere klar geführt werden. Hier zeigen sich die öffentlichen Nutzungen wie Aula und Sporthalle zur Straße und ragen auch zeichenhaft aus dem Plateau heraus. Eine Fremdnutzung ist dadurch gut zu integrieren. Erste Einblicke lassen sich über die Gartentreppe auf das bespielbare Dach erahnen. Denn von dort wird der großartige Blick auf die Berge in Szene gesetzt. Nahezu das gesamte Grundstück bleibt Frei- und Bewegungsfläche für die Schüler mit Einblicken in die intimen und dicht begrünten Innenhöfe. Es entsteht so ein schöner räumlicher Kontrast von der Weite des Geländes zur Intimität der Innenhöfe. Die Arbeit bezieht sich typologisch auf die überzeugenden Atriumschulen der Moderne und interpretiert dieses Thema mit den Anforderungen der Deutschen Schule in Madrid neu. Der Kindergarten ist Teil des räumlichen Systems unter Berücksichtigung der geforderten separaten Erschließung. Die Schule ist im Innern übersichtlich in Grund- und Oberschule gegliedert und alle Klassen öffnen sich zu den Höfen. Dadurch entstünde auch bei dieser großen Schule eine familiäre Atmosphäre für die Schüler. Kontrovers wurde im Preisgericht diskutiert, ob das zweite Geschoss des Klassentraktes, das nach unten ins Erdreich entwickeln darf oder ob das überhaupt als solches spürbar wird. Denn die Dimension der Innenhöfe ist bei dieser Gebäudehöhe angemessen groß bemessen und die Höfe lassen eine Intimität erahnen. Sicherlich erzeugt diese Schule Wege, die zwar räumlich licht und spannungsvoll geführt werden, aber insbesondere bei dem hinteren Teil der Oberschule kritisch zu bewerten sind. Ein Aufzug ist zu wenig bei diesem weitläufigen Konzept. Über die gestalterische Stärke hinaus besticht das Konzept durch die Integration des Energiekonzeptes in die Gesamtidee, denn es gelingt durch die Gebäudeformation nicht nur den Einsatz von Primärenergie zu reduzieren, sondern die Gewinnung von Primärenergie wird überzeugend nachgewiesen.

4. Preis Moneo Brock Studio, Madrid

4. Preis, Deutsche Schule MadridMoneo Brock Studio (Architekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Fonts Retail, S.L. (Landschaftsarchitekt), in Arbeitsgemeinschaft mit BIS Arquitectes, David Garcia, S.L. (Tragwerksplaner), in Arbeitsgemeinschaft mit AIA Arquitectos (Technische Gebäudeausrüstung)

Beurteilung des Preisgerichts
Eine überraschende städtebauliche Lösung geschwungener Gebäudebänder mit bis zu 4 Etagen, zum Teil aufgeständert, schafft einen interessanten Ort großer Prägnanz. Die raumbildende, organische Form, umschließt Höfe, bildet Terrassen aus und ermöglicht vielfältige räumliche Milieus mit grandiosem Ausblick in die Landschaft. Dazu trägt die Nutzung der Dachlandschaft als Freiraum für Pausenflächen und Sportanlagen bei. Die aufregende Architektur ist auf den ersten Blick nicht leicht zu lesen, wie wohl bei vertiefter Betrachtung ihr eine solide funktionale Organisation zu Grunde liegt: vom östlichen Kindergartenflügel über die 2 ½-geschossige Grundschule, den zusammenschaltbaren Zentralbereich mit Aula, Cafeteria, Speiseraum und Foyer sowie der 3-geschossigen Oberschule und einen aufgeständerten, naturwissenschaftlichen Flügel im 4. Obergeschoss. Allen Bereichen sind direkte Pausen- und Freiflächen zugeordnet, die in bis zu 3 Ebenen beziehungsweise Terrassen organisiert sind. Auch dem Lehrerbereich wird in prominenter Lage eine eigene „Lehrerterrasse“ zugeordnet. Der nördlich angelagerte Sportfreiraum ist sehr bunt, vielfältig und in zum Teil fragwürdiger Landschaftsgestaltung geplant. Dadurch wird ein starker Kontrast zur Umgebung erzeugt.
Die Grundrisse sind gut organisiert, was angesichts der komplexen Struktur zunächst überrascht. Die Flure bieten Angebote für Gruppenarbeit und Treffpunkte, die Zuordnung von Klassenräumen und Gruppenräumen ist gut. Im „musischen Flügel“ werden an richtiger, zentraler Stelle Bibliothek, Musik- und Kunsträume angeboten. Die vom Foyer erschlossene Aula wird direkt angrenzend im offenen Hof durch ein Amphitheater ergänzt, das unterhalb der aufgeständerten Grundschule Ausblicke in die freie Landschaft gewährleistet.
Der einladende schattenspendende Eingangsbereich und die Bus- und PKW Vorfahrten bieten der Deutschen Schule ein  attraktives Entree. Die Konstruktion ist gut durchdacht, aber aufwändig. Hinzu kommt ein eher ungünstiges Verhältnis BGF/BRI, sodass die Überschreitung des Kostenrahmens nicht überrascht. Auch die Glasfassade, die in 6 himmelsrichtungorientierten unterschiedlichen Typen mit horizontalen Lamellen, zum Teil mit Photovoltaik ausgeführt werden, führen zu höheren Aufwändungen. Gleiches dürfte für den Unterhalt von Gebäude und Freiflächen gelten. Insgesamt eine attraktive, aufregende aber auch ungewöhnliche Deutsche Schule, die emblematische Qualitäten hat, aber auch kontrovers diskutiert wird. Die wirtschaftliche Umsetzung des Entwurfs wirft Fragen auf.

