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Auszeichnung

Beurteilung der Jury

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Mediathek
F29 Architekten GmbH, Dresden mit ZILA Freie Architekten, Leipzig

Das hier vorgestellte Gebäude zählt zweifelsohne zu den Königsaufgaben, der sich ein Planerteam stellen kann: in einer weitläufigen Gartenanlage, umgeben von historischen Erbstücken und genutzt von Kunststudierenden soll eine neue Mediathek entstehen. Eine solche Aufgabe fordert Augenmaß und eine hohe Professionalität im Umgang mit den baulichen Mitteln. Beides ist hier vorbildlich eingelöst worden. Der schöne schlanke Bau fügt sich selbstverständlich in die bestehende bauliche Nachbarschaft der Baudenkmale ein, findet eine überzeugende Balance zwischen der respektvollen Unterordnung und einer souveränen Eigenständigkeit.
Klug ist, das Neue ausserhalb jeder Konkurrenz als pavillonartige Gebäude, ähnlich der Tradition früherer Orangerien in die Parkanlage einzubetten. Zwei- eigentlich dreigeschossig in den Hang geschoben, mit einer bewunderswerten Disziplin im baulichen Detail. Überzeugend ist die Klarheit der baulichen Struktur, die Definition der Gebäudehülle, die feine Rhythmisierung der hölzernen Fassadenelemente. Diese Klarheit setzt sich auch im Gebäudeinneren fort, die Struktur ist einfach. Entstanden sind saubere Räume, gut in ihrer Proportion und der Nutzung angemessen. Die zweigeschossig hohen Räume an den Stirnseiten binden den räumlichen Vortrag zu einem Ganzen. Dazu zählt das grosse Fenster an der Stirnseite, als Ausblick in die Stadt und es ist nicht verwunderlich, dass diese Einrichtung zu einem öffentlichen Haus geworden ist, das weit mehr Besucher zählt als alleine die Mitglieder der Kunsthochschule. Es ist eine öffentlich genutzte Einrichtung und Adresse geworden.
Das Ganze kann nur funktionieren, durch den breiten, über die Grenzen des Hauptgebäudes hinausragenden Bauteil im Untergeschoss, in dem das Archiv untergebracht ist. Und der ist massiv in Beton gegossen – anders wäre es nicht möglich, obgleich diese Maßnahme die Ökobilanz dieses Objektes nicht unwesentlich belastet.

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