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Münzwettbewerb

175 Jahre Eisenbahn in Deutschland

Am 15.Oktober 2009 entschied eine 7-köpfige Jury unter Vorsitz des Künstlers Prof. Christian Höpfner, Berlin, die Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze zum Thema

- 175 Jahre Eisenbahn in Deutschland -

Zu diesem einstufigen Wettbewerb wurden 15 Künstlerinnen und Künstler eingeladen.
Mit dem 1. Preis ausgezeichnet und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf des Künstlers Bodo Broschat, Berlin:

RANDSCHRIFT:AUF VEREINTEN GLEISEN * 1835 – 2010 *

1. Preis

175 Jahre Eisenbahn in DeutschlandKünstler: Bodo Broschat, Berlin

Der Entwurf überzeugt inhaltlich durch die hohe Symbolkraft der beiden abgebildeten Eisenbahnfahrzeuge. Der „Adler“, die erste deutsche Lokomotive von 1835 vor dem ICE 3 Triebzug, dem modernsten Zug der deutschen Bahn aus der Gegenwart. Hinzu kommen prägnante Motive des Eisenbahnverkehrs, wie die Brücke, das Bahnhofsdach sowie ein Weichensignal. Die kursiv gesetzte Zahl „175“ symbolisiert dabei die Dynamik eines traditionsreichen und gleichzeitig sehr modernen Verkehrsträgers.

Dies wird in der künstlerischen Umsetzung sehr überzeugend deutlich, indem der Adler als Relief und der ICE 3 als Spiegelglanzfläche dargestellt werden, was symbolhaft auf die technische Entwicklung der schienengebundenen Fahrzeuge verweist. Insgesamt besticht die ausgewogene Komposition als spannungsvolles Zusammenwirken der Einzelelemente, die nicht vordergründig als Aufzählung historischer Fakten erscheinen.

Die Wertseite zeigt einen Adler, der dem Anspruch auf die Gestaltung als Hoheitssymbol genügt, aber auch in zurückhaltender Form auf die Gestaltung der Bildseite Bezug nimmt. Bild- und Wertseite harmonieren durch differenzierte Kontraste, die handwerkliche Ausfertigung bewegt sich auf sehr hohem Niveau.

2. Preis

175 Jahre EisenbahnKünstler: Eugen Ruhl, Pfozheim

Der Entwurf wird der historischen Entwicklung der Eisenbahntechnik vom „Adler“ bis zum modernen ICE gerecht. Durch die Darstellung des fahrenden ICE wird die steigende Geschwindigkeit in der Entwicklung der Bahn dargestellt, zugleich erhält die Bildseite eine starke Dynamik der Gestaltung. Die Signaltechnik wird als wesentliches Element des Systems Bahn in die Gestaltung einbezogen. Die historischen Dampfloks sind mit großer Detailgetreue dargestellt. Das Preisgericht bemängelte jedoch die zu geringe Differenzierung in der historischen Entwicklung und hätte statt der unteren Dampflok eine andere Antriebstechnik erwartet.
Insgesamt gefiel der Beitrag, bei aller Fülle der Details durch Klarheit, hohe Plastizität und Aussagekraft. Der Adler ist kräftig und würdevoll, die Schrift ist klar, entspricht dem technischen Thema und stellt die Korrespondenz zwischen den beiden Seiten her.

3. Preis

175 Jahre EisenbahnKünstler: Hagen Täuscher, Berlin

Der Entwurf überzeugt durch eine klare Gliederung. Die Bildseite kombiniert den „Adler“ mit der Darstellung eines Streckennetzes. Aus dem Streckennetz „wächst“ ein Gleis heraus, das auch als Zug der Gegenwart gesehen werden kann.Dadurch verbindet sich die klare Struktur der Bildseite mit der Dynamik des Fahrens.

Nicht ganz überzeugen kann der grafische Ansatz der Bildseite als Entwurf einer Münze. Der Adler auf der Wertseite ist dagegen plastischer gestaltet, wobei die lamellenartige Darstellung der Schwanzfeder mit der Bildseite korrespondieren soll.

4. Preis

175 Jahre EisenbahnKünstler: Sneschana Russewa Hoyer, Berlin

Die Bild- und Wertseite sind in sich harmonisch komponiert. Die Gestaltung der Bildseite besticht zunächst durch ihre präzise handwerkliche Ausarbeitung und filigrane Detaillierung. Aus der Nietenkonstruktion der Adlerlokomotive entwickelt der Künstler das klassische Münzgestaltungsmotiv eines Perlrandes. Die bildnerische Idee erschöpft sich allerdings in der authentischen Darstellung der Lokomotive ohne auf die Entwicklung und die technische, infrastrukturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Themas einzugehen.

Die gewählte Serifenschrift vermittelt einen Eindruck von Klassizität und findet auch auf der Wertseite Anwendung. Der Adler entspricht den Anforderungen, die an ein staatliches Hoheitssymbol zu stellen sind.

Fotonachweis:Fotoaufnahmen Fotografie und Design Klaus Kindermann, München
Grafische Bearbeitung:Fotograf Hans Joachim Wuthenow, Berlin

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