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Münzwettbewerb

300. Geburtstag Friedrich II.

Am 11. April 2011entschied eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz des Berliner Künstlers Heinz Hoyer den Wettbewerb zur Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze für das Jahr 2012. Zu diesem einstufigen Wettbewerb wurden 10 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Prämiert und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf des Münchner Medailleurs Erich Ott.

1. Preis Erich Ott

Erich Ott, MünchenErich Ott, München

Der Künstler wählte als Hauptmotiv das einzige authentische Porträt aus der 46jährigen Regierungszeit Friedrichs des Großen. Als Umschrift wird der Anlass für die Herausgabe der Münze mit einem programmatischen Zitat des Monarchen verbunden. Im Mittelpunkt der ausgewogenen Komposition blickt der gereifte König, der sich als europäischer Herrscher präsentiert, den Betrachter offen und unvoreingenommen an. Der Entwurf besticht durch die überzeugende Umsetzung des Porträts des braunschweigschen Hofmalers Ziesenis von 1763 ins Relief. Das Zitat stammt aus den ersten Regierungstagen des Königs (Juni 1740) und ist ein klares Bekenntnis zu Toleranz und Eigenverantwortung. Insgesamt werden damit die aktuellen Botschaften des Jubiläums 2012 vermittelt, Friedrich II. als europäischen Herrscher des 18. Jahrhunderts im Sinne der Aufklärung zu verstehen. Der Künstler führt die klare Formensprache und Typografie der Vorderseite auf der Wertseite fort, die durch einen prägnanten Bundesadler bestimmt ist.

Randschrift:*MICH MEINEN MITBÜRGERN NÜTZLICH ERWEISEN*

2. Preis Hans Joa Dobler

Hans Joa Dobler, WaldaHans Joa Dobler, Walda

In dem Entwurf dominiert das umfangreiche Zitat aus dem politischen Testament, das sich um das Brustbild von Friedrich II. gruppiert. Das Bildnis ist in Kerbschnitttechnik angelegt. In der Konzentration auf wenige Linien sind die Erkennungsmerkmale überzeugend wiedergegeben. Ein wesentliches Gestaltungselement ist die in 15 Zeilen angelegte Schrift, die in ihrer leichten Bewegtheit in einem reizvollen Gegensatz zum Herrscherbildnis steht. Entstanden ist eine eigenständige und moderne Arbeit, in der die textliche Botschaft und das signethafte Friedrichporträt eine bildkompositorische Einheit bilden. Gegenüber dem interessanten künstlerischen Entwurf wurde vom Preisgericht die inhaltliche Fokussierung auf nur eine Facette der Persönlichkeit des Preußenkönigs kritisiert. Bild- und Wertseite bilden eine stimmige gestalterische Einheit.

3. Preis Carsten Theumer

Carsten Theumer, Höhnstedt                                                           Carsten Theumer, Höhnstedt

Der Entwurf überzeugt durch seine klare Darstellung, die die Totenmaske Friedrich II. hat. In die Umschrift sind zwei Darstellungen der vom König geliebten Windspiele integriert.
Zur Würdigung des Königs anlässlich seines Geburtstages das Bildnis seiner Totenmaske zu verwenden wurde kontrovers diskutiert.

Obwohl die Darstellung auf der Wertseite gut gelungen ist, fällt die Assoziation zum bundesrepublikanischen Adler schwer.

4. Preis Ulrich Böhme

Ulrich Böhme, Stuttgart Ulrich Böhme, Stuttgart

Die Bildseite bietet eine „Geschichtserzählung“, die das populärste Bild Friedrich des Großen von Anton Graff (spiegelverkehrt) und zwei Holzschnitte Adolf Menzels (die vor der Fassade des Stadtschlosses zu Potsdam kombiniert werden) miteinander verbindet. Die Darstellung vermittelt damit das kräftige, „augenleuchtende“ Herrscherbild mit der hinfälligen Menschlichkeit des Monarchen. Friedrich ist ebenso dem Betrachter zugewandt, wie er ihm den Rücken kehrt; sein Werk bleibt.
Das Relief erscheint in seiner Ausformung künstlerisch und technisch gleichermaßen ansprechend.
Die Adlergestaltung auf der Wertseite wirkt lebendig; die grafische Anordnung von Wappenvogel, Europa-Sternen und Schrift unterstützen die klare Aussage.
Insgesamt ergeben Bild- und Wertseite einen ausgewogenen Gesamteindruck, deren Umsetzung in eine Münze allerdings problematisch erscheint.

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