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Jubiläumsveranstaltung 60 Jahre Kunst am Bau des Bundes

2. Dezember 2010


Jubiläumsedition 60 Jahre Kunst am BauJubiläumsedition 60 Jahre Kunst am Bau

Den Festvortrag zum Thema hielt Prof. Dr. Michael Mönninger, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Für die beiden Podiumsgespräche zu Kunst am Bau unter der Moderation von Angela Elis konnten Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D., und Prof. Dr. Klaus Bußmann, Kunsthistoriker und Kurator sowie Veronika Kellndorfer, Künstlerin Berlin, Thomas Willemeit, Architekt Berlin, Prof. Dörte Gatermann, Architektin Köln, Prof. Marcel Odenbach, Künstler Köln gewonnen werden. Die musikalische Umrahmung des Abends erfolgte durch "Raum-Musik für Saxophone" aus Karlsruhe.

Knapp 200 Gäste waren trotz widriger Witterungsverhältnisse der Einladung zur Jubiläumsveranstaltung „60 Jahre Kunst am Bau“ in den festlich gestalteten Erich-Klausener-Saal des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin gefolgt.

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bei der Jubiläumsfeier 60 Jahre Kunst am BauRainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bei der Jubiläumsfeier 60 Jahre Kunst am Bau

Staatssekretär Rainer Bomba begrüßte das Publikum und stellte die Postkartenserie "60 x Kunst am Bau aus 60 Jahren" vor. Er würdigte das herausragende Engagement des Bundes für die Kunst seit 1950 und die Qualität der in dieser Zeit entstandenen Kunstwerke.

Staatssekretär Rainer Bomba im Gespräch mit Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.Staatssekretär Rainer Bomba im Gespräch mit Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.

Staatssekretär Rainer Bomba im Gespräch mit Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.

Moderatorin Angela ElisModeratorin Angela Elis

Die bekannte Moderatorin, Autorin und Fernsehjournalistin Angela Elis führte durch den Abend. Zur Begrüßung wies sie auf die wechselhafte Geschichte des Erich-Klausener-Saals und die Kunst am Bau vor Ort der Künstlerin Rebecca Horn hin.

Musikalische Darbietung von "Raum-Musik für Saxophone" Musikalische Darbietung von "Raum-Musik für Saxophone"

„Raum-Musik für Saxophone“ spielten in mehreren freien Improvisationen mit den räumlichen Besonderheiten des Erich-Klausener-Saals. Ihre „Musik am Bau“ gab so der Veranstaltung einen besonderen musikalischen Rahmen.

Dr. Michael MönningerDr. Michael Mönninger

Dr. Michael Mönninger, Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und Mitglied des Sachverständigenkreises Kunst am Bau des Bundes, hielt den Festvortrag zum Jubiläum. In geschliffener Rede ließ er die letzten 60 Jahre Kunst am Bau Revue passieren und gab einen Ausblick auf die Zukunft.

Gesprächsrunde: Angela Elis, Prof. Dr. Rita Süssmuth, Prof. Dr. Klaus Bußmann (v. l. n. r.)Gesprächsrunde: Angela Elis, Prof. Dr. Rita Süssmuth, Prof. Dr. Klaus Bußmann (v. l. n. r.)

In einer ersten Gesprächsrunde berichteten Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D., und Prof. Dr. Klaus Bußmann, Kunsthistoriker und Kurator, von ihren Erfahrungen mit Kunst am Bau im Kontext von Politik und Regierungsumzug.

Prof. Dr. Rita Süssmuth war Bundestagspräsidentin von 1988-98. Sowohl für den Bonner Plenarsaal als auch für den Umbau des Reichstagsgebäudes setzte sie sich als verantwortliche Bauherrin sehr für Kunst am Bau ein. Engagiert und lebhaft erzählte sie von ihrer damaligen Vermittlerrolle zwischen Künstlern, Architekten und den Bundestagsabgeordneten. Ihr Werben bei den Abgeordneten und politischen Entscheidern für ein nachhaltiges Kunstverständnis ermöglichte nicht nur die Umsetzung eines ambitionierten Kunstkonzeptes für den Reichstag, sondern auch die Realisierung wichtiger Kunstwerke, wie zum Beispiel Olaf Metzels "Meistdeutigkeit" für Bonn oder Hans Haackes "Der Bevölkerung" für den Reichstag. Ihr Einsatz führte unter anderem zu dem heute sehr gelobten Kuppelbau des britischen Architekten Lord Norman Foster am Reichstagsgebäude. Sie betonte die Bedeutung von Kunst für eine demokratische Gesellschaft und die Notwendigkeit, Entscheidungsprozesse offen, diskursiv und im gegenseitigen Verständnis zu gestalten.

