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Julius-Leber-Kaserne

Neben den kontinuierlichen Bauunterhaltungsmaßnahmen werden zahlreiche große und kleine Baumaßnahmen durchgeführt.

Die Julius-Leber-Kaserne, in Nachbarschaft zum Flughafen Tegel in Berlin-Wedding gelegen, umfasst auf einer Fläche von circa 80 Hektar rund 135 Gebäude sowie 85 Hallen. Die Liegenschaft wurde als einheitliches Ensemble 1937 fertiggestellt und steht heute aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung unter Denkmalschutz. Ab 1945 wurde sie durch die alliierten Streitkräfte Frankreichs unter der Bezeichnung "Quartier Napoleon" genutzt. Seit 1994 hat die Bundeswehr die Nutzung übernommen. Der Name führt auf den SPD-Politiker und Widerstandskämpfer Julius Leber zurück. Heute ist sie Dienstsitz für mehrere hochrangige Einheiten, unter anderem das Stabsmusikkorps der Bundeswehr, das Wachbataillon und das Kommando Territoriale Aufgaben.

Die Gesamtanlage ist axial-symmetrisch angelegt. Eine ovale Ringstraße erschließt als Großform die gesamte Liegenschaft. Die einzelnen Baukörper sind in der Regel als freistehende Solitäre zur Ringstraße orientiert und beherbergen zentrale Nutzungen wie Verwaltung, Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen. In den rückwärtigen Bereichen sind weitere Versorgungsreinrichtungen wie Kantinen und Betreuungsbereiche sowie Werkstätten und Garagen untergebracht. Im inneren Bereich des Ovals liegen Gebäude für die militärische und sportliche Ausbildung wie Turnhallen und eine Schwimmhalle.

Die Bauweise der zentralen zum Ring orientierten Bauten orientiert sich am unter den Nationalsozialisten geförderten Heimatstil. Die Baukörper sind ein- oder zweigeschossig und haben traditionelle Walmdächer in Biberschwanzdeckung. Das Erdgeschoss ist um einige Stufen angehoben. Die Fassaden sind als Lochfassade mit hellem Madenputz und Natursteinelementen (Sockelverkleidung, Gewände von Eingängen, Fensterbänke) ausgebildet. Die Gestaltung von Eingangsbereichen und von repräsentativen Räumen ist handwerklich und gestalterisch hochwertig. Garagen und Werkstätten sind als einfache Funktionsbauten ohne Schmuckelemente errichtet worden. Auch wenn umfangreiche Baumaßnahmen im Laufe der Zeit umgesetzt worden sind, ist dennoch viel bauzeitliche Bausubstanz erhalten. Um den prägenden Charakter der Liegenschaft zu erhalten, wurde 2010 ein Denkmalpflegeplan für die gesamte Liegenschaft erstellt. Alle Baumaßnahmen werden mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt.

Sowohl die historische Bausubstanz als auch Nutzungsänderungen führen zu neuen Baumaßnahmen und einer kontinuierlich hohen Bauunterhaltung. Derzeit befinden sich unter anderem in Folge der letzten Strukturreform der Bundeswehr mehrere große und kleine Baumaßnahmen in Planung und Durchführung. So wird für das Kommando Territoriale Aufgaben die Herrichtung und Erweiterung eines Bestandskomplexes aus mehreren Gebäudeteilen geplant. Das Planungsamt der Bundeswehr erhält einen Neubau für circa 300 Mitarbeiter. Die Modernisierung der historischen Schwimmhalle wurde in 2015 abgeschlossen.

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