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Kunst am Bau für die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin

Kunst am Bau ist integrales Element der Baukultur in Deutschland und Teil der Bauherrenaufgabe des Bundes. Denn Kunst am Bau kann entscheidend zu Qualität und Aussage von Bauwerken beitragen. Kunst am Bau und Architektur sind öffentliche Künste: sie sind dauerhaft präsent und Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses und Spiegel der Schöpfungsgabe eines Landes und damit nationale Visitenkarten. Die Stärkung von Kunst am Bau ist dem Bund daher ein wichtiges Anliegen.

Auf der Liegenschaft der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin-Mitte befinden sich an insgesamt sieben Standorten Kunstwerke: vier im Hauptgebäude beziehungsweise in dessen Umgebung, eines in der Logistik- und Technikzentrale sowie zwei in der Fort- und Ausbildungsstätte der Nachrichtendienste.

Es handelt sich um folgende Kunstwerke

ohne Titel (Skulptur)
Künstler: Stefan Sous; Düsseldorf
Standort: repräsentative Vorfahrt des Hauptgebäudes
Fertigstellung: 2012

Der monolithischer Körper aus Corten-Stahl gibt als autarkes, fremdes, unergründliches Ding  einen subtilen Hinweis auf die Funktion des BNDDer monolithischer Körper aus Corten-Stahl gibt als autarkes, fremdes, unergründliches Ding einen subtilen Hinweis auf die Funktion des BND Quelle: © Alexander Obst / Marion Schmieding Künstler: Stefan Sous


Auf dem Übergang des waagerechten Vorfahrtsplateaus zur Schräge der repräsentativen Vorfahrt wurde ein großer monolithischer Körper aus Corten-Stahl so platziert, dass er durch die geringe Auflagefläche optisch fast in die Schwebe gerät. Er bestimmt den Raum und bricht das strenge architektonische Koordinatensystem. Als autarkes, fremdes, unergründliches Ding will die Skulptur einen subtilen Hinweis auf die Funktion des Bundesnachrichtendienstes geben: das Unbekannte aufklären und die eigenen Geheimnisse bewahren.
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0° Breite
Künstler: Ulrich Brüschke, Nürnberg
Standort: Terrassen zum Pankepark, Hauptgebäude
Fertigstellung: 2012

0 Grad Breite" – Der Titel der Arbeit steht für Ferne, für exotische Länder und fremde Kulturen. Er meint auch den Äquator, von dem aus alle Längengrade die gleiche Distanz beschreiben. Es wurden zwei 22 Meter hohe künstliche Palmen mit grünem Stamm und grüner Krone realisiert, die die architektonische Situation wie einen Bühnenraum bespielen. Der Grad des Realismus soll auf der Kippe bleiben, eine Kulisse, die auf Distanz funktioniert und bei näherer Betrachtung deutlich werden lässt, worum es sich im Detail handelt. Inspiriert sind die Palmen von tatsächlichen, strategisch als Palmen getarnten Funkmasten.
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Ohne Titel (Wandbilder)
Künstler: Antje Schiffers, Thomas Sprenger
Standort. Atrien, Hauptgebäude
Fertigstellung: 2015/16

In Atrium 3 stellt das Wandmotiv den Stadtplatz von Zagreb dar, gegenüber findet sich der Schriftzug "Der letzte Weizen stand noch." SchiffersIn Atrium 3 stellt das Wandmotiv den Stadtplatz von Zagreb dar, gegenüber findet sich der Schriftzug "Der letzte Weizen stand noch." Quelle: © Alexander Obst / Marion Schmieding Künstler: Antje Schiffers/Thomas Sprenger

In Atrium 1 stellt die Wandmalerei einen im Gebüsch versteckten Bungalow abstrahiert dar. Gegenüber befindet sich der Schriftzug "Es ist Nacht und der Budapester Bahnhof steht still und schön." Das Bild des im Gebüsch versteckten Bungalows ist aus der Vorstellung über die Arbeitswelt eines Nachrichtendienstes entstanden: Beobachtung, Tarnung, Versteck, Sammeln, Filtern, Verknüpfen von Informationen, der Wechsel zwischen Detail und Überblick – dies steht in Analogie zu dem gewählten Bildmotiv, das in zwanzigtausendfacher Vergrößerung zur Ausführung kommt. In Atrium 3 stellt das Wandmotiv den Stadtplatz von Zagreb dar, gegenüber findet sich der Schriftzug "Der letzte Weizen stand noch."
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Ohne Titel (Gemäldegalerie)
Künstler: Friederike Tebbe, Anette Haas
Standort: in den Brücken zu den Torhäusern, Hauptgebäude
Fertigstellung: 2015