Prof. Dr. Klaus BußmannProf. Dr. Klaus Bußmann

Prof. Dr. Klaus Bußmann war von 1996 bis 2004 Vorsitzender des Kunstbeirates der Bundesregierung und damit zuständig für das Kunstkonzept für die neu einzurichtenden Berliner Ministeriumsbauten. Er lobte den Entschluss der damaligen Bundesregierung, bereits bestehende politische Bauten zu nutzen und nicht alles neu zu bauen. Er hob hervor, dass über die Kunst am Bau die Möglichkeit gegeben war, diese Neunutzung und die wechselhafte Geschichte der Bauwerke zu kommentieren. Dabei sei es von zentraler Wichtigkeit gewesen, nicht bereits bestehende Kunstwerke anzukaufen, sondern sie über zahlreiche Wettbewerbe entwickeln zu lassen. So geht die Kunst am Bau unmittelbar auf den Ort, seine Geschichte und aktuelle Funktion ein.

Zweite GesprächsrundeZweite Gesprächsrunde

In einer zweiten Gesprächsrunde diskutierte Angela Elis mit Prof. Dörte Gatermann, Architektin aus Köln, Veronika Kellndorfer, Künstlerin aus Berlin, Prof. Marcel Odenbach, Künstler aus Köln, und Thomas Willemeit, Architekt aus Berlin über die Haltung von Architekten und Künstlern zu Kunst am Bau, die gegenwärtige Situation von Kunst am Bau und ihre Zukunftsperspektive.

Prof. Dr. Dörte Gatermann und Marcel OdenbachProf. Dr. Dörte Gatermann und Marcel Odenbach

Prof. Dörte Gatermann ist Inhaberin des Architekturbüros Gatermann + Schossig in Köln und seit 2010 Mitglied des Sachverständigenkreises Kunst am Bau des Bundes. Sie plädierte auf der Veranstaltung für eine intensive Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Architekten, die sie selbst in ihrer eigenen Arbeit oft praktiziert und als sehr bereichernd begreift. Für sie braucht gute Architektur keine Kunst am Bau, aber auch gute Architektur kann durch Kunst am Bau ganzheitlicher werden.

Der international renommierte Künstler Marcel Odenbach ist seit 2010 Mitglied des Sachverständigenkreises Kunst am Bau des Bundes und Professor für Film und Video an der Kunstakademie in Düsseldorf. Er ist seit 2005 im Kunstbeirat der Stadt Köln und dort zuständig für Kunst im öffentlichen Raum. Anfang der 1990er-Jahre hat er selbst zwei Kunst-am-Bau-Projekte in Berliner Ministerien realisiert. Ideal für die Kunst am Bau ist es seiner Meinung nach, wenn der Nutzer, der Architekt und der Künstler eine gleichwertige Rolle beim Bauen spielen. Alle drei sollten Respekt voreinander haben, zeitlich parallel in das Projekt mit einbezogen werden und eine ähnliche Vision über den Nutzen und die Wirkung von Architektur und Kunst haben. Er hob darüber hinaus die gesellschaftliche Verantwortung von Kunst am Bau hervor, die man nicht nur im funktionalen und wirtschaftlichen Sinne ernst nehmen sollte.

Künstlerin Veronika KellndorferKünstlerin Veronika Kellndorfer

Die Künstlerin Veronika Kellndorfer realisierte zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum und in Gebäuden, so zuletzt für den Neubau des Familienministeriums die Arbeit "le regard extérieur". Sie ist seit 2010 Mitglied im Sachverständigenkreis Kunst am Bau des Bundes und setzt sich nicht nur in ihrer künstlerischen Arbeit intensiv mit den Fragen des Raumes auseinander. Dementsprechend betonte sie, dass Künstler, die für konkrete Orte Projekte entwickeln, ähnlich wie Architekten arbeiten. Doch unterliege die Kunst nicht den funktionalen und ökonomischen Zwängen der Architektur, die Kunst könne etwas freisetzen oder umdrehen, mit oder gegen die Architektur agieren – woraus sich auch für die Zukunft Potentiale für die Aufgabe Kunst am Bau ergäben.

Architekt Thomas WillemeitArchitekt Thomas Willemeit

Der Architekt Thomas Willemeit ist Gründungspartner des international renommierten Architekturlabels GRAFT, das Büros in Berlin, Los Angeles und Bejing betreibt. Momentan hat er eine Gastprofessur an Peter Behrens School of Architecture in Düsseldorf. Er führte aus, dass für ihn ein Bau erst dadurch zu Architektur würde, wenn er über das rein Funktionale und Nützliche hinausginge. Der künstlerische Anspruch von Architektur gehöre damit zu ihrem Fundament. Erst seit der Moderne würden Kunst und Architektur so streng getrennt, was einem integralen Verständnis der Raum-Szenografie entgegenstehe. Auch als Architekt, der in diesem Sinne einen eigenen künstlerischen Anspruch hat, ist die Zusammenarbeit mit Bildenden Künstlern immer Chance und Bereicherung. Beide müssten in enger Kooperation agieren, wenn etwas Bedeutungsvolles entstehen soll.

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