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Architekturwettbewerb Sanierung und Erweiterung Wilhelmstraße 64

Wettbewerbsergebnisse

Verwaltungsgebäude für den Deutschen Bundestag

1. Preis: Arbeit 1006
Abelmann Vielain Pock Architekten, Berlin

1. Preis Abelmann Vielain Pock Architekten, Berlin, Modell1. Preis Abelmann Vielain Pock Architekten, Berlin, Modell Quelle: BBR

Auszug aus der Beurteilung durch das Preisgericht:
Die stadträumliche Entwurfsidee, geleitet vom Anspruch, die bauzeitliche Kubatur aufzunehmen und die Neuformulierung einer Dachfigur daran zu orientieren, gelingt insofern, als die vertikale Fassadenentwicklung insgesamt gut proportioniert wirkt. Die Lesbarkeit dieser historischen Bezugnahme ist nicht eindeutig. Das ehemalige Pseudodrempelgeschoss im 4. Obergeschoss als Teil der Dachfigur neu zu interpretieren, versucht eine Zwittergestalt herzustellen, die möglicherweise die notwendige architektonische Differenzierung zwischen Bestand und Neubau verklärt. Proportionen und Gliederung der hofseitigen Fassaden sind weniger überzeugend strukturiert und bedürfen einer weiteren Konkretisierung.

Der innenräumliche Leitgedanke, das historische Treppenhaus freizulegen und eine Erschließungshalle zuzuordnen, die dem Grundriss in allen Geschossen und insbesondere im Erdgeschoss eine angemessene Großzügigkeit verleiht, trägt den Entwurf auf einfache Weise. Es entsteht eine gute Orientierung zum kleinen Innenhof auch durch die natürliche Belichtung. Die Funktionalität der Eingangssituation als Sicherheitsschleuse ist allerdings nicht eindeutig, obwohl scheinbar genügend Fläche hierfür vorgesehen ist.

Insgesamt ist die angemessene und raffinierte räumliche Gestaltung im Umgang mit dem Bestand festzustellen. Eine große Kohärenz zwischen Nutzung und Raumgliederung wird erzeugt. (...)
Die Funktionalität des Entwurfs hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit, die Erfüllung des Raumprogramms sowie der technischen Nutzungsanforderungen sind gegeben. (...)


Grundriss vom 1. Preis Abelmann Vielain Pock Architekten, Berlin1. Preis Abelmann Vielain Pock Architekten, Berlin, Grundriss Quelle: BBR


2. Preis: Arbeit 1003
Grüntuch Ernst Architekten GmbH, Berlin
Mitarbeiter: Dominic Queck, Mareike Schlatow

2. Preis Grüntuch Ernst Architekten, Berlin, Modell2. Preis Grüntuch Ernst Architekten, Berlin, Modell Quelle: BBR

Auszug aus der Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Arbeit setzt im Straßenraum der Wilhelmstraße ein signifikantes und modernistisch anmutendes Zeichen, das kontrovers diskutiert wurde. Dem Gründerzeitbau, der in der baulichen Ausformung der Fassade unangetastet bleibt, wird eine Aufstockung um 2 Geschosse als neue "Zeit"-Schicht hinzugefügt. Eine besondere konzeptionelle Stärke gewinnt der Entwurf durch die Ausformung der neuen baulichen Elemente als Mäander, der sich horizontal durch das Erdgeschoss über eine Vertikale – den Neubau des Hofgebäudes – bis hin zur Dachaufstockung manifestiert. Dieses markante Entwurfsmerkmal wird in leichter Stahl-Glasbauweise errichtet und besitzt feststehende Aluminium-Lamellen als Sonnenschutz, die die Bewegung des Mäanders nachzeichnen. Er bietet einen exklusiven Außenraum in Form einer großzügigen Dachterrasse und verleiht dem Gebäude insgesamt ein unverwechselbares Äußeres. Die baulichen Veränderungen werden im Sockelgeschoss durch einen neuen, vergrößerten Eingangsbereich gezeigt, der in seiner Materialität mit dem Dach korreliert und sich angemessen repräsentativ durch eine Erweiterung der vorhandenen Öffnung in der Bestandsfassade darstellt.

Die Erschließung erfolgt über eine neue Treppenanlage und erhält einen großzügigen Vorraum, sowie alle notwendigen Funktionen wie Pförtnerloge und separaten Ein- und Ausgang. Der hofseitige Anbau wird komplett erneuert und mit einer transparenten Glasfassade versehen. Er nimmt in der Vertikalen alle Schulungs- und notwendigen Seminarräume, sowie Freiräume und Platz für informelle Gespräche auf. Alle Geschosse sind als Zweispänner mit klar gegliederter Raumaufteilung ausgeformt. Zusätzliche Verbindungstüren ermöglichen eine optisch-räumliche Erweiterung und erleichtern die interne Zusammenarbeit. Weiterhin besitzen alle Geschosse einen großzügigen Vorbereich mit Zugang zum Treppenhaus, das als brandlastenfreier Raum als erster Flucht- und Rettungsweg dient. (...)

Grundriss vom 2. Preis Grüntuch Ernst Architekten, Berlin2. Preis Grüntuch Ernst Architekten, Berlin, Grundriss Quelle: BBR



3. Preis: Arbeit 1001
Behles & Jochimsen Architekten BDA, Berlin
Mitarbeiter: Tilman Dorn, Susanne Glöckner, Christa Kleine

3. Preis Behles & Jochimsen Architekten, Berlin, Modell3. Preis Behles & Jochimsen Architekten, Berlin, Modell Quelle: BBR

Auszug aus der Beurteilung durch das Preisgericht:
Der Entwurf versucht, das bestehende Gebäude in der Wilhelmstraße in seiner Gesamtheit zu akzeptieren und es respektvoll umzunutzen und weiterzubauen. Dies gelingt dem Verfasser insbesondere in der Ausbildung wohldurchdachter und gut organisierter Grundrisse, die die bestehende Gebäudestruktur wahren. Die Positionierung der Aufzüge im Hofflügel im Zusammenhang mit der bestehenden Treppe führt zu großzügigen Vorzonen in den einzelnen Geschossen und ermöglicht eine geschickte Anordnung der Schulungsräume im Erdgeschoss mit Bezug zum neu geschaffenen Innenhof. Der Zugangsschleusenbereich müsste allerdings überarbeitet werden.

Kritisch wird die neue zweigeschossige Dachkonstruktion im städtebaulichen Gesamtkontext gesehen, welche mit ihren groß dimensionierten Gauben als mächtig erscheint. Ebenso wird die Dachlaterne zur Belichtung des Treppenhauses als zu starker Fremdkörper wahrgenommen. Anerkannt wird gleichwohl der konzeptionelle Ansatz, das Thema Dach und Dachgaube in Form eines "Faltwerks" neu zu interpretieren. Das Raumprogramm wurde in allen Teilen erfüllt. (...)

Grundriss vom 3. Preis Behles & Jochimsen Architekten, Berlin3. Preis Behles & Jochimsen Architekten, Berlin, Grundriss Quelle: BBR

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