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Regierungsbunker - Dokumentationsstätte

Rückbau der Bunkeranlage und Errichtung einer Dokumentationsstätte

ModellfotoQuelle: BBR

ARCHITEKT

1) Rückbau Regierungsbunker und Neubau Dokumentationsstätte:
Mplus Managementgesellschaft, St. Augustin  

2) Neubau Eingangsgebäude Dokumentationsstätte:
Schroeder + Schevardo Architekten, Bonn

FLÄCHE
PROJEKTKOSTEN

1) Bunker: 19 km Stollenlänge, davon rund 3 km Hauptstollen
16,4 Mio. EURO

2) Dokumentationsstätte: 5.383 BGF (200 m Stollen)
2,5 Mio. EURO

BAUBEGINN
FERTIGSTELLUNG

1)
08 / 2001 Beginn Rückbau
07 / 2006 Fertigstellung Rückbau 

2)
11 / 2006 Baubeginn Dokumentationsstätte
08 / 2007 Fertigstellung Dokumentationsstätte
02 / 2008 Einweihung Dokumentationsstätte

WEITERE BETEILIGTE

Zu 2) Tragwerksplanung : Bretschneider, Königswinter

Zu 2) Technische Gebäudeausrüstung : IB-Nöhl, Hornen

Zu 1) und 2) Brandschutz: Dipl.-Ing. S. Kniza, Kevelaer

Im Jahr 1997 wurde durch Regierungsbeschluss die Aufgabe des Ausweichsitzes der Verfassungsorgane des Bundes in Marienthal / Ahr entschieden. Nachdem eine Veräußerung der Anlage nach einem öffentlichen Interessensbekundungsverfahren nicht erfolgreich war, wurde der Rückbau der Bunkeranlage ab August 2001 bis Juli 2006 durchgeführt. Wegen der historischen Bedeutung dieser Anlage wurde vom Rückbau ein 200 Meter langes Tunnelstück ausgespart und wird zur Dokumentationsstätte hergerichtet. Mit der Baumaßnahme wird im November 2006 begonnen, die Fertigstellung erfolgt im August 2007.

Nach Aufgabe des ehemaligen Ausweichsitzes der Verfassungsorgane des Bundes im Ahrtal wurden zunächst Untersuchungen zur Vermarktung der Anlage vorgenommen, welche jedoch nicht zu einem Ergebnis führten. Da die Tunnelanlage aus Gründen des Umweltschutzes nicht sich selbst überlassen werden konnte, musste eine Entkernung bis auf den rohen Stahlbeton der Tunnelschalen erfolgen. Rund 200 Meter des ursprünglichen Regierungsbunkers oberhalb von Ahrweiler wurden im Originalzustand belassen und werden nun als Dokumentationsstätte hergerichtet. Das Eingangsbauwerk wird durch Anbauten erweitert, in denen zukünftig Besucher empfangen und durch eine Ausstellung sowie Vorträge auf den Besuch der Bunkeranlage vorbereitet werden können. Die zurückgelassenen Funktionsbereiche im Innern des Bunkers werden mit originalen Einrichtungsgegenständen versehen, um einen Eindruck über die Arbeit und das Leben im Bunker zu geben.

Historischer Rückblick

Im Rahmen des Schlieffen-Plans sollte Anfang des 20. Jahrhunderts eine Eisenbahnstrecke vom Ruhrgebiet nach Lothringen gebaut werden. Die Strecke sollte durch das Ahrtal führen, in dem mehrere Tunnelabschnitte zu erstellen waren. Mit den Baumaßnahmen wurde 1903 begonnen. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges waren die Tunnel kurz vor der Fertigstellung. Da Frankreich in dieser Tunnelanlage eine Bedrohung sah, wurde diese teilweise gesprengt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erfuhr die Tunnelanlage eine neue Nutzung als geschützte Montagestätte von V2-Raketen. Nach Beendigung des Krieges wurde sie abermals in Teilbereichen gesprengt. Mit Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO entstand die Notwendigkeit, ein Schutzbauwerk für die Regierung bzw. die Verfassungsorgane zu schaffen. Für den Bau dieser Anlage bildeten die Tunnelbauwerke bei Marienthal die Grundlage. Während der Baumaßnahmen von 1961 bis 1972 wurden die Hauptröhren und zahlreiche zusätzlich geschaffene Quer-/ Parallelstollen zu einem Bunker mit fünf völlig autarken Bauteilen ausgebaut. Die Bauteile verfügten jeweils über eine eigene Luftaufbereitung sowie Strom- und Wasserversorgung und hatten 38 Außenbauwerke, die mit Druckschutztechnik gegen 100 bar Luftdruck ausgestattet waren. Diese waren innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde nach Auslösung durch Blitz, Druck oder Hitze zu verschließen. Die so geschaffene Anlage unterlag der Geheimhaltung und ermöglichte es, die Regierungsfähigkeit der BRD bei einem ABC-Waffenschlag für 30 Tage mit 3000 Personen aufrecht zu erhalten. Hierfür wurde der Bunker von Fachpersonal (ca. 200 Personen) rund um die Uhr betrieben. Durch den Regierungsbeschluss wurde der Bunker im Jahre 1997 aufgegeben und im August 2001 mit dem Rückbau begonnen. Die Fertigstellung des Rückbaus erfolgte nach fünfjähriger Bauzeit im Juli 2006.

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