Flächenrecycling in suburbanen Räumen: Akteursorientierte Handlungsstrategien und Arbeitshilfen
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Die Masse der Brachflächen liegt nicht in zentralen Lagen, sondern am Stadtrand und in Streulagen. Diese Flächen sind ungleich schwerer zu revitalisieren. Eine "Image-Broschüre" zeigt Handlungsstrategien für verschiedene Akteursgruppen auf.
Projektlaufzeit: II. Quartal 2004 - II. Quartal 2005
Die Stadtentwicklung in Ostdeutschland durchläuft zurzeit einen tiefgreifenden Wandel. Auslöser hierfür sind demographische und wirtschaftliche Schrumpfungsprozesse sowie überregionale Abwanderungen. Dies führt dazu, dass ehemals genutzte Flächen in großem Umfang brachfallen und keiner neuen Nutzung zugeführt werden können. Die Wiedernutzung von Brachflächen in zentralen Lagen der Städte ist bereits eine wichtige Aufgabe in den meisten Kommunen Ostdeutschlands. Die Integration und Marktgängigkeit dieser Flächen erleichtert Akteuren die Realisierung neuer Nutzungen.
Im suburbanen Raum sind brachgefallene Industrieanlagen, aufgegebene Gewerbeflächen und verwaiste Wohnbauten sowie Planungsbrachen der Nachwendezeit ein ebenso dringender planungsrelevanter Missstand. Wie können diese häufig wenig beachteten Flächen neuen Nutzungen zugeführt werden?
Diese Brachflächen setzen sich neben Konversionsflächen und alten Industrie- und Gewerbeflächen aus DDR-Deutsche Demokratische Republik-Zeit auch aus nach 1989 neu entstandenen Gewerbeflächen, die nur zum Teil belegt sind, zusammen. Hinzu kommen zahlreiche brachliegende Flächen der Tier- und Pflanzenproduktion (LPG). Unterausgelastete Industrie- und Gewerbegebiete aus der Nachwendezeit, die "auf der grünen Wiese" entstanden sind, befinden sich überwiegend in Stadtrandlagen und in suburbanen Räumen.
Die Inwertsetzung von Brachflächen außerhalb zentraler Lagen stellt daher besondere Anforderungen an geeignete Strategien. Eine Steuerungsoption ist die bauliche Wiedernutzung, wenn eine entsprechende Nachfrage nach Flächen gesichert ist. Angesichts des großen Angebots an Flächen ist dies nur in wenigen Regionen Ostdeutschlands gesichert. Anderenfalls ist ein kreativer Umgang mit Brachflächen gefragt. Das Ziel, Brachen wieder nutzbar zu machen, erfordert sowohl einen multidisziplinären als auch einen kreativen Zugang. Kreativität impliziert, bei begrenzten Ressourcen Akteure zu motivieren, das Flächenrecycling auch an weniger marktgängigen Standorten anzugehen. Diese oft wenig beachteten Brachflächen sind kein unvermeidbares Resultat des Transformationsprozesses in Ostdeutschland. Sie stellen vielmehr eine Chance und ein Potenzial für die künftige Stadt- und Regionalentwicklung dar, sei es für die bauliche Wiedernutzung, für Zwischennutzungen oder Renaturierungen.
Ziel des Forschungsprojektes war es, einen Leitfaden für Akteure zur künftigen Nutzung brachliegender Flächen in Ostdeutschland zu erarbeiten. Dabei wurden folgende Aspekte berücksichtigt:
- Brachflächen in suburbanen Räumen zu typisieren,
- den kreativen Umgang mit Brachflächen anhand guter Beispiele vorzustellen,
- dabei insbesondere Beispiele zur dauerhaften Renaturierung von Brachflächen aufzuzeigen,
- Strategien der Inwertsetzung mit Experten zu ermitteln,
- Akteursgruppen gezielt über Strategien der Inwertsetzung zu informieren und
- Akteure für eine neue Nutzung von Brachflächen zu mobilisieren.
Das Projekt war Teil eines Forschungsverbundes: Weitere Teilprojekte von "Flächenrecycling in suburbanen Räumen" waren
- Flächenrecycling in suburbanen Räumen: Gute Beispiele des Flächenrecyclings in suburbanen Räumen (Best-Practice-Studie)
>> weitere Informationen - Flächenrecycling in suburbanen Räumen: Regional ökonomische Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten
>> weitere Informationen
Bei der Durchführung des Projektes wurde das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung von der Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung, vom Planungsbüro Uta Schneider und vom IREGIA e.V. der Technischen Universität Chemnitz unterstützt.

