Flächenrecycling in suburbanen Räumen: Gute Beispiele des Flächenrecycling in suburbanen Räumen (Best-Practice-Studie)
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Fast 90% aller Brachflächen in Ostdeutschland befinden sich außerhalb zentraler Lagen am Stadtrand und in Streulagen. Erstmals wurde deren Neunutzung unter dem Fokus Renaturierung auf Basis von 102 kommunalen Projektbeiträgen, 18 Fallstudien und Experteninterviews untersucht, dokumentiert und handlungsleitend typisiert.
Projektlaufzeit: III. Quartal 2004 - II. Quartal 2005
Die räumliche Entwicklung in Ostdeutschland ist mehr denn je durch tiefgreifende Umbrüche geprägt. Insbesondere im suburbanen Raum, egal ob städtisch und ländlich geprägt, wird die Dimension des Strukturwandels besonders deutlich. Brachgefallene Industrie-, Gewerbe- und Infrastrukturanlagen, riesige Konversionsflächen, Deponien und Bergbaufolgelandschaften, zurückgelassene Wohnbauten und Großsiedlungen der DDR-Epoche, und weiter nicht mehr benötigte Betriebsflächen der Tier- und Pflanzenproduktion (LPG) oder Freizeit- und Tourismusbrachen, aber auch die öden Planungsbrachen auf der "grünen Wiese", stellen die verantwortlichen Akteure vor weitreichende Herausforderungen im Umbauprozess.
Nur wenige Brachflächen werden sich baulich wiedernutzen lassen. Künftig gilt es sich verstärkt mit Konservierungs- und Renaturierungspotenzialen von Flächenrecyclingmaßnahmen in suburbanen Räumen auseinanderzusetzen.
Ziel der Expertise war die Zusammenstellung, Typisierung, Methodik und Auswahl von Good-Practice-Fallstudien zum "Flächenrecycling in suburbanen Räumen". Die Expertise sollte
a) lehrreiche und gute Beispiele dokumentieren,
b) Impulse für die planerische und politische Herausforderung geben.
Gesucht wurden dazu im Rahmen des Projektes bereits abgeschlossene, laufende
oder geplante Flächenrecyclingprojekte, bei den Brachflächen am Stadtrand oder im
Außenbereich einer
- neuen Nutzung, im Sinne einer klassischen baulichen Wiedernutzung/ Revitalisierung, indem eine derzeit nicht genutzte Fläche wieder in die Verfügbarkeit des Bodenmarktes bzw. in den Flächennutzungskreislauf zurückgeführt wird. Damit entsteht die Möglichkeit der erneuten Nutzung z.B. für Gewerbe, Wohnen, Dienstleistung, etc. im Rahmen einer renditeorientierten Standortentwicklung;
- Freiflächennutzung, bei der Flächen im Siedlungsbereich in aller Regel durch Grünanlagen bestimmt sind und/oder für Freizeit, Erholung und Naturerleben genutzt werden;
- Renaturierung, als Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen und die Behebung nutzungsbedingter Schädigungen von Natur und Landschaft auf devastierten Flächen zugeführt worden sind.
Das BBR wurde bei der Durchführung des Vorhabens von der Fachhochschule Nordhausen mit dem Studiengang Flächen- und Stoffrecycling zusammen mit der Bauhaus-Universität Weimar, Professur Raumplanung und Raumforschung unterstützt. Federführend wurde das Projekt von Frau Ariane Ruff und Christine Wittemann durchgeführt und von Prof. Dr. C. Juckenack, Prof. Dr. D. Genske, Prof. Dr. Welch-Guerra betreut.

