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Kunst-am-Bau-Wettbewerb Robert Koch-Institut Campus Seestraße

Im Zuge der Realisierung der Baumaßnahme auf dem Campus Seestraße sind für die beiden Standorte – Foyer im Neubau und Erschließungsweg – Kunst-am-Bau-Wettbewerbe als Einladungswettbewerbe nach dem Leitfaden Kunst am Bau sowie in Anlehnung an die RPW 2008 ausgelobt worden. Sie wurden in einem Verfahren zusammengefasst und anonym durchgeführt.

Zu jedem Wettbewerb wurden jeweils zehn Teilnehmer/innen eingeladen. Für den Standort Foyer wurden neun Wettbewerbsbeiträge eingereicht, für den Standort Erschließungsweg gingen sieben Vorschläge ein.

Kunststandort Foyer

Im Foyer konnten für die Stirnseiten, Bodenflächen oder den Luftraum künstlerische Vorschläge – wie beispielsweise Installationen, Wandgestaltungen oder Reliefs – eingereicht werden. Die Sichtbetonwand des Laborkubus stand unter der Vorgabe, den Charakter der Wand zu erhalten, ebenfalls für eine künstlerische Intervention zur Verfügung.  

1. Preis: 1172

1. PreisQuelle: Foto: BBR

"Leaning Wall"

Nevin Aladag, Berlin

„Leaning Wall“ stellt den Menschen mit seinem unermüdlichen Bewegungsdrang und dem Streben nach Höherem (Metapher für Fortschritt) in den Mittelpunkt. In Anlehnung an eine künstliche Kletterwand aus der Ferne werden Körperteile in Porzellan abgeformt und ergeben so eine Negativform, welche nur aus der Nähe erkennbar ist. Die vermeintlichen Griffe erkennt man eben erst beim genaueren Hinsehen als originalgetreue Negativ- abdrücke von unterschiedlichen Körperteilen, wie etwa Kinn, Hand, Ellbogen, Knie, Fuß, Schulter, Stirn, Unterarm etc. Die Arbeit nimmt imposant und zugleich leicht die gesamte Foyerwand ein. Sie untersucht ein altes und fortwährend aktuelles Thema: Scheinbar spielerisch erfährt der Mensch sein Streben nach Höherem und im Dialog mit den Körpernegativformen erkennt er das Zerfallen seiner Identität in viele Teile eines Ganzen.

2. Preis: 1174

2. Preis - FoyerQuelle: Foto: BBR

2. Preis - FoyerQuelle: Foto: BBR

"o. T."

Martin Dammann, Berlin

Der Entwurf sieht eine Gestaltung der Stirnseiten des Foyers durch je eine wandfüllende fotografische Reproduktion vor, die in einem neuartigen Druckverfahren („Uniglas Emaille Digiprint“) ausgeführt werden soll. Zwei Motive aus dem Archiv des Robert Koch-Institutes – vorgesehen sind sowohl historische Aufnahmen in Beziehung zur Geschichte des Institutes als auch zeitgenössische Mikrofotografie von Nanopartikeln – sollen in höchster Auflösung aber in kleinstmöglichem Ausschnitt reproduziert werden. Die Jury überzeugte die Bezogenheit der künstlerischen Arbeit auf die Geschichte, die aktuelle Arbeit des Institutes und Probleme der Darstellung in der Wissenschaft. Durch die extreme Vergrößerung macht der Künstler Bildinformationen, die für die Entstehung des Bildes von Bedeutung waren, unkenntlich; andere, zuvor im Bildraum verborgene oder im Trägermaterial des Bildes vorhandene Störungen treten als nunmehr wahrnehmbare visuelle  Information in Erscheinung. 

Die extrem großformatigen Ausschnitte aus Bildmaterial des Institutes ermöglichen eine Reflexion über Bedingungen des Abbildens als Grundlage alltäglicher wissenschaftlicher Bewertung.

Die Foyergestaltung zeigt die historische Nähe von fotografischer Bilderstellung und deren wissenschaftlicher Nutzung und die fließenden Übergänge zwischen dokumentierenden und bildgebenden Verfahren in der digitalen wie auch in der analogen Herstellung von Bildern auf.


Kunststandort Erschließungsweg

Der Zugang zum neuen Institut (Haus 6) erfolgt von der Seestraße über den Vorfahrtsbereich und den bestehenden, zutrittskontrollierten zentralen Haupteingang im Haus 5. Die Mitarbeiter müssen das Foyer des Altbaus passieren und gelangen dann in den begrünten Außenbereich. Hier führt ein geschwungener Fußweg zum Haus 6.

Für den Weg von der Seestraße über Haus 5 und den Park sollte ein künstlerisches Konzept (z.B. Licht in jeglicher Form) vorgeschlagen werden, das den Weg markiert und inszeniert. Die Arbeit konnte je nach künstlerischer Entscheidung bereits im Vorplatzbereich des Hauses 5 an der Seestraße beginnen und durch den Innen- und Außenraum bis zum Foyer des Hauses 6 weiterführen. Es stand den Künstlern frei, ggf. die Innenhöfe des Hauses 6 z.B. als Endpunkt der Arbeit einzubeziehen.

1. Preis: 1167

1. PreisQuelle: Foto: BBR

"o.T."

Egill Sæbjörnsson, Berlin / Reykjavik

Der Entwurf 1167 zeigt zunächst einen geometrischen, monolithischen Körper. Ein massiver Betonblock trägt auf seiner zur Seestraße hin gerichteten Seite eine steinerne Halbkugel. Diese plastische Fläche verkehrt sich bei eintretender Dämmerung durch eine Rechnergesteuerte Projektion in ein dreidimensionales und lebhaftes Objekt. Diese Projektion zeigt ein kugelartiges, sich drehendes, morphendes und sich stetig neu generierendes Pseudo-Wesen - ein biologisches Präparat? Sind Betonblock und Projektion ein Modell des neuen Hochsicherheitslabors? 

Mit seinem im Zentrum des Blocks liegenden und gefassten Kern verweist die Arbeit auf das architektonische Konzept des Neubaus mit seinem innenliegenden Hochsicherheitslabor und schafft es so, die optische Verbindung zu dem Gebäude herzustellen.

Nach Meinung der Jury interpretiert und repräsentiert dieser Entwurf das Gebäude und die Funktion des Instituts auf sehr eigenwillige und künstlerische Weise und wird deshalb zur Ausführung empfohlen. Kontrovers diskutiert wurden der Standort und die nötige Wartung der computergenerierten Videoprojektion.


2. Preis: 1165

2. PreisQuelle: Foto: BBR

"Milkyway"

Spencer Finch, New York

Auf den Verbindungsweg vom Eingang zum Forschungsgebäude des RKI hat der Künstler die Karte der Milchstraße übertragen. In Form von farbig angelegten Lampen symbolisiert jede leuchtende Kugel einen anderen Stern in der Galaxie. Bezugnehmend auf die Forschertätigkeit an den kleinsten Elementen lenkt der Künstler die Blickrichtung um und stellt dem Mikro- den Makrokosmos gegenüber.

Lampenhöhe und –durchmesser spiegeln die Entfernung bzw. Größe des jeweiligen Sternes zur Erde wieder. Die Farbigkeit, von blau über weiß, zu gelb und rot bezieht sich auf den jeweiligen Spektraltypus.

Auf poetische Weise wird so eine Verbindung vom kleinsten, ganz nahen Teilchen, zum am weitesten entfernten geschaffen.


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