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Realisierungswettbewerb für das Bibliotheksmuseum

Prämierte Entwürfe

Entscheidung und Empfehlung des Preisgerichtes

Fachpreisrichter
Prof. Uwe Brückner
Prof. Gabriele Franziska Götz
Martina Scheitenberger

Sachpreisrichter
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek
Florian Mausbach, Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung

Sachverständige
Franz Volkhausen, Kostensachverständiger
H. G., Architekt Staatsbibliothek

Das Preisgericht tagte am 27. Januar 2009 in Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Uwe Brückner und beschloss folgende Preisverteilung – Textauszüge aus dem Juryprotokoll:

1. Preis:
Astrid Bornheim Architektur mit dko Architekten, Berlin
Entwurfsverfasser: Astrid Bornheim, Ralf Kunze, Andreas Oevermann

1. Preis Perspektive

1. Preis Grundriss

1. Preis Grundriss und Schnitt

Der Entwurf besticht durch seine klare räumliche Gliederung, die sowohl die Mittelachse für den Durchblick freihält als auch einen spannenden variantenreichen Parcours darstellbar macht. Die dezentrale Organisation von Wechselausstellung (WA) und Dauerausstellung (DA) lässt eine unabhängige störungsfreie und separate Nutzung der Wechselausstellung zu, ohne die Dauerausstellung zu beinträchtigen. Darüberhinaus ist eine flexible Aufteilung der Dauerausstellung und individuelle Zuschaltung der angrenzenden Wechselausstellungsbereiche möglich.

Die Zonierung der Dauerausstellung in fünf Themenbereich ist gut vorstellbar und erlaubt zusätzlich einprägsame Raumbilder entlang der Chronologie, wenn auch Bereiche wie "Digitalisierung und Entmaterialisierung" noch der Präzisierung bedürfen. Aus dem System muss noch ein Sujet werden. Das gleiche gilt auch für die sparsame Detaillierung wichtiger Elemente wie Leitsystem und Beschriftungen. Die Längswand der Dauerausstellung mit der "nachleuchtenden photochromatischen Farbe" ist auf großes Interesse gestoßen; die Realisierung innerhalb des Budgets wäre noch zu beweisen.

Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine bestechend einfache Struktur, die genügend Potential zur gemeinsamen Weiterentwicklung des Ausstellungskonzeptes mit den Kuratoren und Wissenschaftlern des Hauses bereit hält. Zusammen mit der Klanginstallation als Prolog der Ausstellung und als Epilog in der Rotunde bietet dieser Wettbewerbsbeitrag ein in sich schlüssiges Konzept, das die Jury einstimmig zur Weiterbearbeitung empfiehlt.

2. Preis:
Holzer Kobler Architekturen GmbH, Zürich
Entwurfsverfasser: Barbara Holzer, Tristan Kobler

2. Preis Perspektive

2. Preis Grundriss

2. Preis Schnitt

Als "feste Burg der Wahrheit" (Zitat der Verfasser) wird der Hauptraum entlang der Blickachse vom Prolog zur Rotunde in einen (rechten) Dauerausstellungsbereich und einen (linken) Wechselausstellungsbereich gegliedert. Die Wegeführung durch den Dauerausstellungsbereich führt zu interessanten Raumbildungen. Allerdings geht dies zu Lasten einer eindeutigen Wegeführung, sodass eine der chronologischen Abfolge entsprechende intuitive Erschließung der raumhohen, quer zur Längsachse stehenden Ausstellungswände dem Besucher nicht gelingen wird. Positiv hervorzuheben ist die mögliche Variabilität innerhalb der Ausstellungsflächen, auch wenn die vorgeschlagenen Vitrinen eher statisch wirken. Das didaktische Konzept "Schauen, Hören, Blättern" einschließlich der sogenannten "sprechenden Bilder" und der Einsatz verschiedener Medien erscheint stimmig und ist mit inhaltlichem Exponatbezug sorgfältig ausgearbeitet. Die für die Schatzkammer vorgeschlagene "Leporello"- Wandfaltung überzeugt hingegen nicht.

3. Preis:
Neo Studio Neuman Schneider Architekten, Berlin
Entwurfsverfasser: Dipl.-Ing. Moritz Schneider, Dipl.-Ing. Tobias Neumann

3. Preis Perspektive

3. Preis Grundriss

3. Preis Perspektive

Es handelt sich um einen gut durchgearbeiteten und ausgereiften Beitrag. Die bisherige Planung des Architekten mit einem zentralen Wechselausstellungsraum wird übernommen. Entsprechend entwickelt sich die Dauerausstellung auch chronologisch umlaufend entlang der Außenwände. Die Struktur der Dauerausstellung ist abgeleitet aus der Idee eines großen Wandregals, das in unterschiedlicher Tiefe und vielfältigen Elementen ausgebildet ist. Diese Vielfalt von Ausstellungselementen bietet ein breites Spektrum an Präsentationsmöglichkeiten und reagiert damit angemessen auf die Anforderungen des heterogenen Sammlungsbestandes der Staatsbibliothek. Die lineare Struktur führt jedoch zu einem Zwangsweg für den Besucher und bei aller Vielfalt der Ausstellungsdetails wie Typografie, Medienangebot und Objekte unvermeidlich zu einer gewissen Monotonie. Auch die selbständig eingefügten Studioli – vom Ansatz her sehr interessant – vermögen dem nicht entgegenzuwirken. Als grundsätzliches Problem erweist sich so die Beibehaltung des Zentralraums als Wechselausstellungsbereich, der die wichtige Dauerausstellung an den Rand drängt.

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