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Wettbewerb Hauptgebäude

Empfehlungen des Beurteilungsgremiums

1. Rang: Kleihues + Kleihues
Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin


Entwurf: Jan Kleihues
Fachplaner: Arup GmbH, Ingenieure und Planer, Berlin

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ModellModell

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 1. Rang  Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin - ModellModell

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 1. Rang  Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin - ModellFassaden und Gebäudedetails

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 1. Rang  Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin - Fassaden und GebäudedetailsGebäudeansichten

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 1. Rang  Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin - GebäudeansichtenLageplan

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 1. Rang  Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin - LageplanLageplan

Scheinbar mühelos meistern die Architekten zwei Probleme, die sich bei Großbauten regelmäßig stellen: die präzise Integration einer Großform in den weiteren Stadtkörper, wie auch im Detail die feinfühlige Reaktion auf die baulichen Gegebenheiten der nächsten Umgebung. Die Verfasser haben sich dabei nicht der Überlegung der Auslobung angeschlossen, die Chausseestraße mit neuen Häusern zu fassen, vielmehr werden durch die Konzentration von gut dimensionierten Baukörpern an den Seitenstraßen und am zentralen Eingangsbereich großstädtische und straßenprägende baumbestandene Freiräume an der Chausseestraße gewonnen. Sie gewähren dem großen Baukörper eine noble Distanz zur Straße.

Der Entwurf besteht aus einfachsten Baukörpern, die einmal mit der Stirnseite, einmal mit den Längsseiten den öffentlich erscheinenden Grünraum gliedern. Mit dem gebäudeumlaufenden Graben wird ein einheitliches Freiraummotiv für die geforderte Distanzfläche entwickelt. Der Pankegrünzug wird gegenüber der klaren Geometrie des Grabens kleinteilig modelliert und mit unterschiedlichen Nutzungen belegt.

Die Fassung der Nebenstraßen ist subtil gelöst: Aus dem Maß des Hauptgebäudes ist der Hybrid aus Parkhaus und Energiezentralen entwickelt, die als eigenständige Baukörper dem Duktus des Hauptgebäudes untergeordnet sind. Ähnlich vorteilhaft: Sporthalle und Internat auf der gegenüberliegenden Seite.

Die Komposition der Fassade beruht auf der stringenten Einhaltung eines konstanten Rhythmuses. Durch minimale Variationen im Material und in dessen Zuschnitt changieren die Ansichten zwischen den einzelnen Flügeln. Dass das Auge diese Feinheit erst auf den zweiten Blick wahrnimmt, unterstreicht die gestalterische Qualität der Architektur.

Der innere Aufbau des Komplexes, Erschließung, funktionelle Zuordnung der Räume und die Organisation der Raumeinheiten selbst sind ebenso klar und einfach wie die äußere Erscheinung. Sehr gut ist auch die direkte Erschließung zwischen Garage und dem inneren Hallensystem. Nachteil der konsequenten Symmetrie: Der gesicherte Präsidialbereich kann nicht einfach durchschritten werden, was zu Umwegen und zusätzlichen Fluren führt. Konstruktion und Tragwerk sind einfach und kostengünstig. Ökonomisch liegt der Entwurf im Rahmen der Vorgaben.

Insgesamt handelt es sich um einen bemerkenswert gut durchgearbeiteten und einprägsamen Entwurf, der im Falle der Realisierung nicht nur dem städtebaulichen Umfeld gut tun, sondern darüber hinaus bei Besuchern und Nutzern einen positiven Eindruck hinterlassen wird.

