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Robert Koch-Institut (RKI)

Neue Häuser für die Wissenschaft und Forschung

Außenansicht der Westfassade des  Neubau in der Seestr. Haus 6 Neubau in der Seestr. Haus 6, WestfassadeNeubau Seestr. Haus 6, Westfassade Quelle: © BBR/ Foto: HG Esch, Hennef, 2015

Blick in das Foyer im Neubau Seestr. Haus 6 Neubau Seestr. Haus 6, FoyerNeubau Seestr. Haus 6, Foyer Quelle: © BBR/ Foto: HG Esch, Hennef, 2015

© BBR/ Foto: HG Esch, Hennef, 2015

Die Bauten des Robert Koch-Instituts gehören zu den bedeutendsten Baumaßnahmen des Bundes in Berlin.

Das Planungskonzept zur langfristigen Unterbringung sieht die Konzentration auf nur noch zwei Liegenschaften in Berlin-Wedding in unmittelbarer Nachbarschaft zum Universitätsklinikum Charité (Virchow-Klinikum) vor. Dabei handelt es sich um den RKI-Campus an der Seestraße (Haus 5 und 6) und um den historischen Standort am Nordufer (Haus 1 bis 4).
Der erste Bauabschnitt betrifft den Campus Seestr. und umfasst die Sanierung eines Bestandsgebäudes, die Errichtung eines Neubaus und die Neugestaltung der Außenanlagen. Mit den Baumaßnahmen wird eine Nutzfläche von über 18.000 Quadratmeter geschaffen, wovon rund 8.400 Quadratmeter für sicherheitsklassifizierte Laborflächen bis hin zur höchsten Sicherheitsstufe vorgesehen sind.

Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen am Bestandsgebäude (Haus 5) wurden die Labore, den heutigen Anforderungen an Labortechnik entsprechend, vollständig erneuert und die Bürobereiche, der Hörsaal und die Cafeteria modernisiert. Der Eingangsbereich wurde umgestaltet und mit Funktionen für den zentralen Hauptzugang der Liegenschaft ergänzt. Im Untergeschoss des Bestandsgebäudes wurden zwei Blockheizkraftwerke realisiert, die die gesamte Liegenschaft mit regenerativ gewonnener Energie aus Rapsölverbrennung versorgen.

Mit dem Labor- und Büroneubau (Haus 6) erhält Deutschland das dritte und zugleich größte Hochsicherheitslaborgebäude nach vergleichbaren Einrichtungen an der Philipps-Universität Marburg und dem Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Im Mittelpunkt des quaderförmigen Neubaus mit zwei Innenhöfen steht ein kubischer Baukörper, in dem das Hochsicherheitslabor der Kategorie 4[1] untergebracht ist. Das Sicherheitslabor ist räumlich und organisatorisch vom umgebenden Gebäude getrennt, das Betreten und Verlassen erfolgt über mehrstufige Schleusensysteme mit Zugangskontrollen.

Status quo

Nahezu parallel zur Errichtung des Neubaus wurde das bestehende Labor- und Bürogebäude (Haus 5) saniert und zum 30.06.2013 an das Robert Koch-Institut übergeben. Zwischenzeitlich hat das Robert Koch-Institut dort erfolgreich den Betrieb wieder aufgenommen.

Die Bauarbeiten zur Errichtung des Laborneubaus wurden im April 2015 abgeschlossen. Zur Zeit werden anlagenübergreifende Funktionstests und Einregulierungen durchgeführt, die Voraussetzung der Betriebsgenehmigung sind.

Kosten und Termine

Während der Baumaßnahme kam es zu Kostensteigerungen, die insbesondere neben dem allgemeinen Anstieg der Baupreise (seit Genehmigung und haushaltsmäßiger Anerkennung), auf zusätzliche oder veränderte Maßnahmen (behördliche Auflagen, Anpassung an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik) sowie auf Störungen im Bauablauf (Vergabeverfahren, Insolvenzen, extreme Witterung) zurückzuführen sind.

Der Neubau wurde im April 2015 fertiggestellt. Gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut erfolgen nun spezielle Funktionstests zur Inbetriebnahme der S3- und S4-Labore, um zusätzlich alle Sicherheitsmaßnahmen, Funktionen und Abläufe in einer längeren Testphase (ohne Erreger) auf ihre Wirksamkeit und Zuverlässigkeit hin zu überprüfen. Erst nach erfolgreich verlaufender Testphase wird das Gebäude dann seinen vorgesehenen Betrieb aufnehmen.

Ausblick

Am historischen Standort am Nordufer in Berlin ist geplant, zu einem späteren Zeitpunkt ein bestehendes und sanierungsbedürftiges Laborgebäude durch einen Neubau zu ersetzen und zwei denkmalgeschützte Häuser zu modernisieren.

sanierter und umgebauter Bestandsbau Haus 5 der Seestraße mit der Kunst am Bau von Egill SaebjörnssonSeestraße, Bestandsbau Haus 5, Kunst am Bau von Egill Saebjörnsson Quelle: © BBR/ Foto: Dr. Cordia Schlegelmilch, 2014


[1] In § 3 Biostoffverordnung wird die Einstufung der biologischen Arbeitsstoffe in vier Risikogruppen je nach Infektionsrisiko geregelt. Vereinfacht bedeutet dies, je gefährlicher ein Biostoff ist, desto höher ist die Risikogruppe. Den vier Risikogruppen sind vier Schutzstufen zugeordnet, nach denen sich die Laborausstattungen richten. Ein Labor der höchsten Schutzstufe 4 wird als S4-Labor bezeichnet.

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