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Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Liegenschaft Adenauerallee Süd

Vorplatz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und EntwicklungVorplatz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Quelle: BBR/Foto: HG Esch

NUTZER
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
ARCHITEKTEN der ERRICHTUNG 1976Planungsgruppe Stieldorf, Bonn
ARCHITEKTEN der GRUNDSANIERUNGACM Architektencontor Magdeburg, Magdeburg
FLÄCHE INSGESAMT 56.400 Bruttogrundfläche
PROJEKTLEITUNG
BBR Referat III B 3
FACHINGENIEUREBBR Referat III S 2

Als erstes Kanzleramt der Bundesrepublik Deutschland diente ab 1949 das Palais Schaumburg, das in den 1950er Jahren um die sogenannten Häuser 2 und 3 erweitert wurde. 1976 zog das Bundeskanzleramt in einen architektonisch schlichten, aber wesentlich größeren Neubau auf der selben Liegenschaft um. Nach 25 Jahren Gebäudenutzung wechselte das Bundeskanzleramt in die neue Hauptstadt Berlin und unterhält seither lediglich seinen 2. Dienstsitz in Bonn im Palais Schaumburg. Die so genannten 76er - Bauten wurden zwischen 2001 und 2005 gemeinsam mit Haus 2 und weiteren Nebengebäuden umfassend saniert für die Unterbringung des 1. Dienstsitzes des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit seinen rund 500 Mitarbeitern.

Die Baumaßnahme umfasste neben dem Hauptgebäude auch das Haus 2, das ehemalige BGS-Gebäude, die Hauptwache, den Römerhof, eine zweigeschossige Tiefgarage, und einen großen Park mit altem, botanisch sehr wertvollem Baumbestand. Vor Beginn der eigentlichen Umbaumaßnahmen erfolgte eine Schadstoffsanierung, die unter anderem eine der größten Asbestsanierungen in Deutschland mit einschloss. Das architektonische Spannungsfeld der Baumaßnahme ergab sich aus der Sanierung sehr unterschiedlicher Gebäude aus verschiedenen Entstehungszeiten, aus der Einhaltung der Forderungen des aktuellen Baurechts sowie aus der Anpassung an die spezifischen Bedürfnisse des neuen Nutzers. Dabei waren die Belange des Denkmalschutzes ebenso zu beachten wie die aktuellen Forderungen des vorbeugenden baulichen Brandschutzes und des effizienten Energieeinsatzes. So stellte die nachträgliche Unterteilung des Gebäudes in Brand- und Rauchabschnitte eine besondere Herausforderung dar, die sowohl funktionell als auch technisch-konstruktiv optimal gelöst wurde. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes konnte durch die Sanierung auf unter 50 Prozent gesenkt werden. Dazu tragen zusätzliche Wärmedämmungen an ausgewählten Bauteilen sowie eine komplette Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung bei.

Gestalterisch gelang es, durch respektvollen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz den Charakter der jeweiligen Einzelgebäude zu erhalten, ohne dabei auf moderne Technik, Materialien und Gestaltungsgrundsätze zu verzichten. Während der modulare Grundaufbau und die Gliederung der Trennwände beibehalten wurden, erfolgte eine völlige Neugestaltung des Großteils der abgehängten Decken und eine farbliche Neugestaltung der Wände, Decken und Fußböden mit Ausnahme der historischen Holzoberflächen. In funktionaler Hinsicht bestand die Herausforderung in der Vielzahl der Funktionsbereiche mit zahlreichen Beziehungen untereinander. So finden sich allein im Hauptgebäude zusätzlich zu den üblichen Bürobereichen, Besprechungsräumen und Nebenflächen auch zahlreiche Sonderbereiche wie Versammlungsstätten, eine Großküche, Repräsentations- und Leitungsbereiche, Videokonferenzräume, Bibliotheken, Registraturen, Werkstätten, zwei komplette Rechenzentren, zwei Technikzentralen über jeweils zwei Geschosse und zwei Großgaragen. Diese Bereiche wurden gestalterisch und funktional neu verknüpft und außerdem den spezifischen Sicherheitsanforderungen des neuen Nutzers angepasst.

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