2. Rang: Henn Architekten GmbH, München/Berlin

Entwurf: Prof. Dr. Gunter Henn
Fachplaner: Topotek 1, Büro für Garten- und Landschaftsplanung GmbH, Berlin / NEK GmbH, Berlin / Schmidt-Olufson GmbH, Berlin / Leonhard, Andrä + Partner Beratende Ingenieure GmbH, Berlin / HHP Nord/Ost Beratende Ingenieure GmbH, Baunschweig

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 1. Rang  Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin - LageplanModell

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 2. Rang  Henn Architekten GmbH, München/Berlin - ModellModell

Der Verfasser ordnet seinen Hauptbaukörper in einen großen, präzisen Baublock im nördlichen Teil des Baufeldes an. Im Inneren dieses sechsgeschossigen Bebauungsringes wird ein insgesamt in sich schlüssiges Erschließungskonzept aufgebaut, das insbesondere die komplizierte redundante Zugänglichkeit einzelner Abteilungen und die Einbindung der Kernfunktionen über den Hauptzugang sehr gut erfüllt. Die Übersichtlichkeit und die Orientierung in dem weiträumigen Gebäudekomplex sind gewährleistet.

Mit ihrer maßvollen Höhenentwicklung bleibt die Arbeit durchgängig unterhalb der Hochhausgrenze, was sich positiv auf die bauaufsichtlichen Belange und folglich auf die Baukosten auswirkt. Dies wird allerdings mit einer wesentlichen Unterschreitung der Programmflächen erkauft.

Die Anforderungen an Gebäudesicherheit, Terrorschutz sowie Energie- und Gebäudetechnik sind insgesamt sehr gut umgesetzt, auch wenn ein hoher Anteil an verglasten Flächen im Atrium, dessen Planung besonderer Sorgfalt mit dem Ziel der freien Lüftung und Kühlung bedarf, zu erhöhten Betriebskosten führen dürfte. Andererseits ist der gute sommerliche Wärmeschutz hervorzuheben. Die Tageslichtnutzung sollte durch eine moderate Erhöhung des Glasflächenanteils in der Fassade verbessert werden.

Kritisch gesehen wird die städtebauliche Fassung der Chausseestraße. Zum einen werden weite Teile im Norden mit dem Parkhaus besetzt. Zum anderen führt die Proportionierung und vor allem die Ausgestaltung der beiden Freiraumbereiche zu einer uneindeutigen Anlage des Hauptzugangs. Gleichwohl wird die parkartige Aufweitung des Straßenraumes gewürdigt.

Die sicherheitstechnisch begründete Rasenskulptur löst funktionale Fragen, beherrscht aber den Vorplatz und verdeckt von der Straße Gebäude und Eingang.

Positiv wird gesehen, dass im Übergang zur Panke der Sicherheitsbereich in den Gebäudesockel integriert wird und einen zweiten Zaun und Extrabaulichkeiten erübrigt. Dadurch wird ein klarer Übergang zum Park formuliert, dessen landschaftlicher Charakter angedeutet, aber nicht ausformuliert ist.

Die architektonische Haltung der äußeren Fassaden versucht ansatzweise die innere Struktur nach außen zu tragen, was aber nicht als wirklich gelungen bezeichnet werden kann und vor allem im Zusammenspiel mit den regelmäßigen, jedoch zu kleinen Bürofenstern zu einem insgesamt unbefriedigenden Eindruck führt.

3. Rang: Hilmer & Sattler und Albrecht, Ges. von Architekten mbH Berlin/München

Entwurf: Heinz Hilmer, Christoph Sattler, Thomas Albrecht
Fachplaner: Intertec, Berlin / Intecplan, Düsseldorf / Thomanek und Duquesnoy Landschaftsplaner, Berlin / HHP, Berlin / Ingenieurbüro Krone, Berlin

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 2. Rang  Henn Architekten GmbH, München/Berlin - ModellModell

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb -3. Rang Hilmer & Sattler und Albrecht, Ges. von Architekten mbH Berlin/München  - ModellModell

Die Verfasser beantworten die Frage, wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein Bauvolumen von über 250 000 m² BGF für eine gerade nach den außen- und sicherheitspolitischen Umwälzungen der 90er Jahre wichtigen Bundesdienststelle an der Peripherie der Berliner Innenstadt architektonisch und typologisch auftreten soll, mit dem Bild von der "Stadt in der Stadt". Damit vermeiden sie geschickt die Assoziation der großen, perfekten Büromaschine, die die gängigen Vorurteile über Bürokratien im Allgemeinen und Nachrichtendienste im Besonderen verstärken könnte.

