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Münzwettbewerb

50 Jahre Deutsche Bundesbank

Am 2. November 2006 entschied eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz der
Hamburger Künstlerin Doris Waschk-Balz den Wettbewerb zur Gestaltung einer
10-Euro-Sondermünze für das Jahr 2007. Zu diesem einstufigen Wettbewerb
wurden 15 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Prämiiert und zur
Ausführung empfohlen wurde der Entwurf der aus Belzig stammenden Künstlerin Susanne Kraißer.

1. Preis1. Preis Susanne Kraißer, Belzig

Dem Künstler ist es gut gelungen, auf der Bildseite der Münze die Rolle der Deutschen Bundesbank im komplexen
Wirtschaftsgeschehen bildhaft, eingängig darzustellen und auf ihre wesentliche Aufgabe zu reduzieren. Auf der Waage unten finden sich auf der linken Seite Objekte, die den monetären Teil der Wirtschaft (Geld, Währungsreserven) symbolisieren, während auf der rechten Seite die reale Wirtschaft (Produktionsunternehmen, Banken) ebenfalls gegenständlich repräsentiert wird. Über 50 Jahre hat die Bundesbank zum Ausgleich beider Teile der Wirtschaft und damit zu ihrem Wachstum beigetragen; dies hat der Künstler im Hintergrund mit dem fünf Jahrzehnte umfassenden Diagramm verdeutlicht.
Auf der Wertseite hat der Künstler das Diagrammelement wieder aufgenommen, wodurch eine gute Korrespondenz zur Bildseite hergestellt wird. Der Adler ist würdevoll gestaltet und künstlerisch gut ausgearbeitet.

Randschrift: PREISSTABILITÄT GEWÄHRLEISTEN*

2. Preis2. Preis Antje Born, Halle

Der Entwurf überzeugt durch seine klare Formensprache. Mit wenigen plastisch differenziert ausgearbeiteten Bild- und Schriftelementen gliedert er das Rund der Münze ausgewogen und spannungsreich zugleich. Er versucht, sich dem komplexen Thema mit abstrakten und zeitgemäßen bildnerischen Mitteln anzunähern. Bild- und Wertseite harmonieren in ausgezeichneter Weise miteinander. Inhaltlich trifft er leider nicht den gesetzlichen Auftrag der Deutschen Bundesbank, dem entsprechend sie zuallererst Preisstabilität gewährleisten soll.
Die in den Mittelpunkt gestellt wirtschaftspolitische Zielsetzungen entspricht nicht dem Auftrag der Deutschen Bundesbank.

3. Preis3. Preis Jordi Regel, Berlin

Der Entwurf überzeugt durch seine dynamische Gestaltung, den hohen Abstraktionsgrad und die souveräne Raumaufteilung. Einzelne, wie tektonische Platten gegeneinander verschobenen Elemente, die dem Entwurf eine besondere haptische Qualität verleihen, werden durch einen steil nach oben weisenden Pfeil durchschnitten. Die Schrift ist Teil der Komposition. Damit wird ein Bezug zur Geschichte der Bank hergestellt, die so mit einer aufstrebenden, dynamischen Entwicklung in Verbindung gebracht wird.
Die Gestaltung des Adlers auf der Wertseite nimmt mit den einzelnen, plastisch herausgearbeiteten Elementen die klare künstlerische Handschrift der Bildseite auf. Dabei gelang das Hoheitssymbol der Bundesrepublik Deutschland jedoch wenig überzeugend, insbesondere die untere Hälfte des Adlers wirkt zu massiv und damit disproportioniert.

4. Preis4. Preis Victor Huster, Baden-Baden

Bild- und Wertseite bilden in künstlerisch eigenständiger Handschrift eine überzeugende Einheit. Flächen werden konsequent geteilt, gebrochen und neu zusammen gesetzt.
Eine münztypische Wertziffer 1 dominiert die Bildseite. Die übrigen Motive lassen zwar Anspielungen auf Geldthemen erahnen, ein konkreter Bezug zum Thema „50 Jahre Deutsche Bundesbank“ ist jedoch kaum zu erkennen. Eine gestalterische Verknüpfung der an sich spannungsvollen Schrift zum Bildmotiv fehlt. Dies gilt auch für die Wertseite, auf der die Darstellung des Adlers im Ganzen nicht überzeugt.
Insgesamt in seiner feinen differenzierten Reliefierung ein künstlerisch überzeugender Vorschlag für ein sehr komplexes Thema, der aber inhaltlich zu vage bleibt.

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