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Münzwettbewerb

400 Jahre Keplersche Gesetze

Am 24.April 2008 entschied eine 7-köpfige Jury unter Vorsitz des Künstlers Carsten Theumer, Höhnstedt, die Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze zum Thema

400 JAHRE KEPLERSCHE GESETZE

Zu diesem einstufigen Wettbewerb wurden 15 Künstlerinnen und Künstler eingeladen.
Mit dem 1. Preis ausgezeichnet und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf des Künstlers Prof. Dipl. Ing. Ulrich Böhme, Stuttgart:

RANDSCHRIFT:ASTRONOMIA NOVA – WENDE ZUR HIMMELSMECHANIK

1. Preis Prof. Dipl. Ing. Ulrich Böhme, Stuttgart

Prof. Dipl. Ing. Ulrich Böhme, StuttgartProf. Dipl. Ing. Ulrich Böhme, Stuttgart Quelle: Fotoaufnahmen von H. Felix Gross Fotografie, Ettlingen

Das Motiv „400 Jahre Keplersche Gesetze“ wird auf der Bildseite sowohl in der künstlerischen Darstellung wie auch in sachlicher Hinsicht in überzeugender Weise zum Ausdruck gebracht. Kepler bricht in seiner „Neuen Astronomie“ mit dem antik-mittelalterlichen Axiom von der gleichförmigen Kreisbewegung der Planeten, also mit einer rund 2000 Jahre gültigen Tradition. Dieser Keplersche Genius wird von der das Bild bestimmenden Zeichnung des Gesichtes deutlich betont.
Beim Portrait Keplers ist der besondere künstlerische Ansatz hervorzuheben. Aus den wenigen und teilweise umstrittenen Portraits Keplers hat der Künstler / die Künstlerin ein Profilbildnis neu geschaffen, das künstlerisch überzeugt und die Persönlichkeit Keplers würdigt.
Dabei ist die Idee hervorragend gelungen, nur die markanten Züge des Profils zu zeigen und in enger Verbindung dahinter die mathematisch-physikalischen Ableitungen bildhaft einzubeschreiben. Die geometrische Figur, die zur Demonstration der astronomischen Verhältnisse der Planetenbahn dient, ist wie die kleine Abbildung des vorwärts bewegten Kahnes, die auf die physikalische Begründung des den Himmelsäther durcheilenden Planeten anspielt, aus dem vor 400 Jahren veröffentlichten Werk Keplers entnommen. In dieser Weise ist auf der Bildseite auch inhaltlich die weiterreichende Dimension der Keplerschen Gesetze, eine Physik des Himmels zu fundieren, in den künstlerischen Entwurf hinein genommen und durch ein einfaches stilistisches Mittel wiedergegeben. Die beiden Münzseiten stehen in einem harmonischen Verhältnis zu einander, was durch die gleichartige Anordnung der Schrift deutlich wird. Der Adler gibt die Würde des Hoheitssymbols in deutlicher Weise wieder.

2. Preis Frantisek Chochola, Hamburg

Frantisek Chochola, HamburgKünstler: Frantisek Chochola, Hamburg Quelle: Fotoaufnahmen von H. Felix Gross Fotografie, Ettlingen

Dem Künstler gelingt es, die bahnbrechende Leistung von Johannes Kepler bei der Entdeckung und Formulierung des 1. und 2. Keplerschen Gesetzes der Planetenbewegung (1609) überzeugend und gut nachvollziehbar darzustellen.
Bestechend ist die Kombination verschiedener elliptischer Bahnen mit einem fein herausgearbeiteten Portrait Keplers als Entdecker.
Es wird deutlich, dass alle Himmelsobjekte, Planeten, Monde, Raumfahrzeuge etc. sich auf Keplerschen Bahnen bewegen und eine Verbindung zwischen den Anfängen der neuzeitlichen Astronomie vor 400 Jahren mit der modernen Raumfahrt besteht.
Bild- und Wertseite korrespondieren in hervorragender Weise.

3. Preis Erich Ott, München

Erich Ott, MünchenKünstler: Erich Ott, München Quelle: Fotoaufnahmen von H. Felix Gross Fotografie, Ettlingen

Dem Künstler ist es gelungen, die beiden ersten Keplerschen Gesetze in ihrer Aussage inhaltlich und grafisch auf das wesentliche reduziert überzeugend darzustellen: Die elliptische Planetenbahn und die vom Fahrstrahl überstrichenen gleich großen Flächen von der Sonne unterschiedlich weit entfernter Planeten.
Die Gestaltung der Bildseite ist spannungsvoll, insbesondere durch die diagonal verlaufende Milchstraße und die Anordnung der Sterne.
Die Wertseite mit dem würdevollen Abbild des Adlers korrespondiert in ihrer reduzierten Gestaltung mit der Bildseite.

4. Preis Patrick Niesel, Schwaig

Patrick Niesel, SchwaigKünstler: Patrick Niesel, Schwaig Quelle: Fotoaufnahmen von H. Felix Gross Fotografie, Ettlingen

Der Entwurf stellt auf der Bildseite die Person Keplers in den Fokus, als Person seiner Zeit mit Zirkel und Messgerät. Das Portrait ist fein herausgearbeitet und lehnt sich an die Darstellung des Rychnower Portraits an.
Mit der Aufschrift zu seinem Hauptwerk, der „Astronomia Nova“ von 1609 wird der Hinweis auf seine ersten beiden Gesetze gegeben. Dass diese auch in unserer heutigen Zeit bedeutend sind, zeigt die weitere Darstellung eines Satelliten, der um die Erde kreist und sich auf einer „Keplerbahn“ bewegt. Die Fülle der vielen Details schafft dabei einen breiten Spielraum für Interpretationen und Lesarten.
Auf der Wertseite wird das Gestaltungsprinzip noch einmal verdeutlicht. Das Spiel mit der Plastizität des Adlers im Gegensatz zu der negativ herausgearbeiteten Wertbezeichnung korrespondiert sinnfällig mit Elementen der Vorderseite. Die gesamte Gestaltung, auch die des Adlers, bewegt sich auf tradierten Bahnen und lässt zeitgemäße Impulse vermissen.

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