Anerkennung Thomas Müller, Ivan Reimann, Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Anerkennung, Deutsche Schule MadridThomas Müller, Ivan Reimann, Gesellschaft von Architekten mbh (Architekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Vogt Landschaftsarchitekten AG (Landschaftsarchitekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Hartwich/Merlens/Ingenieure Planungsges. für Bauwesen mbH (Tragwerksplaner), in Arbeitsgemeinschaft mit Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH (Technische Gebäudeausrüstung)

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts
Das Gebäude schafft durch seine mäandrierende Großform differenzierte Außenräume bzw. Hofsituationen. Es entstehen gut belichtete Innenräume mit vielfältigen Ausblicken in die umgebende Landschaft. Durch die großzügige Eingangssituation in Verbindung mit Säulenumgang und baumbestandenem Innenhof entsteht ein angenehmes Entree. Die funktionalen Zusammenhänge sind gut gelöst.

Anerkennung Mansilla + Tuñón Arquitectos, Madrid

Anerkennung, Deutsche Schule MadridMansilla Tuñón+Arquitectos (Architekt) in Arbeitsgemeinschaft mit Benavides Laperche Paisajismo (Landschaftsarchitekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Gogaite S.L., Alfonso Gómez Gaite (Tragwerksplaner), in Arbeitsgemeinschaft mit Grupo JG, Emilio González Gaya (Technische Gebäudeausrüstung)

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts
Das vorgelegte städtebauliche Konzept, eine Mischung aus Campus- und Pavillionstrukturen zeigt einen überzeugenden Umgang mit der städtebaulichen Situation und der Lösung der funktionalen Aufgabe.
Die Einzelhäuser schaffen angenehme und spannungsreiche Zwischenräume und verschließen den Blick in die freie Landschaft nicht. Den jeweiligen Einzelgebäuden sind klare Funktionen zugeordnet. Es entsteht so eine gute Orientierung für Schüler, Lehrer und Nutzer.
Durch die Stellung und Anordnung der Gebäude entstehen interessante Räume, die durch die gegebene Verschattung und Maßstäblichkeit eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Anerkennung Schilling Planung GmbH, Köln

Anerkennung, Deutsche Schule MadridSchilling Planung GmbH (Architekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Wirtz International N.V. (Landschaftsarchitekt), in Arbeitsgemeinschaft mit Neeb Ingenieure GmbH (Tragwerksplaner), in Arbeitsgemeinschaft mit PGH Planungsgem. Haustechnik Becker Huke Hoffmann (Technische Gebäudeausrüstung)

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts
Geschickt komponieren die Verfasser das komplexe Raumprogramm der Schule so auf diesem Grundstück, dass die neue Deutsche Schule Madrid eine klare Identität erhält mit zurückhaltender Eleganz. Das liegt nicht nur an der Gestaltung der Fassaden mit ihren großen und gut proportionierten Öffnungen im Verhältnis zu den Gesamtbaukörpern, sondern auch an dem ausgewogenen Zusammenwirken von Gebäude und den differenzierten Freiräumen.



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