Die dafür herangezogenen historischen Referenzen des Universitätscampus, des römischen Castrums bzw. der "Verbotenen Stadt" in Peking zeigen allerdings die Problematik dieses Ansatzes. Beim BND geht es eben nicht um einen offenen Campus als Teil der Stadt wie bei der Columbia University oder beim IIT in Chicago, sondern um einen aus Sicherheitsgründen hermetisch abgegrenzten Bereich von der Größe eines Berliner Blocks von circa 400 Meter Seitenlänge.

Die Eignung der Typologie misst sich also weniger an dem sympathisch kleinteiligen Bild des Projektes, als an den Funktionalitätsansprüchen der Dienststelle, die sich eher mit denen der Hauptverwaltung eines großen Dienstleisters vergleichen lassen. Dieser Widerspruch lässt sich in der gewählten Struktur durch architektonische Detaillösungen wie Verbindungsbauten nicht wirklich aufheben.

Die erforderlichen Wege sind in Verbindung mit dem Grundkonzept einzelner Häuser nur über den Außenraum nachzuweisen. Die gut proportionierten Plätze und Straßen auf dem Gelände ermöglichen zwar mancherlei zufällige Zusammentreffen der Mitarbeiter, entsprechen jedoch nicht den organisatorischen Anforderungen.

Die präsidiale Vorfahrt beeinträchtigt wesentliche Teile des alltäglichen Erschließungssystems. Auch die Haupterschließung für offizielle Anlässe liegt zusammen mit dem Zugang für Besucher und Mitarbeiter an der ansonsten konsequent baulich gefassten Chausseestraße. Diese Lösung vermag trotz der zahlreichen Durchblicke nicht voll zu überzeugen. Eingang und Randbebauung betonen den Charakter einer "verbotenen" Stadt, dem die Verfasser doch durch die gewählte städtebauliche Typologie begegnen wollten.

Grundsätzlich zeigen die Verfasser durch den gewählten städtebaulichen Ansatz ein großzügiges und vielfältiges Freiflächenkonzept im Inneren der "Stadt". Die Freiflächen sind jedoch nur sehr undifferenziert gestaltet.

4. Rang: ASP Schweger Assoziierte, Gesamtplanung GmbH, Hamburg

Entwurf: Wolfgang Schneider, Prof. Wilhelm Meyer mit Astoc Architects & Planners, Köln
und AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt/Main
Fachplaner: Windels Timm Morgen Tragwerksplaner, Hamburg / Bauer Partner Beratende Ingenieure GmbH, Hallbergmoos

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb -3. Rang Hilmer & Sattler und Albrecht, Ges. von Architekten mbH Berlin/München  - ModellModell

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 4. Rang ASP Schweger Assoziierte, Gesamtplanung GmbH, Hamburg - ModellModell

Die große Gebäudemasse des BND wird als "Stadt in der Stadt" aufgelöst in vernetzte, einzelne Baublocks von städtischer Maßstäblichkeit. Dieses Konzept der Arbeit stellt einen eigenständigen Beitrag zur Lösung der Aufgabe dar.

Das Kerngebäude mit den Leitungsfunktionen wird in Form eines Schalenkonzepts von den Verwaltungsgebäuden in die Mitte genommen und von einer umlaufenden und begrünten Hof- und Straßenstruktur charaktervoll gefasst. Der an sich reizvolle Freiraum droht jedoch durch notwendige Verbindungsbauten in Einzelbereiche zu zerfallen.

Das Bild von außen zeigt unterschiedlich dimensionierte Gebäude, die auch in der Ausformung von mehreren Architekten bearbeitet werden könnten. Die symmetrisch angeordneten Gebäude entlang der Chausseestraße sind gut proportioniert, ebenso die gut gegliederten Gebäude des Internats sowie das Parkhaus mit Wache an der Nordstraße.

Die Verfasser formulieren einen versetzt zur Einmündung der Schwartzkopffstraße angeordneten, baumbestandenen Vorhof aus, der als Gesicht zur Straße wenig repräsentativ wirkt, aber funktional ist. Die präsidiale Zufahrt ist gut gelöst. Die geforderten Sicherheitsaspekte werden in diesem Bereich mit einfachen, aber angemessenen Mitteln (Mauer und Wasserbecken) umgesetzt.

