Stadtquartiere im Umbruch
Start
Ziel des Forschungsfelds war es, aus innovativen Modellvorhaben Hinweise für zukunftssichernde Strategien für solche Stadtteile zu gewinnen, in welchen hohe Bevölkerungsverluste zu Gebäudeleerständen und Brachen führen. Im Blickfeld standen städtebauliche Entwicklungskonzepte und quartierbezogene Maßnahmen zum Rückbau von nicht mehr bedarfsgerechten Infrastruktureinrichtungen.
Projektlaufzeit: März 2005 - Dezember 2008
Im Mittelpunkt des Interesses standen Forschungsfragen hinsichtlich des Rückbaus kommunaler Infrastruktur und der Rückgewinnung von städtischen Freiräumen. Die Einrichtung des Forschungsfelds "Stadtquartiere im Umbruch" konzentrierte sich auf städtebauliche Herausforderungen, die in bisherigen Forschungsprojekten und Begleitforschungen des BBR zum Stadtumbau nicht ausreichend berücksichtigt worden sind.
Ausgangslage
Die Entwicklung unserer Städte ist zunehmend durch Gleichzeitigkeit und räumliche Nachbarschaft von Wachstum und Schrumpfung* gekennzeichnet. Viele Städte im Osten haben bereits erheblich an Bevölkerung verloren. Auch im Westen wird eine wachsende Zahl an Städten von rückläufigen Einwohnerzahlen betroffen sein.
"Stadtentwicklung ohne Wachstum" ist zu einer neuen städtebaulichen Herausforderung geworden. Unter diesen Entwicklungsbedingungen steht auch die Infrastruktur in Frage. Zahlreiche Gemeinbedarfseinrichtungen sind bereits geschlossen. Leerstände von Infrastruktur bieten ein innovatives Potenzial für bürgerschaftliche Aneignung neuer Freiräume. Dort aber, wo Kindertagesstätten, Schulen, Schwimmbäder, Krankenhäuser etc. dauerhaft leer stehen, ist in letzter Konsequenz ein Abriss der Gebäude unvermeidbar.
Bei fehlender Nachfrage - auch durch Zwischennutzungen - wird dem Abriss eine nicht-bauliche Nachnutzungen folgen. Aber die gestalterische Anlage neuer Freiflächen stößt zunehmend auf das Problem knapper Ressourcen für die erforderlichen Investitionen und die dauerhafte Pflege öffentlichen Grüns. Was also tun?
Neben rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten ist auch die politische und bürgerschaftliche Akzeptanz zu berücksichtigen. Zu klären sind Anforderungen an Verfahren und Kompetenz der kommunalen Planung für einen "geordneten Rückbau", der zugleich sozial verträglich und finanziell tragfähig gestaltet werden muss.
* Schrumpfung ist mehr als nur Einwohnerverlust. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess, der nach den BBR-Kriterien durch mehrere Indikatoren gekennzeichnet ist: Bevölkerungsrückgang, Wanderungsverluste, Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzverluste, Kaufkraftschwäche und kommunale Haushaltsnot. Wenn sich die Mehrzahl der Kriterien negativ entwickelt, dann ist nach dieser Definition die Stadt durch Schrumpfung gekennzeichnet.
Ziele
Ziel des Forschungsfeldes war, aus innovativen Modellvorhaben Hinweise für zukunftssichernde Strategien und neue Qualitäten für solche Städte zu gewinnen, in denen hohe Bevölkerungsverluste zu erheblichen Gebäudeleerständen und Brachen führen.
Von zentraler Bedeutung für das Forschungsfeld waren städtebauliche Entwicklungskonzepte und Maßnahmen zur Nachnutzung und Rückbau von nicht mehr bedarfsgerechten Infrastruktureinrichtungen. Hier eröffneten sich für die Kommunen besondere Chancen zur Schaffung neuer Freiräume.
Auftragnehmer des Forschungsfeldes war Raum + Prozess - Kooperative Planung und Stadtentwicklung, Hamburg in Kooperation mit GERTZ GUTSCHE RÜMENAPP Stadtentwicklung und Mobilität - Planung Beratung Forschung

