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Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus

Sanierung und Umbau des Ausstellungsgebäudes

Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus Das Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Bad Honnef Quelle: Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus

Nutzung/NutzerAusstellungsgebäude, Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus
AdresseKonrad-Adenauer-Straße 8c, 53604 Bad Honnef
ArchitektWenzel Architekten, Köln
InnenraumgestaltungAtelier Brückner GmbH, Stuttgart
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III B 1
Gesamtkosten*

rund 1,4 Millionen Euro (Umbau/Teilneubau)

rund 0,9 Millionen Euro (Ausstellung)

Baubeginn/Fertigstellung2016 / 2017
Bruttogrundfläche

1.025 Quadratmeter Ausstellungsfläche

250 Quadratmeter Teilneubau

Aktueller Umbau: Gründe und Zielsetzungen

Die zunehmende zeitliche Distanz zu Leben und Wirken Konrad Adenauers hat zur Folge, dass die Vorkenntnisse der Besucher über den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland abnehmen. Auch haben Besucher heutzutage andere Bedürfnisse und Wünsche bei einem Ausstellungsbesuch als noch vor 20 Jahren.
Daraus ergab sich für die Stiftung Adenauerhaus das Ziel, das Ausstellungsangebot für die nachwachsenden Generationen so zu verändern, dass es die Person Adenauers zeitgemäß dargestellt, stärker im Kontext seiner Zeit erzählt und neu, modern vermittelt wird.

Die inhaltliche Neuausrichtung der Ausstellung wäre ohne eine bauliche Anpassung des Ausstellungsgebäudes nicht möglich gewesen. Das größte bauliche Defizit der Räumlichkeiten, die zuletzt im Zeitraum von 1995 bis 1997 umgebaut worden waren, bestand in dem mangelnden Platz sowohl für die Ausstellungsgegenstände als auch für Veranstaltungen oder die Museumspädagogik. Die Umsetzung der neu zu gestaltenden Dauerausstellung war mit einem neuen Raumkonzept verbunden, das den Inhalt, die Vermittlung, die Gestaltung und den modernen Medieneinsatz mit der Raumnutzung verbindet. Wesentlich waren zwei Gedanken: die Ausstellungsfläche sollte vergrößert und ein Multifunktionsraum für Museumspädagogik, Seminare, Veranstaltungen geschaffen werden.

Hierzu verzichtete die Stiftung auf die vorherige anteilige Verwaltungsnutzung innerhalb dieser Ausstellungsräumlichkeiten zugunsten eines gleich großen Vortragsraumes für die Museumspädagogik. Durch eine Schiebetür ist der neue Multifunktionsraum zur Ausstellungsebene fast komplett zu öffnen, sodass in Verbindung mit der Ausstellungsfläche etwa 120 Vortragsgäste Platz finden. Die Cafeteria wurde verkleinert, um einen weiteren erdgeschossigen Ausstellungsraumes zu gewinnen, den sogenannten "Köln-Raum". Er zeigt den Anfang des Lebensweges Konrad Adenauers, seine Herkunft und Jugend in der Kaiserzeit und seine zahlreichen Projekte, die er in seiner Zeit als Oberbürgermeister von Köln maßgeblich angestoßen hat: zum Beispiel den Flughafen, den Grüngürtel, die Universität und die Mühlheimer Brücke. Dieser Lebensabschnitt war früher in der alten Ausstellung aus Platzmangel nicht thematisiert worden.

Planung und Umsetzung des Umbaus

Im Unterschied zum Umbau von 1995/97 wurde der aktuelle Umbau des Gebäudes getrennt von der Ausstellungsinstallation an das Architekturbüro Wenzel aus Köln und der Umbau der Ausstellung selbst an das Atelier Brückner aus Stuttgart vergeben. Das Atelier Brückner ging im Frühjahr 2012 als Sieger aus einem Gestaltungswettbewerb hervor. Die Inszenierung der Ausstellung und die Erarbeitung des Raumkonzeptes hat die Stiftung unmittelbar mit dem Atelier Brückner vorgenommen. Von der rein objektorientierten Schau der Sammlung wendet man sich bewusst ab und verfolgt nun den Aufbau der Ausstellung im Sinne einer inszenierten Geschichtsdarstellung.

Die Architektur hinter der Ausstellung hat eher dienenden Charakter und tritt hinter das Inszenierte zurück. Das alte Einfamilienhaus entsprach mit seiner Statik nicht den erforderlichen Verkehrslasten für ein Ausstellungs- und Museumsgebäude. Es musste bis auf die Decke über dem Keller abgerissen werden. Im Hinblick auf vorhandenen Haustechnikanlagen im Keller wurde die Geschossdecke belassen und lediglich durch weitere Stützen und Unterzüge auf die erforderliche Last ertüchtigt. Die Fassadenseite zum Garten wurde neu formuliert.

Für den Multifunktionsraum im Obergeschoss wurde eine zentrale raumlufttechnische Anlage mit Kühlfunktion errichtet. Die mediale Vermittlung der Ausstellungsinhalte eine umfangreiche elektrotechnische Installation für die digitalen Medien und inszenierende Beleuchtung. Die Brandmeldeanlage musste mit der Neuinstallation angepasst und erweitert werden. Das Ausstellungsgebäude soll durch den baulichen Umbau auch das Ensemble – bestehend aus dem Wohnhaus Konrad Adenauers und der Gartenanlage - mehr in den Fokus nehmen und den Weg hin zu dem oberhalb gelegenen Wohnhaus durch die Gartenanlage verdeutlichen. Dazu wurden Türen als Glastüren gestaltet, die eine Sichtbeziehung verbessern.

Die ersten Reaktionen der Besuchergruppen seit der Neueröffnung der Ausstellung im April 2017 sind zu dem Gesamtergebnis durchweg positiv.

Hintergrund und Geschichte der Adenauer-Stiftung

Der Zweck der Stiftung besteht darin "das Andenken an das Wirken des Staatsmannes Konrad Adenauer für Freiheit und Einheit des deutschen Volkes, für Europa, für Verständigung und Versöhnung unter den Völkern zu wahren und einen Beitrag zum Verständnis der jüngeren Geschichte sowie des Entstehens der Bundesrepublik Deutschland zu leisten". Dies wurde 1978 im "Gesetz über die Errichtung einer Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus" festgelegt.

Das erste Besuchergebäude an der Konrad-Adenauer-Straße am Fuß des Hanges wurde 1976 zum 100. Geburtstag Konrad Adenauers für die erste Dauerausstellung eröffnet. Geplant wurde das Gebäude von den Architekten Karl und Gero Band.

Zwei Jahrzehnte später von 1995 bis 1997 überarbeitete Architekt Hartmut de Corné die vorhandene Ausstellung. Er hat das Ausstellungsgebäude grundlegend umgebaut und zusammen mit der Ausstellungsinstallation und -präsentation der Objekte realisiert. Das vorhandene Ausstellungsgebäude fasste das alte Einfamilienhaus von Kanzlersohn Georg Adenauer aus dem Jahr 1962 und das an dieses 1974-76 als Holzbau angebaute erste Besuchergebäude zusammen. Bis jetzt zeigt sich der Zusammenschluss aus vormals zwei Gebäuden an einem Versprung in der Erdgeschossebene und im Dach und in der unterschiedlichen Fassadensprache.

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