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Münzwettbewerb

100 JAHRE DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK

Am 30. Juni 2011entschied eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz des Münchner Medailleurs Erich Ott den Wettbewerb zur Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze für das Jahr 2012. Zu diesem einstufigen Wettbewerb wurden 15 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Prämiert und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf des in Baden-Baden ansässigen Medailleurs Victor Huster.

1. Preis Victor Huster

Victor HusterVictor Huster

Das Thema „100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek“ wird in aufeinander bezogene Symbole umgesetzt, die als Gesamtkomposition wie im Detail überzeugen. Linienführung wie auch der Gesamtduktus der Bildseite werden auf der Wertseite aufgegriffen und führen so beide Seiten zu einer schwungvollen, dynamischen, jungen Komposition zusammen.
Die Bildseite zeigt ein Gesicht, das stellvertretend für die Leser in der Bibliothek steht, sie zeigt aber ebenso die Sammlungsgegenstände der Bibliothek: Bücher und Buchstaben, binäre Zeichen für die digitale Welt und Notenschlüssel stellvertretend für Musikalien und Tonträger.
Diese Zusammenstellung von Nutzung und Sammlung, von Mensch und Werk charakterisiert die Bibliothek sehr treffend. Sie abstrahiert von konkreten baulichen Gegebenheiten, Orten und Bildern und zeigt inhaltlich doch all das, was die Deutsche Nationalbibliothek ausmacht.
Die Wertseite ist eine gelungene Kombination von hoheitlich würdigem Adler und künstlerischer Wertigkeit. Sie ist damit, in ihrer korrespondierenden Zeichensprache ein wunderbares Pendant zur Bildseite.

Das Preisgericht gibt folgende Realisierungshinweise:

  • der Schriftzug „Silber 625“ muss deutlich größer gestaltet werden.
  • Europa-Sterne sind gleichschenklig darzustellen

Randschrift:*BÜCHER SIND DER EINGANG ZUR WELT*(basiert auf einem Zitat von Stefan Zweig)

2. Preis Erika Binz-Blanke

Erika Binz-BlankeErika Binz-Blanke

Die Bildseite dieses herausragenden Entwurfs aus der Gruppe derer, die in moderner Darstellungsform Medienwerke – Bücher und Datenträger – mit ihren Nutzern präsentieren, wirkt zugleich geschlossen und kommunikativ. Ein Orbit umgibt die zu Masken abstrahierten Gesichter der Nutzer, Bücher und CDs gruppieren sich dazu. Diese Medienwerke werden auch als Unterteilungszeichen für eine Umschrift zitiert, die in einer Antiqua den Anlass der Prägung bezeichnet.
Die Wertseite korrespondiert damit stilistisch gut: Ein Hoheitszeichen, aus den klassischen Darstellungsformen behutsam weiter entwickelt, aber nur einen engeren Bezirk im Zentrum ausfüllend.
Damit hat der Entwurfsverfasser sowohl ein starkes Bild für den Sammel- und Bereitstellungsauftrag der Deutschen Nationalbibliothek gefunden, wie auch Symbole für die Entwicklung der Medienwerke über die Zeit dargestellt. Wenngleich insgesamt so nicht die Ausdrucksstärke des Siegerentwurfs erreicht wird, verdient diese Arbeit nach einhelliger Auffassung des Preisgerichts die 2. Platzierung als gerade auch in einer Prägung starke Komposition.

3. Preis Doris Waschk-Balz

Doris Waschk-BalzDoris Waschk-Balz

Die Bildseite überzeugt durch die klare, plastische Darstellung eines Lesesaales in diagonaler Komposition. Der Entwurf zeigt den Fortschritt der Informationsbereitstellung – ein zentraler Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek – in Form eines Buches und der neuen Informationstechnologie, die Besonderheit der DNB wird jedoch nicht hinreichend deutlich.
Die Wertseite besticht mit einer gelungenen Adlerdarstellung und schafft damit eine sehr stimmige Korrespondenz zur Bildseite.
Die Umsetzung des Themas ist technisch wie künstlerisch gut gelungen.

4. Preis Friedrich Brenner

Friedrich Brenner   Friedrich Brenner

Innerhalb der Anlassumschrift gewährt die Bildseite den Blick in einen gut besetzten Lesesaal, dessen reliefplastische und graphische Gestaltung gut gelöst ist. In der Mitte der Komposition überrascht eine vertiefte kreisrunde Fläche, die den Lochdurchmesser einer CD assoziiert, deren Gesamtgröße durch das Münzrund gegeben ist. Damit wird ein Sammlungsgebiet der Deutschen Nationalbibliothek angedeutet.
Auf der Wertseite ist die plastische Gestaltung des Bundesadlers in eine Rundform gesetzt, die exakt der Vertiefung auf der Bildseite entspricht, umgeben von den zwölf Sternen und der vorgegebenen Umschrift.
Trotz der nicht völlig überzeugenden Komposition der Mittensituation mit dem dadurch zwangsläufig minimierten Bundesadler hält das Preisgericht den Entwurf aufgrund der unkonventionellen aber graphisch und reliefplastisch gelungenen Lösung für preiswürdig.

Engere Wahl Sneschana Russewa-Hoyer

Das Preisgericht würdigt die Darstellung der Deutschen Nationalbibliothek über ihre Bauten an den beiden Standorten Leipzig und Frankfurt am Main. In diesen Architekturen bildet sich Bibliotheksbaugeschichte von 100 Jahren ab.
Die extrem feinteilige Ausführung v.a. der Leipziger Bauten stellt allerdings eine prägetechnische Herausforderung dar. Die Motivwahl der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt rückt den prägnanten Lesesaal zugunsten des Kongressbereichs und der Kunst am Bau zu sehr in den Hintergrund. Auch sind die beiden Standorte sehr additiv und nicht im selben Maßstab abgebildet.

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