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Architektenwettbewerb

Bundesministerium des Innern

2. Preis (96.000 Euro)
Bolwin Wulf Architekten Partnerschaft, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Die städtebauliche Leitidee basiert auf einer klaren kontextuellen Orientierung zum Regierungsviertel und der konsequenten Lage im Park und zum öffentlichen Raum der Kastanienallee. Der Maßstab und die freiräumliche Artikulation zwischen Haus und Kastanienallee wird kontrovers diskutiert. Die Grundstruktur des Projektes konstituiert sich aus wenigen starken Elementen - 4 Büroflügeln, Innenhöfen, einem gläsernen Foyerband mit angehobenen Längsbau. Das Konzept zeichnet eine stabile und gestalterisch überzeugende Kontur, die in der Komposition der Elemente zu einer einfachen und selbstverständlichen Figur gefügt werden. Hohe Transparenz wie auch fließende Raumfolgen prägen die Atmosphäre der Basisgeschosse. Das Potential innerer Kommunikation und optimaler Orientierung für die Mitarbeiter verwebt sich mit der Offenheit, der Befragbarkeit von Außen. Das räumliche Leitmotiv des linearen Foyers begleitet alle Raumschichten, fasst die vertikale Erschließung und sammelt gemeinsam genutzte Räume in selbstverständlicher Form. Die Sequenz der erdgeschossig verwobenen Innenhöfe spannt gut belichtete und nahezu gleichwertige Arbeitsplätze auf. Auf Büros zum Bahndamm wird zwar verzichtet, aber der vorgeschlagene hermetische Raumabschluss zur Bahn kontrovers diskutiert. Die architektonische Gestaltung der Fassaden variiert das einfache orthogonale Fensternetz über eine subtile Minimierung der Öffnungsproportion mit steigender Höhe. Die Materialwahl zielt auf eine Reduktion der Mittel und einfache Konstruktionsprinzipien, die wirtschaftlich realisierbar sind. Das architektonisch überzeugende plastische Profil der Fenster wird wegen des Wartungsaufwandes kritisiert. Das Raumprogramm ist mit geringen Abweichungen eingehalten. Die Proportion des 2. Bauabschnittes als weiterer Büroflügel wirkt additiv und ohne Kompositionsbezug.
Der Entwurf vermag mit gleichsam methodischer Klarheit in Grundriss, Konstruktion, Materialität und Raumbildung, einen sehr eigenständigen Ausdruck für die Projektaufgabe zu formulieren. Die konzeptionelle Idee zeichnet sich daher durch strukturelle Stabilität, zeitgemäßen architektonischen Ausdruck und starker städtebaulicher Setzung aus.

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