"Gemäldegalerie" aus abstrakten, monochromen Farbfeldern in unterschiedlichen Farben, Formaten und mit verschiedenen Oberflächen"Gemäldegalerie" aus abstrakten, monochromen Farbfeldern in unterschiedlichen Farben, Formaten und mit verschiedenen Oberflächen Quelle: Schmieding/Obst Künstler: Friederike Tebbe/ Anette Haas


In einer "Gemäldegalerie" aus abstrakten, monochromen Farbfeldern in unterschiedlichen Farben, Formaten und mit verschiedenen Oberflächen stehen in Anlehnung an herkömmliche Porträtgalerien 18 Farbflächen für Porträts im Hochformat. Neun abstrahierte Landschaftsgemälde sind hingegen Querformate und gehen in ihrer Farbgebung auf die in der Landschaftsmalerei üblichen Farben ein: blau, grün, braun und gelb. Den Hochformaten werden seitlich Decknamen ehemaliger Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes zugeordnet. Den horizontalen Landschaftsfeldern wird unten mittig ein Name beigefügt, der einen Ort bezeichnet.
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Friederike Tebbe
Anette Haas

„Strom“ (Lichtinstallation)
Künstlerin: Barbara Trautmann, Berlin
Standort: Foyer Wache Nord und Wache Süd, Technik- und Logistikzentrale
Fertigstellung: 2012

Die Lichtinstallation der Künstlerin Barbara Trautmann im Foyer der Technik- und LogistikzentraleDie Lichtinstallation der Künstlerin Barbara Trautmann im Foyer der Technik- und Logistikzentrale Quelle: © Alexander Obst / Marion Schmieding Künstlerin: Barbara Trautmann


Die Installation aus filigran wirkenden, weißen Leuchtstoffröhren suggeriert Bewegung und spielt damit auf den Nachrichtenfluss des Bundesnachrichtendienste an. Sie betont wesentliche Aspekte der architektonischen Idee und begreift sich als "Verstärker der Architektur".
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Karlsruher Geländer (Skulptur)
Künstlerin: Monika Brandmeier, Berlin
Standort: Hof der Aus- und Fortbildungsstätte
Fertigstellung: 2014

Um die Skulptur führt eine Linienstruktur, bei der es sich um eine Vergrößerung des Treppenhausgeländers im Bundesverfassungsgericht Karlsruhe handeltUm die Skulptur führt eine Linienstruktur, bei der es sich um eine Vergrößerung des Treppenhausgeländers im Bundesverfassungsgericht Karlsruhe handelt Quelle: © Alexander Obst / Marion Schmieding Künstlerin: Monika Brandmeier


Um eine tischähnliche Form, die auf ihre Längsseite gekippt ist, führt eine Linienstruktur, bei der es sich um eine Vergrößerung des Treppenhausgeländers handelt, das der Architekt Paul Baumgarten 1965 für das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entworfen hat. Das zwei Meter hohe Geländer ist als funktionierendes Gerüst im Boden verankert, belastbar und nutzbar. Es zitiert die Gestalt und die charakteristische Materialkombination von unterschiedlichen Oberflächen. Der Bezug zur Architektur des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe bietet den Nutzern des Gebäudes, dem Bundesnachrichtendienst und dem Verfassungsschutz, eine zusätzliche Bedeutungsebene und inhaltliche Identifikationsmöglichkeit.
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IN DEN KÖPFEN – Geheimnisse für 100 Jahre
Künstlerin: Ulrike Böhme, Hohenstein
Ort: Eingänge der Aus- und Fortbildungsstätte
Fertigstellung: 2015

Wand mit Fotos, Gesichter von 100 PersonenIm Rahmen des Projektes haben 100 Menschen ihr persönliches Geheimnis notiert und notariell verwahren lassen Quelle: Ulrike Böhme, Hohenstein


In den Eingangsbereichen von Ausbildungsstätte und Dienstunterkünften wurden jeweils 100 überdimensionierte "Passbilder" gehängt, die 100 verschiedene Personen mit "Geheimnissen" zeigen. Im Rahmen des Projektes haben diese Menschen ihr persönliches Geheimnis notiert und notariell verwahren lassen. Erst nach Ablauf der 100 Jahre werden die Geheimnisse preisgegeben. An einer Jahresanzeigentafel mit austauschbaren Zahlen wird dargestellt, für wie viele weitere Jahre das Kunstwerk sein Geheimnis noch wahren wird. In der Fortbildungsstätte werden Menschen ausgebildet, die sich schwerpunktmäßig mit dem Auffinden von Geheimem und dessen Aufklärung befassen. Im Rahmen der künstlerischen Intervention wurden an diesem Ort Geheimnisse symbolisch implantiert, welche zunächst nicht aufgeklärt werden können.
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