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MÜNZWETTBEWERB

300 Jahre Porzellanherstellung in Deutschland

Am 6. August 2009 entschied eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz von Professor Bernd Göbel den Wettbewerb zur Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze für das Jahr 2010.

Zu diesem zweistufigen Wettbewerb wurden 30 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Prämiiert und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf des in Stuttgart ansässigen Künstlers Ulrich Böhme.

Copyright der Bilder by: Felix Groß, Ettlingen; Hans-Joachim Wuthenow, Berlin

1. Preis Ulrich Böhme, Stuttgart

Ulrich Böhme, StuttgartUlrich Böhme, Stuttgart

Der Künstler setzt sich mit dem Thema Porzellan auf eine erfrischende und unkonventionelle Weise auseinander. Gezeigt wird ein zerbrochener Teller, der einen Teil des Wesens des Porzellans verkörpert: Seine Zerbrechlichkeit.

Die Bildseite erhält durch die sehr große Gestaltung des Tellers eine monumentale Ausstrahlung. Das in der Umschrift durch einen anderen fließenden Schrifttyp hervor gehobene Wort „Porzellan“ widerspiegelt die feine Reliefgestaltung des Tellers.

Durch die Einsetzung des Spiegelglanzes auf der Grundfläche der Bildseite werden die Brüche des Tellers aber auch die Schrift stärker abgesetzt. Trotz der geringen Reliefhöhe der Münze wirken die Tellersegmente sehr körperlich. Ähnlich der Bildseite wird auf der Wertseite der Adler harmonisch ins Zentrum gestellt. Die Reliefgestaltung seiner Körperdetails widerspiegelt porzellanhafte Feingliedrigkeit. Durch die Einfügung strenger ornamentaler Strukturen  erhält das Hoheitssymbol eine deutliche Plastizität. Der verwendete Schrifttyp überzeugt durch seine Sachlichkeit.

Randschrift: Zauber der Zerbrechlichkeit

2. Preis -Elvira Fath, Würzburg

Elvira Fath, WürzburgElvira Fath, Würzburg

Das Thema „Porzellanherstellung“ ist auf der Bildseite des Entwurfs äußerst konsequent umgesetzt, in dem die wesentlichen Schritte des Produktionsprozesses in abstrahierender Weise dargestellt werden. Durch diese Reduktion steht das Motiv gleichsam für die ungebrochene Kontinuität und Tradition der  Herstellungstechnik von Porzellan seit seiner Erfindung: die Ausformung eines Geschirrteils mit Schlickermasse, die in eine Hohlform gegossen wird, und den Brennvorgang, symbolisiert durch die Flammen. Darüber hinaus werden die Grundbestandteile der Porzellanmasse neben den Motiven genannt: Kaolin, Feldspat und Quarz.

Die fließende Formsprache des Entwurfs und ihre Umsetzung in hartem, glänzendem Metall nimmt charakteristische Hauptaspekte der Materialwirkung von Porzellan wieder auf.  Die Nennung der drei Grundsubstanzen ergänzt diesen sinnlichen Bezug um einen intellektuellen.

Der Entwurf zeichnet sich durch eine klar gegliederte Komposition und eine harmonische Verteilung der Einzelelemente aus. Das Verhältnis von Bild- und Wertseite wirkt ausgewogen.

3. Preis -Doris Waschk-Balz, Hamburg

Doris Waschk-Balz, HamburgDoris Waschk-Balz, Hamburg

Der handwerkliche gelungen Entwurf zeichnet sich durch eine bildnerische Darstellung aus, die sowohl auf die traditionelle als auch serielle Herstellung unterschiedlicher Porzellangegenstände hinweist.  Die manufakturelle Herstellungsweise wird dokumentiert  durch die Herausstellung einer floral verzierten Kaffeekanne, die Bezüge zum höfisch geprägten 18. Jahrhundert anklingen lässt. Ihr gegenüber gestellt ist eine Suppenterrine mit Stilelementen aus dem 19. Jahrhundert sowie gestapelte Teller und Tassen, die in ihren Formen das 20. Jahrhundert repräsentieren. Der Entwurf  besticht durch eine ausgewogene Anordnung im Münzrund.

Die Wertseite mit einem harmonisch proportionierten traditionellen Adler korrespondiert sehr gut mit der Bildseite.

4. Preis -Lorenz Crössmann, Berlin

Lorenz Crössmann, BerlinLorenz Crössmann, Berlin

Die Jury kam bei der Wertung des vorliegenden Wettbewerbbeitrags überein, dem Autor den Vorschlag zu unterbreiten, die eingereichten Seiten der Varianten A und B zu tauschen. Die klar gestaltete Bildseite besticht durch eine sehr vereinfachte positiv-negativ Darstellung einer Porzellankanne wodurch gewissermaßen ein Schritt der Porzellanherstellung zum Ausdruck gebracht wird.

Eingebettet in ein plastisch hervorgehobenes Randrelief, das eine Tellerfahne suggeriert, setzt sich die Bildmitte gut gegen die umlaufende Schrift ab.

In gleicher Weise wird auf der Wertseite der Adler durch diese Formgrenze gefasst.

Die Gestaltung des Adlers entspricht den geforderten formalen Kriterien, ob die ästhetische Darstellung des Adlers aber in vollem Umfang gelungen ist, wurde von Teilen der Jury bezweifelt.   

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