Für Mitarbeiter stehen drei Zugänge zur Verfügung, die über ein System von verglasten Erschließungswegen auf relativ kurzem Weg zentral in die jeweiligen Kerne des Gebäudes führen. Es fehlt hier aber an Großzügigkeit des Eingangsbereichs und des Foyers und an Orientierung im Inneren.

Der Entwurf zeigt ein differenziertes Freiraumkonzept mit verschiedenen Themen für die Höfe und den großzügig im landschaftlichen Stil gestalteten Pankegrünzug. Die ebenfalls großzügig dimensionierten Innenhöfe bieten eine gute Qualität für die Arbeitsplätze. Die Zugänglichkeit der Höfe und die Tieflage im Bereich des Zentralgebäudes werden jedoch zu pflanz- und bautechnischen Problemen führen.

Die Arbeit zeigt insgesamt trotz einiger Schwächen im Inneren eine überzeugende Lösung mit hoher Wiedererkennbarkeit und eigenständigem Charakter.

KSP Engel und Zimmermann GmbH, Frankfurt am Main

Entwurf: Jürgen Engel
Fachplaner: Ebert Ingenieure GmbH, Berlin / Weischede, Hermann und Partner GmbH, Stuttgart / Quickborner Team, Ges. für Planung + Organisation GmbH, Hamburg / Büro Kiefer Landschaftsplanung, Berlin / Zlatka Damjanova, Frankfurt/Main

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - 4. Rang ASP Schweger Assoziierte, Gesamtplanung GmbH, Hamburg - ModellModell

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - KSP Engel und Zimmermann GmbH, Frankfurt am Main - ModellModell

Die Großform ist auf den ersten Blick verständlich und logisch: Zur Stadt setzt die Höhe des Baukörpers ein städtebaulich willkommenes Zeichen, zum Pankeraum vermittelt das Gebäude durch die moderate Höhe.

Im Einzelnen ist die der Funktion angemessene, große Geste aber nicht gelöst: Der Haupteingang erscheint übertrieben und unklar, der Kontrast der Materialien Glas und Stein überzeugt nicht.

Die Höfe sorgen für eine gute Belichtung der Büros, deren Befensterung allerdings als Folge der Fassadengestaltung teilweise zu gering ist. Leider bleibt auch die Freiflächengestaltung indifferent. Die gute innere Organisation wird durch eine wenig überzeugende Anordnung der Technik geschwächt.

Auch die Anforderungen des Terrorschutzes sind nur unzureichend erfüllt.

gmp - von Gerkan, Marg und Partner Architekten, Hamburg

Entwurf: Prof. Meinhard von Gerkan mit Jürgen Hillmer
Fachplaner: WES & Partner Landschaftsarchitekten, Hamburg / Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Berlin / Brendel Ingenieure, Berlin

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - KSP Engel und Zimmermann GmbH, Frankfurt am Main - ModellModell

Neubau des Bundesnachrichtendienstes - Konzeptwettbewerb - gmp - von Gerkan, Marg und Partner Architekten, Hamburg - ModellModell

Der Entwurf versucht der großen Baumasse Leichtigkeit zu geben und ein offenes, modernes Bild des Behördenkomplexes des BND zu vermitteln. Der Hauptbaukörper - umgeben mit Freiräumen - gruppiert sich im Rechteck um einen etwas höheren Zentralbau und öffnet sich sowohl zur Straße als auch zum Park großzügig. Die Rücknahme der straßenbegleitenden Bebauung zugunsten eines gut proportionierten öffentlichen Platzes an der Chausseestraße ist eine sympathische Idee, deren Ausformulierung jedoch nicht überzeugt.

Die architektonische Anmutung des Gebäudes trifft weder den Maßstab noch den Charakter der Bauaufgabe und verfehlt ihren Platz in der Hierarchie der Bundesbauten in Berlin. Insbesondere das Zentralgebäude mit einem "schwebenden" Präsidialbereich ist unangemessen.

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